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  • Do., 21. April 2022, 13:02 Uhr
    INTEGRATION: Kooperation zwischen Stadtverwaltung Lampertheim und Verein Lernmobil Viernheim wird weiter ausgebaut / Leseförderprojekt in Planung

    Wichtige Bausteine zur gesellschaftlichen Teilhabe

    Freuen sich über den Ausbau der Kooperation: Lernmobil-Geschäftsführerin Dr. Brigitta Eckert und Lampertheims Erster Stadtrat Marius Schmidt (v.l.). Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM – Die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen der Stadt Lampertheim und dem Verein Lernmobil Viernheim e.V. wird in diesem Jahr mit drei neuen Projekten fortgesetzt: Am Dienstag unterzeichneten der Erste Stadtrat Marius Schmidt und Lernmobil-Geschäftsführerin Dr. Brigitta Eckert einen Vertrag über die Zusammenarbeit im Rahmen der Grundausbildung und Weiterbildung der Integrationslotsen sowie über die Steuerungstätigkeiten für die Sprachkurse in Lampertheim im front office der Stadt im Haus am Römer. Zudem ist ab dem kommenden Schuljahr ein Leseförderprojekt an allen Lampertheimer Grundschulen geplant.

    „Die Ehe zwischen der Stadt Lampertheim und dem Lernmobil geht mittlerweile ins neunte Jahr und die Beziehung ist immer enger geworden – nicht nur im Bereich der Integrationslotsen, sondern auch in der Nachmittagsbetreuung in den Grundschulen”, betonte Marius Schmidt zur Einführung. „Wichtig ist, die Qualität der ehrenamtliche Lotsen zu erhalten, zu steigern und diese zu begleiten. Daher investieren wir 6.500 Euro in die Grundausbildung und Weiterbildung der Integrationslotsen.”

    2013 wurde das Projekt der Integrationslotsen gestartet. „Für die Nutzung von Synergieeffekten ist die gemeinsame Aus- und Weiterbildung wichtig. Vernetzung ist hier von höchster Bedeutung. Das Lernmobil hat die Trägerschaft über die Aus- und Weiterbildung übernommen, für Lampertheim, Bürstadt, Biblis, Viernheim und Heppenheim. Dies ist einmalig in Hessen, freut sich Dr. Brigitta Eckert über die Kooperation. Nur so sei es möglich, die benötigte Zahl für eine Ausbildung zeitnah zu erreichen. „Zudem müssen die Losten spezialisiert werden, beispielsweise benötigen sie Grundkompetenzen bei der Begleitung von Migranten in Krankenhäusern bei den dort auftretenden Fachbegriffen.” Daher können die Lotsinnen und Lotsen zwei aus zehn angebotenen Seminaren wählen, die ihren persönlichen Interessen entsprechen. Und auch der Austausch untereinander über die Gemeindengrenzen hinweg sei von großer Bedeutung. „Heute wird die Aus- und Weiterbildung durch die Vertragsunterzeichnung verfestigt.“ Der Verein Lernmobil übernimmt die Aufgabe für die Bereitstellung von Räumen und Materialien sowie für die technische Ausstattung im Rahmen der Basisausbildung, die in Viernheim stattfindet. Die Weiterbildung findet abwechselnd in Räumen der kooperierenden Gemeinden statt, die diese kostenfrei zur Verfügung stellen. Dies soll auch das gegenseitige Kennenlernen und Miteinander fördern. 

    Auch der zweite Baustein des neu unterzeichneten Vertrages wird seitens der Stadt Lampertheim mit 6.500 Euro unterstützt. Hierbei handelt es sich um die Steuerung der Sprachförderung für Erwachsene in Lampertheim. Diese soll dazu beitragen, dass neuzugewanderte Menschen zeitnah nach ihrer Einreise einen ihrem Sprachstand und ihren beruflichen und Familienverhältnissen entsprechenden Sprachkurs erhalten – mit dem Ziel, dass diese im Sinne gesellschaftlicher Teilhabe und Chancengleichheit am Gemeinschaftsleben partizipieren können. Immer mittwochs wird zudem eine Sprachsprechstunde angeboten, mit Ausnahme des ersten Mittwoch im Monat. „Wir wollen bedarfsgerechte Kurse anbieten, mit einer individuellen Beratung”, erläuterte Dr. Brigitta Eckert, die in der Sprachsprechstunde einen „Zugewinn für die Kommunen” sieht. „Wenn man hier gut aufgestellt ist, hat man einen wichtigen Bestandteil der Teilhabemöglichkeit für alle Menschen.”

    Das dritte neue Konzept steht im Zusammenhang mit der Aufarbeitung von Defiziten bei Kindern und Jugendlichen, die durch Corona entstanden sind. Zum Schuljahr 2022/2023 soll ein Leseförderprojekt starten, welches rechtzeitig vor den Sommerferien noch einmal genauer vorgestellt wird. Ziel soll sein, die Lesekompetenz so früh wie möglich zu fördern, wie dies in Viernheim bereits seit mehreren Jahren geschieht. In enger Verzahnung mit den Schulen sollen alle, die Leseförderbedarf nötig haben, betraut werden. „Es herrscht großer Bedarf”, betonte Dr. Brigitta Eckert hierzu abschließend. Benjamin Kloos

     

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