
LAMPERTHEIM – Gute Zeiten und schlechte Zeiten gibt es, jetzt bestimmen Krisen das wirtschaftliche Geschehen auch in Lampertheim. „Ein weiteres Krisenjahr liegt hinter uns“, mit diesen Worten leitete Jens Klingler vom Vorstand der Baugenossenschaft Lampertheim (BGLA) den Geschäftsbericht für das Jahr 2023 ein. Klinger geht davon aus, dass noch weitere Krisen kommen. Immer höher seien auch die Baukosten gestiegen, hohe Auflagen seien zusätzliche Kostentreiber bei Neubauten. Nach vielen Jahren des Zuwachses an neuem Wohnraum muss die Baugenossenschaft Lampertheim (BGLA) nun kürzer treten und konzentriert sich wegen der immensen Kostensteigerungen beim Wohnungsneubau zukünftig auf Modernisierung und Sanierung im Bestand. Genau 808 Wohnungen waren Ende letzten Jahres im Bestand, davon neun Wohnungen Baujahr 1949. Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung am Dienstagabend im Gasthaus „Zur Krone“ ging es aber auch um die erzielten Erfolge mit der Fertigstellung von 128 neuen Wohnungen für etwa 330 Menschen in den letzten fünf Jahren, darunter das Neubauprojekt in der Daimlerstraße mit 18 Wohnungen, die im Sommer bezogen wurden, und die 17 öffentlich geförderten Wohnungen im Weinheimer Weg - alles mit den üblichen Umweltstandards der BGLA wie Dachbegrünung, Balkonkraftwerke und das moderne Unterflursystem für die Müllentsorgung sowie insektenfreundliche Außenanlagen. Auf absehbare Zeit werden dies die letzten neuen Wohnungen sein, machte Klingler deutlich, denn die bislang sehr günstige Durchschnittsmiete von 6,01 Euro pro Quadratmeter Stand Dezember 2023 lasse sich aus Kostengründen nicht mehr halten, zwei Mieterhöhungen wurden nötig. Gestiegene Baukosten und die Zinsbelastung würden zu einer Miete von 10 Euro pro Quadratmeter führen. Klingler wies darauf hin, dass bereits in vier Gebäuden der Daimlerstraße alle Hausanschlüsse und die Außenanlagen erneuert wurden sowie neue PKW-Stellplätze geschaffen werden. Alles enthalten im Budget von 2 Millionen Euro für Instandhaltung, Sanierung und Modernisierung.
Drei Prozent Dividende für die Mitglieder
Aus dem Zahlenwerk des Vorstandsberichts ergeben sich geordnete wirtschaftliche Verhältnisse der Baugenossenschaft mit einem Jahresüberschuss von rund 307.000 Euro und einer stets gegebenen Liquidität. Das Gesamtvermögen ist gegenüber dem Vorjahr auf rund 58 Millionen Euro angewachsen. 15 neue Mitglieder schlossen sich der Baugenossenschaft an. Am 19. November wird die von der Mitgliederversammlung einstimmig beschlossene Drei-Prozent-Dividende mit einer Gesamtsumme von 94.000 Euro an die Mitglieder ausgezahlt. Eine weitere positive Nachricht für die Mieter teilte Klingler mit: Durch einen neuen Vertrag für die Energieversorgung werden die Nebenkosten wieder sinken. Der kurze Bericht des Aufsichtsratsvorsitzenden Walter Konrad folgte. Die Jahresabschlüsse des Vorstandes von 2022 und 2023 wurden vom Verband der südwestdeutschen Wohnungswirtschaft geprüft und der Geschäftsführung die Ordnungsmäßigkeit bescheinigt. Auch der Aufsichtsrat war seinen Aufgaben ordnungsgemäß nachgekommen. Vorstand und Aufsichtsrat wurden von der Mitgliederversammlung einstimmig entlastet.
Aufsichtsräte einstimmig wiedergewählt
Walter Konrad und Thomas Klauer stellten sich nach Ablauf ihrer Amtszeit satzungsgemäß der Wiederwahl für den Aufsichtsrat. Einstimmig wurden sie für weitere drei Jahre gewählt. Aufsichtsratsvorsitzender Walter Konrad hatte zu Beginn der Mitgliederversammlung die satzungsgemäße Beschlussfähigkeit unabhängig von der Zahl der anwesenden Mitglieder festgestellt. Anders als in den Vorjahren war der Saal nicht voll, doch konnte Konrad mehrere ehemalige Vorstände und Aufsichtsratsmitglieder begrüßen. Die Mitgliederzahl ist gegenüber 2022 wieder gestiegen. Die 1.154 Mitglieder zum Stichtag 31. Dezember 2023 haben 12.231 Anteile gezeichnet. In den letzten Monaten sind 18 Mitglieder verstorben, deren Namen Konrad vortrug, im Anschluss erhoben sich die Mitglieder zu einer Schweigeminute. Der Abend ging mit dem gemeinsamen Essen zum geselligen Teil über.
Hannelore Nowacki
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