
LAMPERTHEIM – Der Stadtverband der CDU Lampertheim hatte Mitglieder und interessierte Bürger zur Mitgliederversammlung am Donnerstagabend ins Foyer der Hans-Pfeiffer-Halle eingeladen. Stadtverbandsvorsitzender Franz Korb stimmte die rund dreißig Zuhörer auf eine erfolgreiche Zukunft ein, nachdem bereits die letzten beiden Jahre für die Lampertheimer CDU gut gelaufen sind, wie er anhand der Wahlergebnisse der Europawahl 2024, der Bundestagswahl und der Bürgermeisterwahl deutlich machte – bei der Stichwahl erreichte Alexander Scholl stolze 64,58 Prozent. Nach 60 Jahren, nach Adam Günderoth, stelle die CDU wieder einen Bürgermeister. Andererseits sei die Lampertheimer Kasse leer. Wie alle anderen Redner des Abends strahlte Korb Zuversicht aus: Lampertheim sei trotzdem auf einem guten Weg. In der Koalition mit den Grünen habe sich die CDU der Verantwortung gestellt. Auch zukünftig werde es nicht einfach, prognostizierte Korb, bei eventuell sechs Bewerbungen für das Stadtparlament. Mit Blick auf die Wahl am 15. März betonte Korb: „Wir sind guten Mutes, dass wir ein gutes Ergebnis haben werden“. Die CDU sei stolz auf das Team.
Foto: Hannelore Nowacki
Über die Finanzen der Stadt-CDU berichtete Torsten Volkert in Vertretung von Marco Knecht und stellte als Kassenprüfer für die Jahre 2024 und 2025 eine „nachvollziehbare und korrekte“ Buchführung fest. Seiner Empfehlung den Vorstand zu entlasten folgten die 22 stimmberechtigten Mitglieder einstimmig. Auf der Tagesordnung stand die turnusgemäße Wahl des Vorstandes, die den bisherigen Vorsitzenden Franz Korb mit deutlicher Mehrheit im Amt bestätigte. Von den 22 anwesenden stimmberechtigten Mitgliedern hatten 20 für Korb gestimmt bei einer Nein-Stimme und einer Enthaltung. Auch die weiteren Kandidaten konnten sich der Mehrheit sicher sein. Edwin Stövesand und Björn Hedderich sind die beiden stellvertretenden Vorsitzenden, Patrick Rupp ist Schriftführer, Marco Knecht Kassenwart und Stefan Griesheimer Mitgliederbeauftragter. Als Beisitzer wurden Margareta Hofmann, Bernhard Hossner, Richard Goschala und Thiemo Fojkar gewählt.
Was die CDU in Lampertheim anstrebt
Wahlleiter Alexander Bauer (Stadtverordnetenvorsteher und Landtagsabgeordneter), nutzte die Auszählungspausen für eine Ansprache zu den bevorstehenden Kommunalwahlen. Politik müsse Orientierung geben, Probleme lösen und vor allem zuhören, beginnend mit der Frage, was die Menschen bewegt. Umfragen hätten den Vorrang von Gesundheit und Frieden in der Welt und im Alltag ergeben. Deutschland müsse wieder führen können, betonte Bauer, die Wirtschaft brauche einen Come-back-Plan und Hessen brauche Klarheit und einen klaren Kompass. Zuversichtlich zeigte sich Bauer, dass die 4,7 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen den Kommunen bei Schulen, Digitalisierung und Infrastruktur nützen werden.
Foto: Hannelore Nowacki
Bürgermeister Alexander Scholl dankte seiner Partei für die Unterstützung im abgelaufenen Jahr, das für die CDU sehr erfolgreich gewesen sei. 2026 werde ein spannendes Jahr, meinte Scholl. Die Haushaltskonsolidierung werde vorangebracht, begonnene Projekte sollen möglichst abgeschlossen werden. Dabei setzt Scholl auf Vertrauen, was bedeute, man macht, wofür man gewählt ist. Aus dem 7-Punkte-Wahlprogramm stellten die Stadtverordneten und Spitzenkandidaten Stefan Griesheimer (Fraktionsvorsitzender) und Lisa Galvagno (Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses) die Finanzlage und das Thema Stadtentwicklung und bezahlbarer Wohnraum in den Kernpunkten vor. Das eng bedruckte achtseitige Wahlprogramm lag zum Mitnehmen aus. Lisa Galvagno will finanzielle Stabilität erreichen, aber ohne vom Sondervermögen des Bundes abhängig zu sein. Die Wirtschaft solle gestärkt werden, um in Lampertheim Arbeitsplätze zu schaffen und nicht nur zu wohnen. Für das wegfallende Parkhaus solle rechtzeitig eine Alternative geschaffen werden. Klimapolitik müsse praktisch und sozial verträglich sein und mit der Stadtentwicklung verbunden werden.
Foto: Hannelore Nowacki
Was die Lampertheimer CDU unter Stadtentwicklung im Verbund mit bezahlbarem Wohnraum versteht, erläuterte Stefan Griesheimer. Eine ganzheitliche Stadtentwicklung sei das Ziel mit Lampertheim als attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort, lebendiger Innenstadt und starken Stadtteilen. Für die Innenstadt soll es ein Leerstandsmanagement geben, Großprojekte wie ICE-Neubaustrecke, Ultranet und Rhein-Main-Link böten Chancen. Ein Kernziel sei bezahlbarer Wohnraum durch Nachverdichtung und neue Bauflächen „mit Augenmaß“. Im Masterplan für 25 Jahre gehe es auch um die Landwirtschaft und die Identität als „Spargelstadt“. Freizeitangebote, darunter die Biedensandbäder und Spielplätze sollen ausgebaut, die Kultur gefördert werden. Griesheimer wies darauf hin, dass die CDU Lampertheim als Verein vom Ehrenamt lebe.
Hannelore Nowacki
Beitrag aus der Rubrik