NATUR ERLEBEN: Schulkinderbetreuung Biblis zu Gast beim Obst- und Gartenbauverein
Wie aus einem Kern ein Apfelbaum wird
Beim Obst- und Gartenbauverein Biblis ist die Schulkinderbetreuung Biblis alljährlich zu Besuch, immer mit einem interessanten Programm. Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS – Lange Reihen mit Obstbäumen, viel Platz zum Herumtollen auf den Rasenflächen und gute Luft abseits allen Verkehrs, auf diese Weise einen Ferientag zu verbringen ist schon für sich genommen ein Erlebnis. Doch der Obst- und Gartenbauverein Biblis hatte seinen jungen Gästen von der Schulkinderbetreuung Biblis noch viel mehr zu bieten. Die 33 Kinder, die am Freitagvormittag mit Tobias Kleiner, Leiter der Schulkinderbetreuung, und Betreuerin Beate Baro auf die Anlage gekommen waren, lernten von Fachwart Thomas Brecht, der auch 2. Vereinsvorsitzender ist, eine Menge über die Anzucht von Obstbäumen, das Pflanzen und Pflegen. Dabei geht es nicht wie bei einer Vorlesung zu, Fachwart Brecht weiß die Aufmerksamkeit der Kinder mit Fragen und lustigen Quiz-Einlagen zu erhalten, außerdem stehen praktische Arbeiten auf dem Programm wie das fachgerechte Einpflanzen von Obstbäumen. Dazu standen einige Schaufeln bereit, eifrig machten sich Jungen und Mädchen an die Arbeit. Auch ein Stein kam zum Vorschein. Verschiedene kleine Obstbäumchen standen am Schluss schön in einer Reihe, zum Beispiel ein Roter Berlepsch, ein Topas, an dessen Zweigen irgendwann leckere süß-saure Äpfel reifen werden, und ein Roter Boskoop, der durch feine Säure auffällt. Auch eine Rote Sternrenette, das ist ein Winterapfel, und ein Glockenapfelbaum wurden gemeinsam eingepflanzt. Platz hatte noch eine Quitte. Brecht erklärte die Veredelung und dass meistens im Oktober oder November gepflanzt wird, doch dieses Jahr wegen der Trockenheit schon im August. Immer wieder schnalzen die Finger in die Höhe, wenn Fachwart Brecht eine Frage stellt. Das Programm machte offensichtlich einen Riesenspaß. Jeder kann selbst aus einem reifen Kern einen Apfelbaum wachsen lassen, erklärte Brecht. Einfach in feuchtes Küchenpapier wickeln und in einem offenen Glas vier bis sechs Wochen in den Kühlschrank stellen, dabei aber darauf achten, dass das Papier immer feucht bleibt. Im letzten Jahr wurde gemeinsam mit Stroh gebastelt. Auch Walderdbeeren wurden gepflanzt, deren Früchte jetzt zum Naschen verlockten. Ein Auge auf das Geschehen hatten auch die Vereinsmitglieder Raimund Dussel und Dietmar Borries. Zum Schluss vor dem Rückweg stellte sich die Kinderschar zum Abzählen auf und der Leiter der Schulkinderbetreuung erinnerte die Kinder daran, zuhause zu erzählen, dass der Obst- und Gartenbauverein am 4. September sein Gartenfest veranstaltet und alle eingeladen sind. Hannelore Nowacki