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  • Do., 20. Mai 2021, 09:20 Uhr
    CULTUR COMMUNAL: Neues Video im Rahmen von „thirty minutes of culture” online / Tag der Nachbarschaft am 28. Mai

    „Was bedeutet Nachbarschaft?”

    Philosophieren zum Thema „Was bedeutet Nachbarschaft?”: Anton Schmitt und Nadine Schönhardt (v.l.). Foto: oh


    LAMPERTHEIM – Aufgrund der aktuellen Lage durch die Corona-Pandemie, der dadurch abgesagten Konzerte und der sehr schwierigen Situation vieler Künstler möchte cultur communal der Stadt Lampertheim mit einem neuen Angebot Unterstützung anbieten und trotz Veranstaltungsabsagen einen öffentlichen Auftrittsrahmen im Schwanensaal schaffen. Ziel ist es, mit professioneller technischer Ausstattung und Filmequipment Künstlern eine Plattform für Film-und Tonaufnahmen zu ermöglichen. Das Video wird bearbeitet und anschließend für einen gewissen Zeitraum auf der städtischen Homepage, bei Facebook und YouTube eingestellt bzw. verlinkt. 

    Jetzt ist unter dem Titel  „Lampertheim im Dialog – kein Geschwätz: Was bedeutet Nachbarschaft?" ein neues Video online, in dem Anton Schmitt gemeinsam mit Nadine Schönhardt über das Thema Nachbarschaft philosophiert. „Wir alle benutzen das Wort ‚Nachbar‘ und ‚NachbarschaftÄ ohne Probleme so eben, wie wir es in unserer deutschen Muttersprache gelernt haben. Wie - in welchen Formulierungen - diese korrekt gebraucht werden ist uns bekannt”, erläutert Anton Schmitt. „Aber deswegen haben wir noch lange nicht ‚er-kannt‘, was denn ‚Nachbarschaft‘ eigentlich bedeutet. Was klar wird, wenn wir versuchen es z.B. von anderen Arten informeller Beziehungen wie: Freundschaft, Liebe, Kollegen, Bekanntschaft, Partner usw. abzugrenzen. Das aber versuchen wir hier. Dazu haben wir eine erfahrene Polizei-Mitarbeiterin zu einem Gespräch eingeladen, um zu vermeiden, dass wir in bloß theoretischen Ausführungen steckenbleiben. Leitend für eine Bestimmung des Begriffs ‚Nachbarschaft‘ wird dann die ‚räumliche Nähe‘. Doch gilt es auch hier weiter zu unterscheiden, wie folgende Beispiele deutlich machen: So befindet sich zwar ein Krankenhaus in meiner räumlichen Nachbarschaft, aber die dort (zeitweise) untergebrachten Patienten, sind deswegen noch lange nicht meine Nachbarn. Oder ein Sitznachbar, der mir in einem Flugzeug zugeteilt wird, ist deswegen auch noch kein Nachbar von mir. Was verdeutlicht, dass zu unterscheiden ist zwischen rein räumlicher Nachbarschaft und ‚echter‘ Nachbarschaft, bei welcher zu der rein räumlichen Nähe noch etwas anderes dazu kommt: Nämlich eine Art ‚sozialer Beziehung‘, sozusagen, dass man dem Andern die räumliche Nähe zu einem selbst auch noch eigens ‚einräumt‘ - was sich nicht zuletzt darin zeigt, dass man sich grüßt. Anders als Fremde eben, z.B.: ‚Durchreisende‘ auf einem Flughafen, die sich ganz nah bei einem in die Warteschlange am Schalter einreihen. - Als Grundfrage von Nachbarschaft stellt sich zuletzt heraus: ‚Wen überhaupt akzeptiert man als überhaupt möglichen Nachbarn?‘ (auch Asylanten z.B.? - bei denen die Entscheidung, ob sie wieder abgeschoben werden, noch aussteht?) - Und was ist mit Nachbarn in einem Nachbarschaftsstreit - wie sollte man diesen begegnen, so dass sie immerhin noch als ‚Nachbarn‘ angesehen werden können?”

    Kulturfachbereichsleiter Rolf Hecher betont: „Vielen Dank an unseren Philosophen Herr Schmitt für ein weiteres interessantes Video in unserer Reihe. Das von uns gewünschte Thema zum ‚Tag der Nachbarn’ (Jedes Jahr am letzten Freitag im Mai) bringt uns Zuhörern interessante Aspekte die zum Nachdenken anregen. Mit deiner sympathischen Gesprächspartnerin Nadine Schönhardt erfahren wir vor allem, dass eine gute Nachbarschaft nicht von alleine kommt. Mann und Frau müssen etwas dafür tun, oder auch nicht. Da wir am 28.05.2021 dieses Jahr zum ersten Mal auf diesen Tag aufmerksam machen wollen, wird es ein weiteres Spezial-Video zum Thema geben. Die Stadt Lampertheim wird dann den Tag der Nachbarn ins jährliche Angebotsportfolio aufnehmen. In 2022 starten wir dann richtig mit Projekten der Bürgerlichen Begegnung. Damit möchten wir einen Beitrag zur Aktivierung der lokalen Gemeinschaft gerade nach der Pandemie beisteuern. Dazu ist der kritische Blick der Diskussion im Video für die Einordnung ‚Nachbarschaft’ mehr als hilfreich.” zg

     

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