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Mi., 26. September 2018, 14:46 Uhr
Hessenweiter Aktionstag informierte über Gefahren des Glücksspiels / Prisma in Lampertheim präsent
Wer auf Sportereignisse wettet, verliert immer
Informierten in der Lampertheimer Fußgängerzone über die Gefahren von Sportwetten und Glücksspielen im Allgemeinen: Fachberaterin Larissa Kol und die Leiterin von Prisma, Eva Spaniol (v.l.). Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Hohe Gewinnaussichten, gute Quoten, vermeintlich sichere Tipps und die eigenen Sportkenntnisse animieren viele Menschen, sich an Sportwetten zu beteiligen. Über 37.000 Menschen in Hessen haben Probleme mit Glücksspielen, darunter auch den Sportwetten. Die Hessische Landesteile für Suchtfragen e.V. und die hessischen Fachberatungen wiesen mit einer landesweiten Öffentlichkeitsaktion auf die Problematik von Sportwetten hin.
„Was denken Sie? Sind Sportwetten riskant?” – diese Frage stellen daher am Mittwoch Fachberaterin Larissa Kol und die Leiterin von Prisma, Eva Spaniol, Passanten am Lampertheimer Schillerplatz. Die Aktion, die an 13 Standorten in Hessen stattfand, wurde erstmals auch in Lampertheim durchgeführt.
Passanten hatten die Möglichkeit, mit den beiden Suchtexpertinnen ins Gespräch zu kommen und mithilfe von Punkten auf einer großen Matte anzugeben, ob diese Sportwetten für riskant halten. Hierbei gab es verschiedene Antwortmöglichkeiten, unter anderem „Ich vermute, dass Sportwetten auch Glücksspiele sind” oder „Der Anbieter von Sportwetten gewinnt immer. Sollte man wissen.” aber auch „Sportwetten bringen Farbe in den grauen Alltag” oder „Wer sich in einer Sportart gut auskennt, kann richtig viel gewinnen”. Gerade die beiden letzten Antworten stellen jedoch gefährliche Trugschlüsse dar und können zu einer echten Abhängigkeit führen. „Sportwetten sind eine anerkannte Suchterkrankungen. Wir bemerken eine deutliche Zunahme in diesem Bereich. Denn Sportwetten sind leicht verfügbar, man kann überall wetten und hat einen schnellen Zugang zu diesem Suchtmittel”, erläuterte Eva Spaniol. Durch den Aktionstag soll auf die Problematik der Sucht nach Sportwetten aufmerksam gemacht werden. „Das Gefährliche ist: Es fängt ganz harmlos an, mit einer Wette, bei der viele auch gewinnen. Aber je öfter man wettet, desto häufiger verliert man und es entwickelt sich eine Spirale, in deren Rahmen man immer höhere Beträge wettet und nicht nur in die Sucht-, sondern oftmals auch in die Schuldenfalle gerät”, so Larissa Kol. „Wir wollen zum Nachdenken, Mitmachen und Diskutieren anregen und freuen uns, dass so viele Lampertheimer unser Angebot annehmen.”
Ziel des Aktionstages ist es, Menschen miteinander zum Thema Glücksspielsucht ins Gespräch zu bringen und gleichzeitig die Möglichkeit zu bieten, die Mitarbeiterinnen von Prisma kennen zu lernen. Zudem hielten die Expertinnen eine speziell für Jugendliche herausgegeben Broschüre zum Thema Sportwetten bereit, die durch die Hessische Landesteile für Suchtfragen e.V. unter dem Titel „Wetten, dass Du das noch nicht wusstest?" herausgegeben wurde.
Wer über den Aktionstag hinaus Informationen zur Suchtgefahr von Sportwetten und zur Glücksspielsucht möchte, findet diese unter dem Link www.wette-glueck.de, hier ist ein Video zu diesem Thema abrufbar. Betroffen selbst können sich an die AWO Jugend- und Jugendberatung Prisma, Wormser Straße 19, 68623 Lampertheim wenden – gerne telefonisch unter der Nummer 06206/54800 oder per E-Mail unter gluecksspielsucht@awo-bergstrasse.de Benjamin Kloos