Fr., 14.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Di., 04. August 2026, 11:20 Uhr
    FREIBAD DER BIEDENSANDBÄDER: Bürgermeister Scholl und Erster Stadtrat Nickel informieren über aktuelle Lage / Probleme mit Technik, Nilgänsen und Nutrias

    Wasserqualität und Badewetter gut – Nichtschwimmerbecken zurzeit gesperrt

    Bürgermeister Alexander Scholl (links) und Stefan Nickel, ehrenamtlicher Erster Stadtrat und neuer Geschäftsführer der Biedensandbäder, erklärten die aktuelle Lage Stellung und was für das Badevergnügen getan wird.
    Foto: Hannelore Nowacki

    LAMPERTHEIM – Überraschung in der Morgenstunde am 1. August – das Wasser im Nichtschwimmerbecken ist grünlich trübe – die Gründe sind noch unklar. Seitdem sperrt ein rotweißes Flatterband den Bereich um das Nichtschwimmerbecken ab. Den Badegästen stehen aber das Schwimmerbecken und der Naturbadesee der Biedensandbäder zur Verfügung. Aber auch das neue Schwimmerbecken aus Edelstahl, das am 4. Juni 2025 feierlich eingeweiht wurde, zeigt in dieser Freibadsaison ein ungewohntes Bild – das strahlende Blau des klaren Wassers wechselt mit ebenso leuchtendem Grün, das Algen auf dem Beckenboden verursachen. Allerdings habe das keine Auswirkung auf die Wasserqualität, was die regelmäßigen Proben ergeben und vom Gesundheitsamt bestätigt wird. Diese und weitere Informationen zur aktuellen Lage gaben Bürgermeister Alexander Scholl (CDU) und der Erste Stadtrat und neuer Geschäftsführer der Biedensandbäder Stefan Nickel (Bündnis 90/Die Grünen) am Montagnachmittag bei einem Pressegespräch vor Ort. Im Schwimmerbecken tummelten sich währenddessen die Badegäste, im Schatten der Bäume waren die Liegedecken ausgebreitet. Auch im Badesee waren einige Köpfe zu erkennen. Die Stadtverwaltung wolle „transparent über die aktuelle Situation informieren, betonte Bürgermeister Scholl, der sich ausdrücklich bei den Bürgern und Badegästen für die aktuellen Zustände entschuldigte. Ein Trost für Eltern mit Kindern für die Zeit bis das Nichtschwimmerbecken wieder genutzt werden kann: Ausnahmsweise dürfen Kinder auch mit Schwimmflügeln gemeinsam mit ihren Eltern ins Schwimmerbecken, die ihre Kinder jedoch immer im Blick haben müssen. Zusätzlich sei das Aufsichtspersonal verstärkt worden. Dem Bäderpersonal dankte Scholl besonders angesichts der aufgetretenen Herausforderungen. Stefan Nickel als neuer Geschäftsführer habe die Aufgabe, die Biedensandbäder wieder in die Verwaltung als Fachdienst in den Technischen Betriebsdiensten zurückzuführen und die technischen Möglichkeiten abzuklären. Die Übergabe der Geschäftsführung erfolge mit seiner Amtsvorgängerin Ariane Kohl in enger Abstimmung. Im Aufsichtsrat werde über die Reduzierung der Eintrittsgelder gesprochen, solange das Nichtschwimmerbecken nicht genutzt werden kann, stellte Nickel den betreffenden Badegästen mit Dauerkarten in Aussicht. Die Wartungsarbeiten im Hallenbad werden laut Nickel  voraussichtlich bis 16. September andauern, ein Parallelbetrieb von Freibad und Hallenbad werde daher nicht möglich sein. 

    Das Schwimmerbecken verlockte am Montag mit 26 Grad Wassertemperatur zur angenehmen Abkühlung bei sommerlicher Heißluft von nahezu vierzig Grad im Schatten. Klares Wasser von guter Qualität bis auf den Grund, der teilweise mit grünen Algen bewachsen ist.
    Foto: Hannelore Nowacki

     

    Technisches und tierisches Problem 

    In die Jahre gekommen sei die Technik und bei den Sanierungsarbeiten nicht so bewertet worden wie notwendig, erklärte Bürgermeister Scholl das Problem mit dem neuen Edelstahl-Schwimmerbecken, das im Juni vergangenen Jahres eingeweiht wurde. Ursache für den grünen Algenbelag an unterschiedlichen Stellen seien die Strömungsverhältnisse im Becken, die erst in dieser vollständigen Badesaison aufgetreten seien. In Bereichen mit schwächerer Strömung treten die Algen vermehrt auf, an anderen Stellen sind keine Algen. Vielleicht optisch störend, aber ohne Einfluss auf die Gesundheit, wie die Wasserproben zeigen. Scholl kündigt an, dass aktuell keine Reinigungsaktion geplant sei - um Schäden am Edelstahl zu vermeiden soll die Reinigung bei leerem Becken nach der Badesaison erfolgen. Fachfirmen werden die Technik bewerten, kurz- und längerfristige Maßnahmen vorschlagen. „Damit wir die Kinderkrankheiten auch noch gelöst bekommen“, zeigt sich Scholl zuversichtlich, nachdem in den letzten beiden Jahren 2,5 Millionen Euro in die Biedensandbäder investiert worden seien.

    Zurzeit kein Badespaß im Nichtschwimmerbecken, seit am 1. August eine grünliche Trübung festgestellt wurde. Ergebnisse der Wasserproben am Montag liegen noch nicht vor.
    Foto: Hannelore Nowacki

     

    Mit Blick auf den städtischen Haushalt sei dies sinnvoll. Mit den politischen Gremien gelte es gemeinsam zu entscheiden, welche Investitionen kurz- und mittelfristig notwendig sind, um zukünftig einen zuverlässigen Betrieb der Bäder zu gewährleisten, erklärte Geschäftsführer Nickel. Nicht allein die veraltete Technik macht dem Bäderpersonal zu schaffen, auch die gewachsene Zahl der tierischen Mitbewohner der Biedensandbäder mit ihren Hinterlassenschaften verursacht Mehrarbeit. Die Nilgänse und die nachtaktiven Nutrias hätten mittlerweile das gesamte Gelände für sich entdeckt, berichtet Scholl, wobei die Nutrias Höhlen graben und verdächtigt werden, mit ihren scharfen Nagerzähnen Kabel an den Reinigungsrobotern im Schwimmerbecken durchgebissen zu haben. Die tolle Lage der Biedensandbäder ist auch für die Tierwelt attraktiv, Scholl nennt die unmittelbare Nähe zum Naturschutzgebiet und die Felder in der Nachbarschaft. „Es geht so nicht weiter“, sagt Scholl. Nachdem alle Maßnahmen zur Vergrämung keinen dauerhaften Erfolg gebracht hätten, stehe die Verwaltung mit den Behörden in Kontakt. Dass im Naturbadesee Zerkarien zuhause sind, kann sich kurzfristig durch Hautreaktionen wie Juckreiz bemerkbar machen, wie einige Badegäste erfahren haben. Da die kleinen Saugwürmerlarven dem Menschen nicht gefährlich werden können, vielmehr Wasservögel als Wirt suchen, bekräftigte Bürgermeister Scholl die Entwarnung des Gesundheitsamtes. Dem Badesee werde eine ausgezeichnete Wasserqualität bescheinigt. Der Sauerstoffgehalt werde regelmäßig gemessen. 

    Hannelore Nowacki

     

    Beitrag aus der Rubrik

    » Lampertheim und Stadtteile
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige TicketshopAnzeige 3 Anzeige - 1