Sa., 15.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Fr., 21. November 2025, 14:56 Uhr
    KINDERGARTEN REGENBOGEN: Spendenaktion für Wormser Frauenhaus organisiert

    Wie Sankt Martin mit denen teilen, die es nötig brauchen

    Beim Kindergarten Regenbogen wurden alle Sachspenden für das Wormser Frauenhaus gesammelt. Als kleines Dankeschön hatten die Kinder im Frauenhaus unter Anleitung von Gruppenleiterin Kerstin Janneck (hinten links) ein Spiel für den Kindergarten gebastelt. Im Bild (v. l.): Kristin Rosenberger vom Elternbeirat, Kindergartenleiterin Iris Armada, Thorsten Reski von der Feuerwehr, Maria Zeißner und Frauenhaus-Leiterin Heike Kissel-Eltrop mit den Kindergartenkindern.
    Foto: Hannelore Nowacki

    RIEDRODE – Was auf den ersten Blick für einen Kindergarten ungewöhnlich erscheinen mag, ist beim Kindergarten Regenbogen in der Zeit um den Martinstag seit etwa 36 Jahren Tradition – in der Zeit um den Martinstag türmen sich im Kindergarten Kartons und Kisten mit Sachspenden, alles Spenden für das Frauenhaus in Worms. Eine Woche vor und eine Woche nach St. Martin werden vom Kindergarten und vom ganzen Ort Sachspenden gesammelt, auch Geldspenden werden abgegeben. Der damalige Elternbeirat hat die Kooperation mit dem Frauenhaus begonnen, wie Maria Zeißner, ehemalige Mitarbeiterin im Kindergarten, berichtet. Aber auch im Ruhestand ist sie immer noch aktiv für die Spendenaktion, sie erinnert sich gut an die kleinen Anfänge mit Kuchenspenden und Kleinigkeiten. Auf vielen Wegen wird zur Spendenaktion eingeladen: Kinder werfen Zettel zur Information in die Briefkästen, im Kirchenblatt und im Vereinsheim wird die Spendenaktion bekannt gemacht und man spricht im Ort darüber.
    Wie Kindergartenleiterin Iris Armada betont, gebe es den sehr rührigen Elternbeirat, der das Martinsfest vorbereitet und bei der Spendenaktion hilft. In Vertretung des fünfköpfigen Elterngremiums war Kassenwartin Kristin Rosenberger gekommen, fünf Muttis seien sie, teilt sie auf Nachfrage mit. Heike Kissel-Eltrop, Einrichtungsleiterin des Frauenhauses, und Kerstin Janneck, dort Gruppenleiterin für die Kinderbetreuung, waren mit einem Fahrzeug gekommen, das genügend Platz haben sollte für die Sachspenden. Außerdem erhielten die Frauenhausvertreterinnen einen Umschlag mit 400 Euro. Die beiden hatten ein Dankeschön mitgebracht: Gruppenleiterin Janneck hat selbst ein Spiel mit viel Liebe zum Detail entwickelt, es dann mit den Kindern im Frauenhaus gebastelt und mit ihnen ausprobiert, ob es funktioniert. Mit Begeisterung befassten sich die Kindergartenkinder sogleich mit dem Spiel, das den Titel „Hilf dem Eichhörnchen“ hat.
    Immer noch gebe es keine gesicherte Finanzierung des Frauenhauses – neben Landesfördermitteln sei der Betrieb auf Spenden angewiesen, erklärte Kissel-Eltrop, „Spenden sind extrem existenziell“. Zum Glück habe man eine kleine Kleiderkammer, mit Sachen auch für Kinder, sagt Janneck. Häufig kämen Frauen nur mit einer Handtasche, zum Beispiel nach einem Polizeieinsatz. Daher seien die Sachspenden wichtig, um für die ersten Tagen versorgt zu sein. Sieben Frauen und sechs Kinder beherberge das Wormser Frauenhaus zurzeit. Aus allen Teilen Deutschlands kämen Frauen, um für ihre Partner möglichst nicht auffindbar zu sein. Wenn sie dennoch gefunden werden, müssen sie in einem anderen Frauenhaus unterkommen. Die Kinder seien psychisch oft hochbelastet und wenn kein Kitaplatz gefunden werde, seien Mütter und Kinder häufig den ganzen Tag in einem Raum. Allerdings entwickele sich eine Hausgemeinschaft, die Frauen stärkten sich gegenseitig und helfen einander. Zum Beispiel gehe man zu mehreren in die Stadt zum Kaffeetrinken.
    Diesmal war auch eine Spende für die Jugendfeuerwehr vorgesehen, die erhielt Thorsten Reski, der den Umschlag mit 300 Euro als Dankeschön für die Begleitung des Martinsfackelzuges und die Sicherung der Straßen durch die Jugendfeuerwehr von Leiterin Armada entgegennahm. Das ist der Erlös aus dem Verkauf von Kürbissuppe und Glühwein beim St.-Martins-Fest. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Riedrode ist Reski Gruppenführer und kennt den Kindergarten als Brandschutzerzieher.
    Hannelore Nowacki

    Beitrag aus der Rubrik

    » Bürstadt und Stadtteile
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige TicketshopAnzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige 3 Anzeige - 1