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  • Di., 22. September 2020, 08:59 Uhr
    FREIWILLIGENTAG: Großeinsatz im AZ-Vogelpark / Stadt bedankt sich bei den Helferinnen und Helfern aller Projekte

    Weintrauben ernten, im Faulschlamm wühlen, jäten, malen und ausmisten

    Alle zwei Jahre beteiligt sich Lampertheim mit vielen Helfern am Freiwilligentag der Metropolregion Rhein-Neckar, diesmal bei 31 Projekten.  Als Dankeschön erhielt jeder  Helfer von der Stadt Lampertheim einen Thermobecher geschenkt. Im Bild: Bürgermeister Gottfried Störmer (rechts) mit dem Ersten Vereinsvorsitzenden des AZ-Vogelparks Stephan Germann. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM –  Das Aufgabenspektrum beim Freiwilligentag 2020 im AZ-Vogelpark war breit gestreut. Einige der etwa 35 Helfer machten sich über das Unkraut her, das sich überall auf dem Gelände wohl fühlt, andere griffen zum Pinsel und gaben den Holzhäusern einen ansprechenden Anstrich. Eine der schönsten Aufgaben schien die Weinernte, der sich Florian Hoppner widmete. Grüne und blaue Trauben verliehen der Pergola romantisches Flair, nun lagen sie malerisch auf dem Tisch. „Die schmecken“ lautete die Empfehlung zum Zugreifen. Sein siebenjähriger Sohn Lukas hatte währenddessen zusammen mit dem neunjährigen Moritz Gogolok, dessen Mutter Sandra die Zweite Vorsitzende ist, Spaß bei den Ziegen. Aber die beiden haben auch kräftig angepackt, erzählte der Erste Vorsitzende Stephan Germann im Gespräch mit dem TIP, zum Beispiel beim Strohwegschaffen und Stallausmisten. Das schwarze Schwanenpaar, das früher majestätisch auf dem Teich seine Runden drehte und am Ufer zu ruhen pflegte, wird noch eine Weile warten müssen, bis das Wasserparadies wieder bezugsfertig ist. Bis dahin teilt es sich den kleineren Teich mit anderen Bewohnern. Der große Teich hatte ein Leck, deshalb machte sich am Samstag ein unerschrockenes Team an die Arbeit. Nachdem das Wasser abgelassen war, blieb eine Menge Faulschlamm übrig, geschätzte 1,5 Tonnen lagen bereits gegen Mittag als schwarze glänzende Masse auf dem Rasen. Schubkarre um Schubkarre wurde der Schlamm weggekarrt. Zusammen mit Mist verwandelt sich der Schlamm später in wertvollen Dünger, erklärte der Erste Vorsitzende beim Rundgang. Um die Löcher in der Teichfolie zu finden, musste noch der letzte Rest Sand weggekehrt werden. Der AZ-Vogelpark wird herausgeputzt, auch wenn auf absehbare Zeit diese tierische Lampertheimer Attraktion nicht der Öffentlichkeit zugänglich sein wird – es fehlt an der Betriebserlaubnis für die öffentliche Präsentation. Durch die Corona-Krise haben keine Schulungen für den Sachkundenachweis zur Tierhaltung stattfinden können, berichtete der Vorsitzende, doch ein größeres Problem seien die gesetzlichen Anforderungen an eine Quarantäne- und Krankenstation für Vögel, die eine umfassende Sanierung des Altbaus erfordern, angefangen von den Strom- und Wasserleitungen, Heizung, bis zu neuen Fenstern und Dach mit Kosten von nicht weniger als 50.000 Euro. Dazu komme, dass viel Eternit, sprich Asbest, verbaut worden sei. Das Geld sei nicht vorhanden, deshalb laufe aktuell ein Crowdfunding bei der Volksbank. Mitglieder und ständige Helfer seien höchst willkommen, betonte Stephan Germann, mit nur 10 Euro im Jahr könne man Mitglied werden. Wer mithelfen möchte, könne gerne samstags zwischen 9 und 12 Uhr vorbeischauen. Alle 31 Lampertheimer Projekte zum Freiwilligentag bekamen Besuch von der Verwaltung, Bürgermeister Gottfried Störmer und Erster Stadtrat Jens Klingler teilten sich die Aufgabe. Beim AZ-Vogelpark war der Bürgermeister  mit Fachbereichsleiter Dirk Eichenauer zu Gast, zuständig für Ehrenamt und Vereine, im Gepäck Kartons mit Thermobechern als Dankeschön für alle Helfer, umweltfreundlich für heiße und kalte Getränke verwendbar und mit der Anregung „Probier mal Ehrenamt“ bedruckt. „Ich bin begeistert wie groß die Hilfsbereitschaft ist“, sagte Störmer dem TIP, „bei fast allen Projekten waren mehr Leute als ursprünglich angemeldet“. Hannelore Nowacki

    Bei den Ziegen gab es viel tun, das machte Lukas und Moritz Spaß. Foto: Hannelore Nowacki

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