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  • Do., 24. September 2020, 10:39 Uhr
    NABU BÜRSTADT: Aktueller Umwelt-Tipp / Auf überflüssige Geräte verzichten und Rebound-Effekte vermeiden 

    Wieso trotz effizienter Geräte mehr Energie verbraucht wird

    Jeder Einzelne kann dazu beitragen, dass die Energieersparnis neuer Techniken nicht durch Rebound-Effekte wieder aufgezehrt wird. Foto: www.pixabay.com


    BÜRSTADT – Wer kennt das nicht? Der in die Jahre gekommene Kühlschrank brummt fast ohne Pause vor sich hin oder gibt gar ganz den Geist auf, und man entscheidet sich für ein effizientes, neues Gerät, um Stromkosten zu sparen. Da mittlerweile die meisten Kühlgeräte zu den Effizienzklassen A+++ oder A++ gehören und deutlich weniger Strom verbrauchen als noch vor 20 Jahren, wählt man gleich ein größeres Modell, vielleicht sogar als Gefrierkombination und mit praktischem Eiswürfelbereiter, da der Stromverbrauch trotz der besseren Ausstattung noch unter dem des alten Gerätes liegt.

    Durch das „Upgrade“ wird die mögliche Energieeinsparung, die man leicht bei einem gleichwertigen Ersatz des Kühlschranks erzielt hätte, wieder zunichtegemacht. Diesen als „Rebound“ (Rückprall) bezeichneten Effekt findet man in vielen Bereichen des täglichen Lebens: Obwohl moderne Geräte und Fahrzeuge immer sparsamer werden, steigt der Energieverbrauch weiter an. Beispielsweise zeigt sich in Bezug auf die Entwicklung des Kraftstoffverbrauchs bei Autos, dass Energiesparpotentiale ungenutzt bleiben: Die einen fahren nach dem Kauf eines effizienteren Autos wegen des geringen Spritverbrauchs viel mehr Kilometer, die anderen ersetzen die alte Mittelklasse gleich durch einen PS-starken, überdimensionalen SUV, weil der Treibstoffverbrauch ähnlich ist. Des Weiteren verhindern wir indirekt positive Auswirkungen auf das Klima, wenn wir uns eine zusätzliche Flugreise gönnen im Bewusstsein, dass wir ja durch das neue Auto weniger Benzin verbrauchen.

    Beim Thema Beleuchtung entwickelte sich in den letzten Jahren durch die Verbreitung von LEDs ein großes Stromsparpotential. Ersetzt man aber nicht nur die Leuchtmittel in den vorhandenen Lampen mit neuen LEDs, sondern richtet sowohl im Innen- als auch im Außenbereich neue Lichtinstallationen ein, um Schränke, Wände, Außenfassaden und Gärten zu illuminieren und lässt Lampen auch in ungenutzten Räumen wegen des minimalen Strombedarfs der LEDs weiter brennen, so erzielt man kaum einen Vorteil bei den Stromkosten. Dafür hat man den Ressourcenverbrauch durch die Neuanschaffungen gesteigert und die Lichtverschmutzung im Außenbereich erhöht.

    Ist es nicht erstaunlich, dass Elektrogeräte seit 1985 um circa 40 Prozent energieeffizienter geworden sind, aber trotzdem der Stromverbrauch aller Haushalte in Deutschland um über 10 Prozent gestiegen ist? Was ist die Ursache? Wir besitzen deutlich mehr und leistungsstärkere Großgeräte, überdimensionierte Fernseher und elektrische Helferlein, die wir früher nicht vermisst haben. Außerdem sind Notebooks, Smartphones und Tablets im Dauereinsatz. All die Neuanschaffungen sind zwar einzeln gesehen sehr energieeffizient, aber in der Summe wird deutlich mehr Energie verbraucht. Gleichermaßen müsste der Verbrauch von Treibstoff seit Jahren zurückgehen, schließlich werden die Motoren immer effizienter. Da aber die Autos immer größer, schwerer und leistungsstärker werden, verpufft der Einspareffekt.

    Dennoch kann jeder Einzelne dazu beitragen, dass die Energieersparnis neuer Techniken nicht durch Rebound-Effekte wieder aufgezehrt wird. Überlegen Sie vor jedem Kauf, ob Sie das Gerät wirklich brauchen. Dinge, die man nur sehr selten benötigt, sollte man lieber im Bekanntenkreis oder im Baumarkt ausleihen. Defekte Elektrogeräte, die erst ein paar Jahre alt sind, sollten besser repariert statt direkt durch neue ersetzt werden.

    Fragen Sie sich, ob beim Ersatz eines Gerätes oder Fahrzeugs wirklich ein größeres Modell notwendig ist, wenn der bisherige Kühlschrank bzw. das aktuelle Auto in Größe und Funktion immer zufriedenstellend war.

    Versuchen Sie, sich nicht durch Lockangebote Überflüssiges zu kaufen, denn für jedes hergestellte Elektrogerät werden Ressourcen verbraucht, es muss irgendwann entsorgt werden und benötigt Strom. Wie oft braucht man im Haushalt Schokobrunnen, Entsafter, Dampfreiniger, Nudelmaschinen oder Sandwichtoaster? Überlegen Sie vor dem Kauf genau, ob das neue Gerät auf Dauer eher ganz vorn im Küchenschrank oder vermutlich auf dem Dachboden landen wird. Auf diese Weise sparen Sie nicht nur Geld für die Anschaffung und Stromkosten, sondern auch Ressourcen, Energie und unnötigen Müll.

     
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