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  • Di., 05. August 2025, 13:50 Uhr
    ENTWICKLUNGEN: Erster Stadtrat Marius Schmidt informiert: Schwimmbad, Feuerwehr, Verkehr, Kitas und soziale Projekte

    Was läuft, was kommt – hoffentlich auch wieder der Sommer

    Alle Schläuche müssen für den nächsten Einsatz trocken und dicht sein – das prüft jetzt die automatische Schlauchtrockenanlage.
    Foto: Hannelore Nowacki

    LAMPERTHEIM – Wann wird es endlich wieder richtig Sommer. Dieser Satz verträgt ein Ausrufezeichen und ein Fragezeichen zumal wenn es um die Besucherzahlen im Freibad der Biedensandbäder geht. Denn bei 30 Grad und mehr ist das Freibad voll, die Besucher tummeln sich auf den Liegewiesen und lassen es sich im Wasser gut gehen. An heißen Tagen strömen drei- bis viertausend Badegäste ins Freibad – solche Zahlen sieht der Erste Stadtrat und Geschäftsführer der Biedensandbäder Marius Schmidt am liebsten. Doch bei Temperaturen von 20 Grad aufwärts, ob mit oder ohne Sonne, kommen nur 250 bis 300 Besucher über den ganzen Tag verteilt. Das Wasser im Schwimmer- und im Nichtschwimmerbecken ist mit 24 Grad immer angenehm warm. Bei einem Pressegespräch zeigte sich Schmidt noch hoffnungsvoll, was den Sommer angeht, schließlich sei der Juni mit den heißen Tagen für die Biedensandbäder sehr gut gewesen, der Juli habe wetterbedingt nachgelassen, doch könnte der August noch hochsommerlich werden. „Wir haben ein sehr attraktives Schwimmbad“ betonte Schmidt, das weit in die Region strahle, verkehrsgünstig liege und traditionell auch bis zu 40 Prozent Freibadbesucher aus Mannheim anlocke, während im Hallenbad die Wormser stark vertreten seien. In der Statistik erfasst sind in dieser Freibadsaison seit 15. Mai nahezu 39.000 Badegäste, mit dem Hallenbad zusammen zählt die Statistik vom 2. Januar bis 25. Juli rund 76.000 Badegäste – wenn die Zielzahl 160.000 am Jahresende erreicht wird, wären Schmidts Erwartungen erfüllt. Mit der Freiwilligen Feuerwehr, Verkehr, Kitas und sozialen Projekten sprach Schmidt weitere Themenbereiche an. 

    Feuerwehr muss leistungsfähig sein

    Die Freiwilligen Feuerwehren Lampertheim Mitte, Hofheim und Hüttenfeld sind zusammen mit 200 Kräften die größte städtische Abteilung und eine kommunale Pflichtaufgabe, betonte Schmidt. Nachhaltige Investitionen sind im Brandschutz und bei technischen Hilfeleistungen nötig, neuen Gefahrenlagen wie erhöhte Waldbrandgefahr bei Trockenheit und Stromausfällen müsse mit entsprechender Ausrüstung begegnet werden. Je nach Einsatzlage werde statt der schweren Brandschutzkleidung die neu angeschafften leichteren Jacken, Hosen und Helme angezogen. Für die autarke Energieversorgung bei Stromausfall hat die Feuerwehr Lampertheim Mitte ein Notstromaggregat erhalten, in Hüttenfeld und Hofheim stehen bereits kleinere Geräte. Gesamtkosten betragen etwa 100.000 Euro. Eine Drehleiter ist gesetzlich vorgeschrieben, damit die Rettung aus jedem Stockwerk in Lampertheim möglich ist. Auch wenn die neue Drehleiter inklusive Fahrzeug für die Feuerwehr Mitte 1,2 Millionen Euro kostet. „Die müssen wir haben“, sagt Schmidt mit Nachdruck mit Blick auf die Haushaltssperre. Die alte Drehleiter war nach vielen Einsatzjahren kaputt und wurde verkauft, als Zwischenlösung wurde eine gebrauchte angeschafft, die wieder auf den Markt für Feuerwehrautos kommt. Zwei neue Löschgruppenfahrzeuge für 910.000 Euro sind in Auftrag gegeben, das Geld ist im Haushalt 2026 angemeldet. Die Anforderungen für die individuelle Ausstattung haben Stadtverwaltung und die Feuerwehr-Praktiker gemeinsam erarbeitet. In der Freiwilligen Feuerwehr steht das Ehrenamt hoch im Kurs, doch für die umfangreicher gewordenen Aufgaben der Gerätewarte bei allen drei Feuerwehren werden nun zwei bezahlte Gerätewarte mit Qualifikationen nach Anforderungskatalog gesucht. Bei anderen Feuerwehren in der Nachbarschaft sei das schon länger üblich. In Lampertheim Mitte wurde eine neue Schlauchpflegeanlage angeschafft, die im automatischen Betrieb nach jedem Einsatz die Schläuche Wäscht und auf Dichte prüft. Im zweiten Halbjahr werde in den politischen Gremien der Bedarfs- und Entwicklungsplan der Feuerwehr für die kommenden 10 Jahre diskutiert, kündigte Schmidt an. 

