Mi., 19.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Di., 01. Oktober 2019, 09:56 Uhr
    Sonderausstellung „Das Rheinufer des Kreises Bergstraße“ im Burg-Stein-Museum eröffnet/ Günter Mössinger kritisiert Sperrung der Neuen Natostraße

    Wem gehört das Rheinufer?

    Günter Mössinger, Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte Nordheim und Bürgermeister Felix Kusicka bei der Eröffnung der Ausstellung „Das Rheinufer des Kreises Bergstraße“. Foto: Petra Gahabka


     

    NORDHEIM – Aufgrund der überraschenden Sperrung der Neuen Natostraße hat der Verein für Heimatgeschichte Nordheim die Schau zu den Königshöfen verschoben und präsentiert im Burg-Stein-Museum stattdessen die Sonderausstellung „Das Rheinufer des Kreises Bergstraße“, die die Bedeutsamkeit des Flusses dokumentiert. Bei der Eröffnung am Sonntag kritisierte der Vereinsvorsitzende Günter Mössinger das Durchfahrtsverbot heftig. Die Ausstellung, die bis zum 17. November besucht werden kann, zeigt die Veränderungen des knapp 23 Kilometer langen Rheinufers im Kreis Bergstraße mit einer vergleichbaren Betrachtung der nachbarschaftlichen Uferabschnitte, unter dem Aspekt der Naherholung, Besucherfreundlichkeit und der daran liegenden Denkmäler. „Bis etwa 1960 war die Welt noch in Ordnung, da konnte man mit dem Pkw bis ans Rheinufer fahren“, befand Mössinger. Umso ärgerlicher, dass von den beiden Natostraßen in Nordheim jüngst eine für Kraftfahrzeuge ganzjährig gesperrt wurde, obwohl deren Wendehammer laut dem Vereinschef schon seit zig Jahren als Parkfläche für Besucher der Burg Stein ausgewiesen ist. „Das hat uns als Heimatkundler getroffen.“ Dazu komme, dass von den um 1970 geschaffenen neun Naturpark-Bergstraße-Parkplätzen nur noch vier vorhanden seien und der Wegfall des Campingplatzes bei Rosengarten und die rigorose Sperrung seiner Rheinzufahrt zu einem erhöhten Besucherandrang auf die Natostraßen vor Ort geführt hätten. Vor wenigen Jahrzehnten habe es entlang des Bergsträßer Rheinufers sieben Gaststätten gegeben, so Mössinger, heute seien es nur noch zwei. Und auch mit Ruhebänken sehe es auf den 23 Kilometern schlecht aus. Ein Konzept zur Aufwertung des Rheinufers müsse her, heißt: mehr Besucherfreundlichkeit, bessere Anfahrtsmöglichkeiten für mobil Eingeschränkte, Rastplätze, Picknickwiesen, ein verbesserter Schutz der Denkmäler und des über 100 Jahre alten Uferverbaus. Die wirtschaftliche Bedeutung sei nicht zu unterschätzen, und fremde Besucher seien nicht grundsätzlich schlecht, sondern auch Konsumenten. Der Vorsitzende erinnerte an die Abschaffung der Adelsrechte 1918, mit der das hessische Rheinufer in den Besitz der Bevölkerung übergegangen sei. „Es gehört eigentlich uns allen“, sprach er sich infolgedessen für eine Beteiligung der Bürger an den Belangen des Rheinufers aus und forderte in diesem Sinne die Aufhebung der besagten Straßensperrung.

    Die Freizeitnutzung war nicht mehr beherrschbar“, verteidigte Bürgermeister Felix Kusicka in seinem Grußwort die Maßnahme. Das Wildcampen habe durch die sozialen Medien überhandgenommen, Abfall und der Inhalt chemischer Toiletten seien in der Natur entsorgt, Personen angegangen worden. Da die Sicherheit und Ordnung gefährdet gewesen sei, sei eine Sperrung die einzige Möglichkeit gewesen, die Situation in den Griff zu bekommen. Auf die Zusage des Rathauschefs, dass es im Frühjahr wieder einen geregelten Zugang zum Rheinufer geben werde, entgegnete Günter Mössinger: „Wir nehmen Sie beim Wort.“ Petra Gahabka

    Öffnungszeiten:

    Die Ausstellung im Nordheimer Burg-Stein-Museum, Rathausstraße 1, ist bis 17. November an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

    Beitrag aus der Rubrik

    » Biblis und Ortsteile
    » Lokal
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige TicketshopAnzeige 3 Anzeige - 1