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Fr., 30. November 2018, 09:15 Uhr
Ahmadiyya Gemeinde klärt in der Zehntscheune über AfD-Vorwürfe auf
Vortrag zum Thema „Islam und Rechtspopulismus“
Dialog statt Ausgrenzung: Die Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde in Lampertheim hatte zu der Veranstaltung „Islam und Rechtspopulismus in die Zehntscheune eingeladen. Von links: Iftikhar Shaikh, Afaq Ahmad, Gottlieb Ohl und Marius Schmidt. Foto: Eva Wiegand
LAMPERTHEIM – Die Verunsicherung in der Gesellschaft nimmt zu – das zeigt sowohl das Erstarken rechtspopulistischer auf der einen, als auch extremistischer Gedanken auf der anderen Seite. Dem stellt sich die Ahmadiyya Muslim Jamaat auch in Lampertheim entgegen – mit Toleranz, Respekt, Aufklärung und im Dialog. „Gerade in unserer Gesellschaft ist es wichtig und notwendig, offen über das Thema Populismus zu reden. Denn es betrifft wirklich jeden“, machte der Vorsitzende Iftikhar Shaikh der Lampertheimer Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde gleich zu Beginn der Veranstaltung deutlich. Am vergangenen Mittwoch hatte die Gemeinde zu der Veranstaltung „Islam und Rechtspopulismus“ mit einer kleinen Islam-Ausstellung in die Zehntscheune eingeladen. Im Mittelpunkt standen Vorwürfe gegen den Islam, die von AfD-Anhängern verbreitet werden. Der Imam der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde Nuur-ud-Din in Darmstadt, Afaq Ahmad, machte in seinem Vortrag mit Blick auf die Geschichte des Islam deutlich, warum die Anschuldigungen der AfD Falschmeldung sind. So seien die ausgewählten Quellen der AfD häufig willkürlich erfolgt und entstellt worden. „Ziel der AfD Broschüre ist nicht die Aufklärung, sondern Stimmungsmache“, erklärte Ahmad und ergänzte: „Wir als Ahmadiyya Gemeinde erkennen uns als Verkörperung der wahren islamischen Lehre und betrachten es als unsere Pflicht als deutsche Mitbürger, Vorurteile zu beseitigen.“ So verdeutliche gerade die Geschichte des Heiligen Propheten Muhammad, der nach der Verkündung seines Anspruchs, ein Prophet zu sein, schwersten Anfeindungen ausgesetzt war, die Friedfertigkeit des Islams. Denn statt seinen Gegnern in Mekka mit Gewalt entgegenzutreten, sei dieser nach Medina ausgewandert. „Alle wahren Muslime sind der Ansicht, dass sich der Islam nicht mit dem Schwert, sondern nur friedlich verbreiten lassen kann“, betonte der Imam. Auch machte er unter anderem deutlich dass der Begriff Dschihad nichts anderes bedeute, als Anstrengung: „Die erste Form, der große Dschihad, ist die Anstrengung gegen egoistische Neigungen. Auch die Anstrengung sich moralisch weiter zu entwickeln und Glaubensinhalten zu folgen ist die größte Pflicht der Muslime.“ Für ihre Bemühungen, den Menschen eine andere Sichtweise auf den Islam zu vermitteln, dankte Marius Schmidt, Fraktionsvorsitzender der SPD, der Ahmadiyya Gemeinde in Lampertheim. Denn für das Zusammenleben sei entscheidend, einander zuzuhören, einander zu kennen und zu verstehen: „Wir sind alle Individuen und in erster Linie Menschen. Uns verbindet mehr, als uns trennt.“ Eva Wiegand