    Welches Schild kann weg? Jedes Jahr soll der Schilderwald um fünf Prozent gekappt werden. Schilder mit Schäden werden wie neu durch Recycling – anstatt Einschmelzen.
    Foto: Hannelore Nowacki

     

    Verkehrsschilder mit neuer Folie wiederverwendet

    Aus alt wird neu, das passiert jetzt auch mit den Lampertheimer Verkehrsschildern, die bei Schäden zur Recycling-Firma nach Pfungstadt kommen und dort mit neuer Folie zur Wiederverwendung versehen werden. So werde der ökologische Fußabdruck verbessert. Vorher wurde das Metall eingeschmolzen. Ziel sei zudem die Schilderzahl zu reduzieren, jedes Jahr fünf Prozent weniger. 

    Verkehr, Sicherheit und Wiederbelebung

    Außerdem wies Schmidt auf den neuen Radverkehrsbeauftragten hin, der seine Arbeit aufgenommen hat und auf die VRNnextbike-Mietstation auf Wunsch des Ortsbeirats in Hüttenfeld. Im ÖPNV werden beim neuen Angebot VRNflexline ab 16. August zwei barrierefreie Kleinbusse eingesetzt. Für die neue Sicherheits-Partnerschaft im Viererverbund mit der Bundespolizei, Landespolizei, Ordnungsamt und Deutscher Bahn werde der Vertrag im Herbst unterzeichnet. Dabei geht es um die Verbesserung des Sicherheitsempfindens am Bahnhof. Es gehe um Informationsaustausch und konkrete Maßnahmen. Zwar sei das Sicherheitsgefühl nach der Riedbahnsanierung mehrheitlich besser geworden, wie die Stadt Lampertheim bei einer Fahrgästebefragung herausgefunden hatte, aber es gebe immer etwas zu tun. Bei Herz-Kreislauf-Versagen kommt es auf jede Minute an, schnellstmöglich muss geholfen werden. Für diese pneumonale Reanimation (CPR-Responder), also „pumpen“ und beatmen als erste Notfallmaßnahme und die Defi-Anwendung, wurden alle Mitarbeiter der Stadtpolizei und der Feuerwehr geschult, die diese Aufgabe zusätzlich übernehmen. Laut Schmidt zeige die Statistik, dass in Deutschland immerhin 23 Prozent aller Animationen erfolgreich seien, also Menschenleben gerettet wurden.

    Mehr Kita-Plätze nötig

    Im Überblick, was sich auf dem Gebiet der frühkindlichen Bildung tut, berichtete der Erste Stadtrat von der kürzlichen Einweihung des Anbaus der Kita Europaring und von der neuen Kita-App „Kikom“ für Eltern, die damit alle Infos zeitnahe erhalten. Nach den guten Erfahrungen mit dem Waldkindergarten sprachen sich die Stadtverordneten in der Sitzung vor der Sommerpause einstimmig für eine Bauernhof-Kita aus, die auf dem ehemaligen Charlottenhof an der Wormser Landstraße entstehen soll. 50 Plätze unter städtischer Obhut können auf dem Grundstück Am Graben 37 in Modulbauweise entstehen, was baurechtlich möglich sei. In Hofheim bahne sich eine Lösung an, die Stadtverwaltung arbeite daran. 

    Bei 24 Grad Wassertemperatur laden Schwimmerbecken und Nichtschwimmerbecken bei jedem Wetter zum Baden ein.
    Foto: Hannelore Nowacki

     

    Aktionsplan Inklusion vor Abschluss – Ausbildungspaten

    Der Aktionsplan Inklusion habe viel Sensibilisierungsarbeit geleistet, aber die Förderung durch die Aktion Mensch laufe wie vorgesehen im Jahr 2026 aus, berichtete Erster Stadtrat Schmidt. Wie es weitergehen soll, werde im nächsten Sozialausschuss besprochen, ein Konzept für die Weiterfinanzierung sei nötig, etwa durch privates Geld oder Spenden. Und das bestehende Inklusionsnetzwerk wäre in nachhaltige Strukturen zu überführen. Bei der Aktion „Paten für Ausbildung“ sei der Aufruf erfolgreich gewesen. Sieben Paten haben sich gemeldet, die junge Menschen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz coachen. In den Schulen sind sie bereits  bekannt gemacht. Die ehrenamtlich tätigen Paten kommen aus verschiedenen Berufen, teils sind sie im Ruhestand und wohnen nicht alle in Lampertheim, jeweils nur einen Azubi in spe wird gecoacht. 

    Hannelore Nowacki

     

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