
LAMPERTHEIM – Der Kreis Bergstraße hat gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern das „Bergsträßer Jahr der Streuobstwiesen 2026/27“ ausgerufen. Ziel des Aktionsjahres ist es, auf die besondere Bedeutung der Streuobstwiesen für Natur, Landschaft und Kulturerbe aufmerksam zu machen, bestehende Aktivitäten miteinander zu vernetzen und das Wissen über die Pflege und den Erhalt dieser wertvollen Landschaftselemente weiterzugeben. Auch für die Stadt Lampertheim ist der Erhalt und die Entwicklung von Streuobstwiesen seit vielen Jahren ein wichtiges Thema. Der Fachdienst 60-4 Umwelt fördert und realisiert entsprechende Maßnahmen im Stadtgebiet. Beispiele hierfür sind Streuobstflächen am Ortseingang von Hofheim sowie im Bereich des alten Sportplatzes in Rosengarten. Dabei geht es nicht nur um das Pflanzen neuer Obstbäume, sondern insbesondere darum, langfristig ökologisch wertvolle und zugleich landschaftsprägende Strukturen zu entwickeln und zu erhalten.
Streuobstwiesen erfüllen dabei gleich mehrere wichtige Funktionen. Als Trittsteine innerhalb der Landschaft können sie zur Vernetzung unterschiedlicher Lebensräume beitragen. Von besonderer Bedeutung sind ältere Obstbäume. Mit zunehmendem Alter entstehen Höhlen, Spalten und Totholzstrukturen, die zahlreichen Tierarten einen Lebensraum bieten. Gerade für typische Arten unserer offenen Kulturlandschaft, wie beispielsweise Steinkauz oder Wendehals, sind alte Obstbaumbestände und vorhandene Baumhöhlen von besonderem Wert. Gleichzeitig darf bei einer Streuobstwiese nicht nur auf die Bäume geschaut werden. Mindestens ebenso wichtig ist die Wiese darunter. Extensiv gepflegte und möglichst blütenreiche Grünlandbestände bieten zahlreichen Insekten Nahrung und Lebensraum. Dieses Zusammenspiel aus Obstbäumen, Baumhöhlen, Totholz und artenreichen Wiesen macht den besonderen ökologischen Wert einer Streuobstwiese aus. Davon profitieren wiederum Vögel und andere Tierarten, die auf ein entsprechendes Nahrungsangebot angewiesen sind.
Neben ihrer Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz sind Streuobstwiesen auch ein wichtiger Bestandteil unserer gewachsenen Kulturlandschaft. Traditionell prägten Obstwiesen vielerorts die Ortsränder und schufen einen fließenden Übergang zwischen Siedlung und der offenen Landschaft. Diese historische Form der Ortsrandgestaltung verbindet damit ökologische Funktionen mit einem für unsere Region typischen Landschaftsbild. Gleichzeitig können auf solchen Flächen alte und regionaltypische Obstsorten erhalten und für kommende Generationen bewahrt werden. Das „Bergsträßer Jahr der Streuobstwiesen 2026/27“ bietet daher eine gute Gelegenheit, auch die bereits vorhandenen Streuobstbestände und Maßnahmen in Lampertheim stärker in den Fokus zu rücken. Gleichzeitig kann das Aktionsjahr dazu beitragen, das Bewusstsein dafür zu stärken, dass zum dauerhaften Erhalt von Streuobstwiesen neben der Neuanpflanzung insbesondere auch die Pflege vorhandener Bestände, der Erhalt alter Bäume und eine angepasste Nutzung der Wiesenflächen gehören.
Den Auftakt des Aktionsjahres bildet der erste Bergsträßer Streuobstmarkt am 25. Oktober 2026 von 11 bis 17 Uhr im Naturschutzzentrum Bergstraße. Darüber hinaus sind im Rahmen des Aktionsjahres zahlreiche weitere Angebote vorgesehen, darunter Obstbaumsammelbestellungen, Pflanz- und Schnittkurse sowie Informationsveranstaltungen rund um das Thema Streuobst. Weitere Informationen und Veranstaltungen veröffentlicht der Kreis Bergstraße auf seiner Internetseite zum Bergsträßer Jahr der Streuobstwiesen 2026/27 unter https://www.kreis-bergstrasse.de/themen-projekte/nachhaltigkeit/nachhaltigkeitsveranstaltungen/streuobstjahr-2026-27/. zg
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