
LAMPERTHEIM – Die Pumpen laufen. Tausende Liter Wasser des Lampertheimer Altrheins werden Minute für Minute bewegt, verwirbelt und wieder in den Altrhein zurückgeführt: Die anhaltende Trockenheit hat auch im Lampertheimer Altrhein deutliche Spuren hinterlassen. Niedrige Wasserstände und hohe Temperaturen setzen dem Gewässer zu – mit dramatischen Folgen für seine Bewohner. Das Wasser ist vielerorts so sauerstoffarm geworden, dass Fische verenden. Seit Mittwoch ist deshalb auch das Technische Hilfswerk Lampertheim im Einsatz.
Nach einer Anforderung durch das Regierungspräsidium Darmstadt rückten die Einsatzkräfte aus Lampertheim am Mittwochnachmittag aus. Der Auftrag: mit leistungsfähiger Pumpentechnik Wasser in Bewegung bringen und dadurch möglichst viel Sauerstoff in das Gewässer eintragen. Dabei kommt unter anderem die Böger-Pumpe des THW zum Einsatz. Mit einer Förderleistung von 5000 Litern Wasser pro Minute bewegt sie enorme Wassermengen. Ergänzt wird sie durch mehrere Tauchpumpen. Als schwimmender Auftrieb für die Pumpen dient ein Jet-Float-System, beigesteuert durch das THW Heppenheim. Was technisch nüchtern klingt, hat vor Ort einen sehr konkreten Hintergrund: Es geht darum, einem angeschlagenen Ökosystem Zeit zu verschaffen und möglichst viele Tiere zu retten.
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Wie ernst die Lage ist, wurde für die Einsatzkräfte unmittelbar sichtbar. Zahlreiche Fische hatten den Sauerstoffmangel bereits nicht überlebt. Neben dem Aufbau und dem Betrieb der Pumpen gehörte deshalb auch eine weniger alltägliche und bedrückende Aufgabe zum Einsatz: Gemeinsam wurden die verendeten Fische aus dem Wasser und vom Ufer geborgen. Gerade diese Arbeit macht deutlich, dass ein solcher Einsatz mehr ist als Pumpen, Schläuche und technische Daten. Wo das THW normalerweise bei Hochwasser gegen zu viel Wasser kämpft, geht es diesmal darum, einem Gewässer zu helfen, das unter Hitze, Trockenheit und fehlendem Sauerstoff leidet. Für die Helferinnen und Helfer bleibt deshalb vorerst eines: Technik betreiben, die Lage beobachten und dort unterstützen, wo Hilfe gebraucht wird.
Immer wieder bleiben Passanten stehen und fragen, ob ein solcher Einsatz nicht anstrengend sei. „Dafür sind wir da“, sagt Helfer und Ortsjugendbeauftragter Leon Trapp auf die Fragen der Passanten. Ein einfacher Satz, der ziemlich gut zusammenfasst, worum es an diesem Tag geht: um einen Einsatz für den Altrhein und für das Leben darin. zg
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