Kreiskrankenhaus Bergstraße rückt bei Veranstaltung zu den Herzwochen Herzrhythmusstörungen in den Fokus / Vorträge am 8. November
Wenn das Herz aus dem Takt gerät
Der Schrittmacher und das Herz: Oberarzt Dr. Christian Langer (l.) und der Chefarzt der Kardiologie am Kreiskrankenhaus Bergstraße, PD Dr. Wolfgang Auch-Schwelk, präsentieren im Katheterlabor einen Herzschrittmacher und ein Herzmodell. Das kleine Gerät, das Patienten implantiert wird, kann bei Herzrhythmusstörungen Leben retten. Foto: Thomas J. Zelinger
KREIS BERGSTRASSE - Der Herzschlag steht für Leben, zumal wenn er gleichmäßig ist. Was aber, wenn das Herz aus dem Takt gerät, wenn es plötzlich viel zu schnell oder zu langsam schlägt? Herzrhythmusstörungen können für sich genommen eine Krankheit sein. Zumeist aber sind sie Symptome einer anderen Herzerkrankung oder Krankheit. Das Kreiskrankenhaus Bergstraße in Heppenheim beteiligt sich mit einer Vortragsveranstaltung an den Herzwochen der Deutschen Herzstiftung. Diese rücken unter der Überschrift "Aus dem Takt" das Thema Herzrhythmusstörrungen in das Blickfeld einer großen Öffentlichkeit. Termin der Veranstaltung in Heppenheim ist Samstag, 8. November. Im Unterschied zu früheren Herzwochen beginnt die Reihe der Vorträge in der Cafeteria des Krankenhauses diesmal zwei Stunden früher um 10 Uhr. Ende ist gegen 14 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei.
Kardiologen aus dem Kreiskrankenhaus und dem Universitätsklinikum Heidelberg, zu dem die Heppenheimer Einrichtung gehört, skizzieren in mehreren Vorträgen unterschiedliche Aspekte der Herzrhythmus-störungen. Dabei geht es unter anderem um Ursachen wie um Gefahren. Zudem stellt die kardiologische Fachabteilung des Heppenheimer Hauses Neuerungen in ihrem Leistungsspektrum dar. Auch gibt es die Möglichkeit, das neugebaute und im Sommer in Betrieb genommene Katheterlabor zu besichtigen. Diesem kommt unter anderem in der Diagnose und Therapie von Herzinfarkten besondere Bedeutung als zentrale Adresse in der Region zu. Die computerunterstützte Techno-logie steht für eine hoch moderne Medizin, wie sie am Kreiskranken-haus betrieben wird.
Die Kardiologie am Kreiskrankenhaus Bergstraße ist breit aufgestellt und wichtiger Teil des Notfallstandorts. Zur Reihe der Spezialitäten gehört die Therapie von Herzrhythmusstörungen. Deutschlandweit werden jährlich rund 400.000 Menschen mit entsprechenden Symptomen in Krankenhäusern untersucht. Treten Rhythmusstörungen des Herzmuskels auf, "sind Menschen zu Recht besorgt", sagt PD Dr. Wolfgang Auch-Schwelk, Chefarzt der Kardiologie am Kreiskrankenhaus. Die Störungen können durchaus ernsthaft bis hin zu lebensbedrohlich sein. Wichtig ist, bei einem Facharzt vorstellig zu werden. Denn nur ein Kardiologe kann sagen, ob es sich um ein harmloses Stolpern im ansonsten gleichmäßigen Herzschlag handelt oder um Zeichen einer Erkrankung. Herzrhythmusstörungen können beispielsweise Symptome eines Herzinfarkts oder eines Herzklappenfehlers sein oder auch ihre Ursache in einem Diabetes oder einer Schilddrüsenerkrankung haben.
Professor Dr. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, sagt: „Die beste Strategie gegen Herzrhythmusstörungen ist die Ausschaltung von Faktoren, die Herzrhythmusstörungen begünstigen und die Behandlung der Grundkrankheit, die die Herzrhythmusstörung verursacht." Dr. Auch-Schwelk betont: „Die Therapie kennt sehr unterschiedliche Ansätze, abhängig von der Ursache." Medikamentöse Behandlungen sind ebenso denkbar wie das Implantieren eins Herzschrittmachers oder eines Defibrillators. Beide Geräte können Patienten im Ernstfall helfen, das Herz wieder in seinen gleichmäßigen Takt zu bringen. In der Mehrzahl der Fälle sind operative Eingriffe zum Einsetzen der inzwischen sehr kleinen und technisch hoch entwickelten Apparate ohne Schwierigkeiten vorzunehmen. Auch das wird Thema bei den Vorträgen am Kreiskrankenaus sein. zg