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  • Do., 24. August 2023, 09:16 Uhr
    CDU-SOMMERTOUR: Besuch bei St.-Marien-Krankenhaus zeigt neue Perspektiven auf / Krankenhaus bleibt erhalten

    Was Lauterbachs Krankenhausreform bedeuten könnte

    Geschäftsführer Marcus Cholewa (links) und Klinikleiter Tom Hauck sprachen über die besonderen aktuellen Herausforderungen und mit Blick auf die Krankenhausreform. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Die Krankenhausreform hat viele Schlagzeilen produziert, aber welche Auswirkungen hat das St.-Marien-Krankenhaus zu erwarten, das den kleineren Häusern zuzurechnen ist? Das wollten die Teilnehmer der CDU-Sommertour am Dienstagnachmittag aus erster Hand erfahren. Vor Ort erhielt die Gruppe von Klinikleiter Tom Hauck und Geschäftsführer Marcus Cholewa umfangreiche Auskünfte. Mit einer so großen Gruppe, fast alles Mandatsträger in Verantwortung für Lampertheim, hatten die Gastgeber nicht gerechnet, auch CDU-Fraktionsvorsitzender Alexander Scholl war etwas überrascht. Scholl stellte den Gastgebern die Gruppe vor: Stadtverordnetenvorsteher Franz Korb, Stadtverordnete, Stadträte und Ortsbeiräte, auch der Kreisseniorenbeirat war vertreten. Geschäftsführer Cholewa sagte den Gästen zu Beginn: „Wir sind stolz auf das Krankenhaus“.

    Klinikleiter Hauck, der den Posten im Januar übernommen hat, werde es gut in die Zukunft führen, um die Menschen wohnortnahe zu versorgen. Aber man habe auch zu kämpfen. Was am Ende die Teilnehmer der CDU-Sommertour zuversichtlich in die Zukunft schauen ließ, waren die vielversprechenden Ansätze und bereits bestehenden Angebote, um den Unwägbarkeiten der geplanten Krankenhausreform zu begegnen. Das ist ganz grundsätzlich die bestehende Kooperation mit dem Universitätsklinik Mannheim (UMM), was bei der Regelung und Trennung der ambulanten und stationären Behandlung von Vorteil sein werde, wie Hauck ausführte. Auch stehe das Krankenhaus mit seinen über 200 Mitarbeitern auf vielen Säulen, darunter die Abteilungen für Innere Medizin und Geriatrie.

    Notaufnahme ohne Chirurgie = Strafgebühr

    Neue Perspektiven und gemeinsame Interessen ergaben sich im Laufe der Diskussion beim Thema Kinderbetreuung, eine kommunale Aufgabe. Lokalpolitik und Krankenhausleitung sind interessiert an einem dauerhaften Austausch, wobei Synergien auch in anderen Bereichen in Frage kommen. Infolge der Informationen aus dem Alltag des Krankenhausbetriebs zeigte sich Scholl überrascht, wie die Dinge „von oben herab“ beschlossen würden, wenig mit der Praxis zu tun hätten und oft realitätsfern seien. Tatsächlich kommen bei Lauterbachs bevorstehender Krankenhausreform viele Fragen auf. Aber auch die geschilderten aktuellen Bestimmungen können für Kopfschütteln sorgen. Zum Beispiel beim Thema Notaufnahme, deren Leistungen nach gesetzlicher Definition nur vergütet werden, wenn das Krankenhaus eine Chirurgie vorhalte, erklärte Hauck. Da aber das St.-Marien-Krankenhaus eine Notaufnahme habe, aber keine Chirurgie, werde pro Patient eine Strafgebühr von 60 Euro fällig, was sich im Jahr auf 15.000 Euro summiere. Klar sei, dass kleine Krankenhäuser nicht gewollt seien. Doch werde das Krankenhaus gebraucht, wie die volle Belegung zeige. Hilfe aus der Politik sei nötig.

    Bessere Chancen im Konzernverbund

    Fragen der Mandatsträger drehten sich auch um die Sorge, ob das Krankenhaus erhalten bleiben könne und was die Stadt Lampertheim tun könne. Geschäftsführer Cholewa betonte, dass man hochqualifizierte Medizin anbiete und auch im Servicebereich einiges zu bieten habe wie gutes Essen, Vermittlung von Friseurleistungen und Fußpflege. Als Teil des breit aufgestellten Konzerns Eurofins habe das St.-Marien-Krankenhaus bessere Chancen als Häuser in reinen Krankenhauskonzernen. Stadtverordnetenvorsteher Korb sah nach den Ausführungen eine gute Nachricht für Lampertheim: „Das Krankenhaus bleibt uns erhalten, auch nach der Reform“. Hannelore Nowacki

    St.-Marien-Krankenhaus in Lampertheim. Foto: Hannelore Nowacki

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