Konzert in der Domkirche am 9. November schließt Veranstaltungsreihe „Erinnern und Gedenken - 80 Jahre Friedensverantwortung" ab
„Wie liegt die Stadt so wüst“
Die Sopranistin Simone Schwank studierte Gesangspädagogik sowie Lied- und Operngesang an den Musikhochschulen Freiburg, Stuttgart und Frankfurt und ist beim Konzert der Dekanatskantorei am 9. November zu hören. Foto: oh
LAMPERTHEIM – Am 9. November beendet das Konzert der Dekanatskantorei unter der Leitung von Heike Ittmann die Veranstaltungsreihe "Erinnern und Gedenken - 80 Jahre Friedensverantwortung". Diese thematisierte den Beginn des Zweiten Weltkriegs und machte bei vielen Veranstaltungen die Wichtigkeit der Erhaltung des Friedens, gerade in der heutigen Zeit, sehr deutlich. Seit dem 1. September fanden in Lampertheim neben einem Gottesdienst auch Ausstellungen statt, die nun mit dem Konzert „Wie liegt die Stadt so wüst“ in Gedenken an die Reichpogromnacht ihren Abschluss finden. Ab 19.15 Uhr sind die Zuhörer in die Domkirche eingeladen, so haben die Menschen, die an der am gleichen Tag stattfindenden Gedenkfeier an der Synagoge um 18 Uhr teilnehmen möchten auch die Möglichkeit, das Konzert zu besuchen. Neben der Dekanatskantorei steht das Darmstädter Streichorchester sowie die Sopranistin Simone Schwank und Bariton Michael Roman auf der Bühne in der Domkirche. Zu hören sind Werke von Matthias Weckmann, Rudolf Mauersberger, Heinrich Schütz, Wolfgang Fortner und Peteris Vasks. Das Stück „Wie liegt die Stadt so wüst“ von Rudolf Mauersberger, welches er unter den Eindrücken der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg nach Texten aus den KlageliedernJeremias für den Dresnder Kreuzchor komponierte, sei ein wahres Klangbad, führte Kantorin Heike Ittmann aus, „ein unglaublich mitreißendes, erschütterndes Werk im positiven Sinne.“ Dagegen habe das zweite Werk von Matthias Weckmann, mit gleichem Text wie das vorherige Werk, allerdings komponiert im Angesicht des 30jährigen Kriegs, die positive Sprache der Barrockmusik, sei also ein ganz krasser Gegensatz. „Das sind zwei Komponisten, die beide den Krieg gesehen haben, aber mit 300 Jahren Zeitunterschied“, machte Ittmann deutlich. Bei diesem Stück sind neben dem Streichorchester auch die beiden Solisten Simone Schwark und Michael Roman zu hören. In Gedenken an den Zweiten Weltkrieg schlägt das Stück „Herr auf dich traue ich“ von Heinrich Schütz schließlich die Brücke zur Friedenshoffnung, Zuversicht und Vertrauen. Wunderbare Wohlklänge gibt es auch zum Text „Dona nobis pacem - Herr gib uns Frieden“ von Peteris Vasks. Schließlich ist das Werk „Herr, bleibe bei uns“ von Wolfgang Fortner zu hören, „ein tolles Stück mit schönen Linien und großem Bass-Solo“, erläuterte Ittmann. Zu hören ist hier erneut Michael Roman, der seine musikalische Ausbildung zunächst auf der Geige erhielt, später aber zum Gesang wechselte. In den letzten Jahren machte er sich insbesondere als Konzertsänger mit großem Repertoire einen Namen. Nummerierte Platzkarten gibt es im Rathaus-Service zum Preis von 7 bis 17 Euro, Telefon 06206/935100. Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 06206/157301 oder heikeittmann@gmail.com. Eva Wiegand