Joachim Bormuth, Nicole Arnold und Armin Tremmel (rechts) stellten klar, dass die Sportgemeinschaft Nordheim/Wattenheim 1948 e. V. (SG NoWa) sich sozial und kulturell sowie im Jugend- und Erwachsenensport ehrenamtlich engagiere und keinesfalls eine Bühne für politische Themen oder Wahlkampf biete. Foto: Hannelore Nowacki
WATTENHEIM – Die Spendenübergabe an die Stadtgarde in der Sportgemeinschaft Nordheim/Wattenheim 1948 e. V. (SG NoWa) am 13. September durch Ralph Bühler, Bürgermeisterkandidat der Freien Liste Biblis, hat ein Nachspiel. Denn die Spendenübergabe war vorab nicht mit dem Vereinsvorstand besprochen worden, der Vorstand wusste davon nichts und war ebenso überrascht von diesem Vorgehen wie viele Mitglieder und Bürger, wie Vorstandsvorsitzender Joachim Bormuth und die Vorstandsmitglieder Nicole Arnold und Armin Tremmel bei einer Pressekonferenz am Dienstag im Vereinshaus mitteilten. „Wir distanzieren uns ausdrücklich von dieser Spendenübergabe und sind entsetzt darüber, welches Ausmaß dies angenommen hat“, erklärte Bormuth. Der Vorstand sei gemäß Geschäftsordnung verpflichtet, Stellung zu beziehen. Politik und Wahlkampf gehören nicht zu den Vereinsaufgaben, betonten die Vorstandsmitglieder. „Wir sind ein verlässlicher Partner mit unserem sportlichen Angebot und möchten keine Bühne für politische Themen bieten“. Es gab Zeitungsberichte über die Spendenübergabe, weil der Trainer der Stadtgarde die Presse eingeladen hatte und Bühler selbst veröffentlichte einen Videofilm von der Spendenübergabe in Facebook als Live-Übertragung, aufgenommen mit dessen Smartphone. Darauf sind auch die Vereinsmitglieder zu sehen, wovon sich der Vereinsvorstand ebenfalls distanziert: „Wir sind strikt dagegen, dass Fotos oder Videos unserer Vereinsmitglieder auf besagten Portalen zur Schau gestellt werden“. Rechnerin Nicole Arnold berichtete, dass sie das Video umgehend sperren ließ, nachdem sie davon erfahren hatte. In einem weiteren Video auf Facebook habe Bühler Namen von Bibliser Geschäftsleuten genannt, die ihm Spenden übergeben hatten und Namen von Geschäftsleuten, die nicht gespendet hatten. Dazu sagt der Vorstand: „Es macht uns betroffen, welche Reaktionen diese Spendenübergabe ausgelöst hat und wir möchten uns bei allen Vereinsmitgliedern, Bürgern in und um Biblis, Geschäftspartnern und vor allem bei den Gewerbetreibenden entschuldigen, die durch diese Veröffentlichung eventuell Schaden erlitten haben“. Die Gesamtsumme von 888 Euro, die Bühler bei den Geschäftsleuten eingesammelt und nach eigenen Angaben über das Internet eingenommen hatte, will der Vorstand nach Eingang auf dem Vereinskonto an Bühler überweisen. Weitere 25 Euro, die Bühler als Spende angekündigt habe, dürfe der Trainer nicht annehmen. Gegen den Trainer der Stadtgarde hat der Vorstand ein Ausschlussverfahren in Gang gesetzt, über das die Mitglieder in der regulären Hauptversammlung am 8. Oktober abstimmen werden. Der Trainer habe das Spendengeld bis dato selbst behalten, was laut Satzung nicht zulässig sei, es müsse auf das Vereinskonto eingezahlt werden. Bis Freitag hat dieser Trainer die Möglichkeit, eine Stellungnahme abzugeben und das Geld satzungsgemäß auf das Vereinskonto zu überweisen. „Als Trainer ist er nicht mehr tragbar“, sagte Vorsitzender Bormuth. Rechnerin Arnold erklärte, dass Geschäfte, die die SG NoWa zum Teil seit Jahren unterstützen, stets eine Spendenquittung zur Vorlage beim Finanzamt erhalten, alle Abläufe im Verein seien durch die Satzung geregelt. Hannelore Nowacki