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  • Mo., 31. Oktober 2022, 09:14 Uhr
    VERGNÜGEN: „Die Krautstorze“ im Bürgerhaus vom Publikum gefeiert

    Was „Auf Amts-Wegen“ alles passieren kann

    Sekretärin Elvira Emsig (Miriam Gorniotzek) weiß Bescheid, was Amtsgehilfe Willi Fuchs (Robin Vollhardt) dem Bürgermeister Karl-Georg König (Jürgen Hofmeister) anbietet. Immerhin verhält es sich mit dem Apfel nicht wie bei Schneewittchen. Foto: Hannelore Nowacki


    HOFHEIM – Der Chef weiß nicht, was in seinem Rathaus und Vorzimmer wirklich läuft, natürlich hält er die Fäden in der Hand beziehungsweise das Geld aus der Gemeindekasse. Doch seine Idee drei Stellen einzusparen, nämlich die des Ortspolizisten, des Brandmeisters und des Hundefängers, führt schließlich zum Vergnügen der Zuschauer zu ereignisreichen Turbulenzen mit Überraschungen und atemberaubenden Wendungen, die das Zeug für einen Krimi haben. Dass am Ende alles gut wird, darf an dieser Stelle verraten werden. Schließlich zeigt die Hofheimer Theatergruppe „Die Krautstorze“ eine Komödie, in der Beamte und Amtswege eine herausragende Rolle spielen, wie auch die beteiligten sieben Darsteller sich durch Spielfreude und Können auszeichnen. Ganz schön ausgeschlafen sind die Beamten im Stück, anders als das Lied zu Beginn denken lässt. „Auf Amts-Wegen“ heißt die Komödie in drei Akten von Heinz-Jürgen Köhler, das die Hofheimer Theaterspezialisten mundartlich und mit ein paar Spritzern Lokalkolorit auf höchstes Spaßniveau getrimmt haben. Im Fernsehen wären hohe Einschaltquoten garantiert. Dass die Handlung wie auch die Personen frei erfunden und Ähnlichkeiten mit Akteuren vor Ort gänzlich ausgeschlossen sind, wird schon in der ersten Szene deutlich, man muss sich also weder in Lampertheim noch in Hofheim Gedanken über die Arbeitsauffassung im Rathaus machen. Dort schläft kein Amtsgehilfe seinen Rausch unter dem Schreibtisch der Sekretärin aus und die Öffentlichkeit spendet nicht fortlaufend begeistert Applaus wie das Publikum im Hofheimer Bürgerhaus. Schon bei der ersten Szene gibt es kein Halten mehr und jede Wendung steigert die Heiterkeit. Jürgen Hofmeister ist als Bürgermeister Karl-Georg König ein Bojermoaschder mit markigen Sprüchen, der sein Mitarbeiterteam in Schwung bringt, wenngleich mit unabsehbaren Folgen. Nicht weniger dynamisch ist Ute Timme als modebewusste, anspruchsvolle Frau Bürgermeister Helene König, die für ihren Gatten ein echtes Leckerli darstellt, nennt er sie doch gerne nach Art einer Speisekarte „mein süßer Zuckerkuchen“ oder „mein zarter Filetstreifen“. Sekretärin Elvira Emsig, meisterlich von Miriam Gorniotzek in Szene gesetzt, muss immer wieder um ihren schönen Tag bangen, während Amtsgehilfe Willi Fuchs entgegen seiner Arbeitsphilosophie ziemlich umtriebig und unerschrocken ist, von Robin Vollhardt authentisch und lustvoll dargestellt. Als Hausmeister hat er für alle Lösungen ein Problem, als Brandmeister, Ortspolizist und Hundefänger sorgt er für die tollsten Verwicklungen. Denn wie sein Trinkbruder Paul Jägermeister (Christian Jänchen), der überall zu viel „Ärbet“ auf sich zukommen sieht, schätzt er „6-Ämter-Drobbe“ und „Rachenputzer“. Das bekommt Taschenfabrikantin Berta Protzbach zu spüren, gespielt von Ilonka Grosch, die ihre Handschellen auf der Bühne glanzvoll zur Schau stellte.

    Viel Geld ist im Spiel, das Bürgermeister Karl-Georg König (Jürgen Hofmeister) der Taschenfabrikantin Berta Protzbach (Ilonka Grosch) anbietet, sehr zum Missfallen von Trinkbruder Paul Jägermeister (Christian Jänchen) in seiner Rolle als Polizist. Foto: Hannelore Nowacki


    Julia Hertling, die als kompetente Gundula Gründlich-Revisor keinen leichten Stand hatte, ist sicher ohne blaue Flecken und krankes Auge von der Bühne gekommen, war zum Glück nur gespielt. Einfallsreich wird sie vom Rathauspersonal an ihrer Arbeit gehindert. Zur Premiere am Samstag waren Ortsvorsteher Alexander Scholl und Kulturamtsleiter Rolf Hecher gekommen, am Samstag amüsierte sich der Erste Stadtrat Marius Schmidt bei den „Krautstorze“ und für das kommende Wochenende hat sich  Bürgermeister Gottfried Störmer angekündigt. Nach zwei Jahren Corona-Pause hatten die Zuschauer wieder Gelegenheit „Die Krautstorze“ live zu erleben mit zwei Vorstellungen am vergangenen und weiteren zwei Vorstellungen am kommenden Wochenende. Wie Vorstandsmitglied Christine Wegerle mitteilte, sind für Samstag, 5. November und Sonntag, 6. November noch Karten in der Postfiliale in der Kirchstraße 2 erhältlich, Kurzentschlossene können Glück an der Abendkasse haben. Einlass ist jeweils um 18 Uhr, Vorstellungsbeginn 19 Uhr. Barbetrieb ist vor der Vorführung und in den beiden Pausen. Hannelore Nowacki

     

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