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  • So., 13. November 2016, 20:23 Uhr
    Gedenken an Opfer von Gewalt und Krieg am Ehrenmal auf dem alten Friedhof in Biblis / Bürgermeister Kusicka legte Kranz nieder

    „Wenn die Vergangenheit nicht bewusst ist, droht eine neue Katastrophe“

    Anlässlich des Volkstrauertages fand Bürgermeister Felix Kusicka klare und mahnende Worte wider das Vergessen. Foto: Benjamin Kloos

    Anlässlich des Volkstrauertages fand Bürgermeister Felix Kusicka klare und mahnende Worte wider das Vergessen. Foto: Benjamin Kloos

    BIBLIS – Im Schweigemarsch zogen am Sonntag zahlreiche Bibliser Bürger und Vertreter der örtlichen Vereine von Alten Rathaus zur Ehrenmalanlage auf dem alten Friedhof, um dort anlässlich des Volkstrauertages den Opfern von Krieg und Gewalt zu gedenken – wie es die Menschen in zahlreichen anderen Gemeinden des Nibelungenlandes ebenfalls taten. So etwa in Bürstadt, Bobstadt, Riedrode, Rosengarten, Hüttenfeld und Lampertheim, wo bereits am Vormittag am Ehrenmal im Stadtpark eine Gedenkstunde abgehalten worden war. 

    Die feierliche Gedenkstunde in Biblis wurde durch Pierre-Olivier Denise eröffnet, der mit seiner Trompete passende Melodien intonierte. Auch der GV Frohsinn unter Leitung seines Dirigenten Herbert Ritzert beteiligte sich an der musikalischen Gestaltung, unter anderem mit „Dona Pacem Domine“ von L. Cherubini und dem irrigen Segenslied „Möge die Straße uns zusammenführen“. 

    Bürgermeister Felix Kusicka hob in seiner Ansprache die Bedeutung des Volkstrauertages gerade auch in unserer Zeit hervor. „Manch einer fragt sich, ob der Volkstrauertag noch Sinn macht. Der Volkstrauertag ist ein Tag des Innehaltens, der Erinnerung und der Trauer. Wir wollen und müssen daran erinnern, was der größte Wunsch aller ist: Die Sehnsucht nach Frieden, Freiheit und persönlicher Sicherheit. Gleichzeitig gedenken wir der Opfer von Krieg und Gewalt. Kriegerische Auseinandersetzungen dauern bis in unserer Zeit an. Gerade so, als ob man aus der Geschichte nichts gelernt hätte“, betonte Kusicka und verwies auf die Bedeutung des Gedenkens besonders in Deutschland: „Wir können und dürfen nicht vergessen, wie viel Leid von deutschem Boden ausgegangen ist. Erinnerungen verblassen, deshalb müssen wir immer wieder aus Neue an die Gräueltaten erinnern. Denn wer sich die Vergangenheit nicht bewusst macht, dem droht, dass sich die Katastrophe wiederholt.“ Auch besinnliche Worte mit Blick auf die aktuelle Situation rund um die Flüchtlinge fand Bürgermeister Kusicka: „Wir gedenken der unzähligen Opfer, die aufgrund von Kriegen ihr Leben verloren haben oder ihre Heimat verlassen mussten. Wir alle sind für ein friedvolles Zusammenleben miteinander verantwortlich, für einen respektvollen Umgang untereinander. Dazu ist Zivilcourage gefordert, besonders gegenüber Andersdenkenden und Menschen aus fremden Ländern. Aus kleinsten Anfängen kann sonst eine Lawine entstehen, die nicht mehr zu stoppen ist. Dies können wir nur gemeinsam verhindern.“

    In Gedenken an die Opfer von Kriegen und Gewalt legte Bürgermeister Felix Kusicka einen Kranz am Ehrenmal auf dem alten Friedhof nieder. Foto: Benjamin Kloos


    Auch wenn nach dem Ende des kalten Krieges und der damit verbundenen Hoffnung auf friedvolle Zeiten das Gefühl der Erleichterung durch den weltweiten Terrier Unsicherheit, Verwirrung und Angst gewichen sei, wie Hans-Helmut Loof für die evangelische Kirchengemeinde betonte, gäbe es „Grund zur Freude: Das Wort Gottes, dass uns lebendige Hoffnung schenkt. Eine Hoffnung, mit der wir leben können, denn Gottes Wort verspricht uns, dass wir mehr zu hoffen haben als wir es wagen.“

    Der katholische Pfarrer Ludger Maria Reichert lud die Anwesenden zu einem Gebet ein, in dem für alle, die von Krieg und Gewalt betroffen oder auf der Flucht sind, Gott um Unterstützung gerufen wurde – aber auch für alle, die helfen sowie die politischen Entscheider und militärischen Verantwortlichen, damit diese sich für ein friedliche Welt einsetzen.

    Nach dem „Vater unser“ legte Bürgermeister Kusicka am Ehrenmal im Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt einen Kranz nieder, begleitet durch Pierre-Olivier Denise. Dieser spielte zum Abschluss der Gedenkstunde die deutsche Nationalhymne, bevor sich Bürgermeister Kusicka nochmals bei allen Beteiligten bedankte. Benjamin Kloos

     

     

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