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  • Mo., 26. Juli 2021, 09:24 Uhr
    KLAZZIXX: Ensemble präsentierte Mercedes Sosa

    ‚‚Wenn der Sänger schweigt, schweigt das Leben”

    KLAZZIXX präsentierte eine Hommage an Mercedes Sosa. Foto: ehr


    HÜTTENFELD/NEUSCHLOSS – Die evangelische Kirchengemeinde Hüttenfeld/Neuschloß hatte vor zwei Wochen  in der Gustav-Adolf-Kirche das erste Konzert in ihrer neuen kulturellen Konzertreihe unter dem Motto  „Klassik Zwische Bergstroß un Rhoi“ präsentiert. Nun folgte in der Kapelle am Waldfriedhof mit dem Ensemble KLAZZIXX bereits das zweite Event, das wiederum von Petra Fluhr promoted wurde.

    „KLAZZIXX präsentierte „Libertad“ - Lieder von Mercedes Sosa” lautete der Titel der Veranstaltung. Mercedes Sosa, die unermüdliche Kämpferin gegen politische und soziale Ungerechtigkeit in Lateinamerika, die Stimme Argentiniens und des Canto nuevo (der südamerikanischen neuen Folklore), die Ikone des Widerstands, darf nicht in Vergessenheit geraten. Nicht nur in den Jahren ihres Exils sang sie für den Frieden und gegen Diktaturen und wurde dafür von „ihrem Volk“ verehrt. Bei ihrer Rückkehr in die Heimat wurde sie in ihrem ersten Konzert in Buenos Aires von 60.000 Menschen mit einem Meer von Nelken empfangen.

    Lieder wie „Gracias a la vida“ oder „Como la cigarra“ haben sie unsterblich gemacht. KLAZZIXX erinnerte mit dem Konzert an das Leben und Wirken der 2009 verstorbenen argentinischen Künstlerin in Klang, Wort und Bild. Schließlich hat das Ensemble die argentinische Liedermacherin noch life miterlebt.

    Sängerin Petra Fluhr ist im „echten Leben“ Oboistin bei der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, hat nebenbei bei Elisabeth Seidl, Oliver May und Elsbeth Reuter Gesang studiert und das Ensemble KLAZZIXX vor vier Jahren gegründet. Isabell Weimer, Flöte, und Roland Weimer, Percussion, sind im Raum Kaiserslautern musikalisch tätig und Gründungsmitglieder. Auch Reimund Popp, Gitarre, ist ein gefragter Solist und trat dem Ensemble eigens für das Sosa-Projekt bei. Er ist in Lampertheim als Musiklehrer am Lessinggymnasium bekannt. Ergänzt wurde das Ensemble mit Gernot Blume an Harfe und Laute.         

    Mit der Hommage an Mercedes Sosa ist KLAZZIXX seit über einem Jahr deutschlandweit auf Torunee, und die Konzerte hinterlassen beim Publikum ein leichtes Erstaunen, nicht nur weil Petra Fluhr offensichtlich optisch sondern auch stimmlich eine gewisse Ähnlichkeit mit der Argentinierin aufweist. Das stellte Fluhr gleich beim  ersten Song (Todavia cantamos) unter Beweis, mit dem auch Sosa alle ihre Konzerte eröffnete. Bei den Lieder Sosas ist viel Sentimentalität gefragt, mitunter Kraft und Energie. Geht es in den meisten Liedern neben Liebe und Romantik auch um Aufstand und Widerspruch.

    Es folgten natürlich die Klassiker von Violeta Parra „Gracias a la Vida“ (Dank an das Leben) und „como la cigarra“ (wie die Zikade), die spürbar unter die Haut gingen. „Si se calle el cantor“ hätte auch das Motto des Abends sein können – „Wenn der Sänger schweigt, schweigt das Leben, weil das Leben einem Lied gleicht“.

    Spielerische Elemente hatte „Volver a los diecisiete“ (zurück zu siebzehn), Sehnsucht zur Jugendzeit kam darin zum Ausdruck. Isabell (Flöte) und Roland Weimer (Percussion) fügten sich gefühlvoll in die Thematik ein. Zusammen mit dem Gitarristen Reimund Popp und Gernot Blume (Harfe und Laute) bildete das Ensemble eine spürbare Einheit, was einerseits auf die jahrelange Zusammenarbeit schließen lässt, aber auch darauf, dass  die Musiker absolut eins wurden mit der Musik Sosas.

    Popp und Blume traten mit ihren Instrumenten auch solistisch in Erscheinung. Ersterer mit einem mit Spannung geladenen zeitgenössischem Stück, während Blume mit „Southern Sun“ eine Eigenkomposition an der Harfe präsentierte. Petra Fluhr griff dann einmal zu ihrem Spezialinstrument, der Oboe, und verzauberte zusammen mit Isabel Weimer (Flöte) mit einer Anden-Meditation.

    Begleitet wurden die Stücke mit bewegenden Bildern und Texten über das Leben Mercedes Sosas. Beim Publikum kam das reichhaltige Programm authentisch an und sorgte für lang anhaltenden Applaus. Ohne Zugabe durften die Künstler die gut besuchte Kapelle nicht verlassen. ehr
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