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  • Fr., 14. Oktober 2022, 07:09 Uhr
    KOOPERATION: Präventives Theater-Projekt von Stadt Lampertheim und Lessing-Gymnasium 

    Was Mobbing anrichten kann: „Fake oder War doch nur Spaß“  

    Lessing-Gymnasium, Förderverein, Stadt Lampertheim mit der „Partnerschaft für Demokratie“ und die beiden Schauspieler des Ensembles Radiks! aus Berlin wirkten jeweils auf ihre Weise am Theater-Projekt mit. Im Bild (von links): Johannes Steininger, Lena Klöbel, Marius Schmidt, Jérôme Dath, Silke Weimar-Ekdur, Petra Stöckinger und Jennifer Fröhlich. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – In der voll besetzten Aula wurde es ganz still. Denn auf der Bühne war ein spannendes Theaterstück zu sehen, das mehr und mehr unter die Haut ging. Der Titel: „Fake oder War doch nur Spaß“. Bei dem Zwei-Personen-Stück mit den Schauspielern Lena Klöbel und Johannes Steininger vom Ensemble Radiks! aus Berlin ging es zunächst um Szenen aus dem Alltag einer 17-jährigen Schülerin, die in einer Band singt und sich bei einem Casting-Manager vorstellt, der auch den beruflich stark eingespannten Vater spielt. Ihre eifersüchtige, vermeintliche Freundin gönnt ihr eine mögliche Gesangskarriere nicht. Sie wird mit Lügen und Intrigen aus der Band gedrängt, Freund und Freundin befeuern in den sozialen Netzwerken zusätzlich ein folgenreiches Cybermobbing mit Ausgrenzung, weiteren Lügen und Verleumdungen. Ein anderer Freund will ihr helfen und hackt kurzerhand den Computer des Mobbers. Ein Drama entwickelt sich, mit Folgen auch für die Mobber. Zwischen den Szenen Erklärungen der Schauspieler und anschließend eine halbstündige Nachbesprechung, um die Eindrücke zu besprechen. Zur Unterstützung der Vor- und Nachbereitung im Unterricht stellte das Präventiv-Theater umfangreiches Begleitmaterial zur Verfügung. Ein ganzer Vormittag war am Mittwoch für die zehn Klassen der 7. und 8. Jahrgangsstufen mit insgesamt rund 300 Schülern im Alter von etwa 13 bis 14 Jahren für zwei Theatervorführungen reserviert. Schulleiterin Silke Weimar-Ekdur hatte den Schülerinnen und Schülern zu Beginn erklärt, dass diese Theateraufführung alle angehe, es gehe um Schaden, den Mobbing anrichten kann. Das Theaterensemble sei sehr bekannt und renommiert, bezahlt von der Stadt Lampertheim. Der Förderverein habe die Sache, wie immer in vertraglichen Dingen, unterstützt. Dafür gab es den ersten Applaus.    

    Der Casting-Manager ist skeptisch, was Leas gesangliche Leistung angeht, gibt ihr aber dennoch eine Zusage. Lea weiß noch nicht, was ihre vermeintlichen Freunde vorhaben. Foto: Hannelore Nowacki


     „Partnerschaft für Demokratie“ unterstützte mit Geld

    Vor der Theateraufführung hatte Schulleiterin Weimar-Ekdur den Ersten Stadtrat Marius Schmidt und Jennifer Fröhlich sowie als Vertreterin des Fördervereins Petra Stöckinger zum Pressetermin eingeladen, um das Projekt zu erläutern. Denn die Vorgeschichte reicht bis Anfang 2022 zurück – die Stadt Lampertheim hatte sich für das Bundesprogramm „Demokratie leben“ beworben und war aufgenommen worden. Mit etwa 138.000 Euro jährlich kann die Stadt Lampertheim mit ihrer „Partnerschaft für Demokratie“ das zivilgesellschaftliche Engagement von Einzelpersonen, Vereinen und nichtstaatlichen Organisationen fördern. Schmidt gehört von Amts wegen dem Begleitausschuss an, Jennifer Fröhlich vom Fachbereich 40 Ehrenamt und Vereine ist mit Susanne Kolb vom Diakonischen Werk Ansprechpartnerin und Koordinatorin. Den Impuls für diese präventive Theatervorführung habe Petra Stöckinger in die Schule getragen und für den Förderverein die vertragliche Regelung mit der Stadt übernommen, da Gelder nicht direkt an Schulen ausgezahlt werden, erklärte Weimar-Ekdur. Der Stadt Lampertheim bescheinigte sie den Aufbau einer tollen Bindung zur Schule, was Schmidt noch mit dem Hinweis auf den zukünftigen Standort der Musikschule auf dem Campus bekräftigte. Der stellvertretende Schulleiter Jérôme Dath sah auch den Vorteil, im LGL mit 300 Zuschauern von insgesamt fast 1.200 Schülern eine große Gruppe erreichen zu können, betonte jedoch, dass es zum Thema Mobbing und Cybermobbing keinen bekannten oder konkreten Anlass in der Schule gebe, es gehe um Prävention, um die Sensibilisierung für das Thema und Medienkompetenz. Daher war auch die von Stephanie Ulber geleitete AG „Digitale Helden“ eingeladen. Die Koordination hatte Fachbereichsleiterin Monika Hebbeker übernommen. Wie der Erste Stadtrat Schmidt berichtete, habe sich auch das Litauische Gymnasium für das Theater-Projekt entschieden, jedoch ein anderes Stück gewählt.  Hannelore Nowacki

     

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