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    AKTIONSTAG: Netzwerk gegen Gewalt initiiert Theaterstück an der Alfred-Delp-Schule

    „Wir haben es in der Hand!“

    Die Schülerinnen und Schüler der ADS waren konzentriert bei der Sache als das Theaterensemble Radix das themenrelevante Stück „Fake oder War doch nur Spaß“ auf die Bühne brachte. Foto: Nadine Schütz


    LAMPERTHEIM – „Fake oder War doch nur Spaß“ heißt das Theaterstück, in dessen Genuss am vergangenen Donnerstag die Schüler der 7. Jahrgangsstufe an der Alfred-Delp-Schule (ADS) gekommen waren. Im Rahmen des zehnten Aktionstages des Netzwerkes „Null Toleranz bei Gewalt“ brachten Liane Steinnagel und Alexander Abramyan des mobilen Theaterensembles Radiks auf fesselnde Art und Weise dieses eindrückliche Stück auf die Bühne. Die siebzehnjährige Lea wird durch den Neid ihrer vermeintlichen Freunde zunächst zur Leidtragenden fieser Sticheleien, später zum Opfer entsetzlicher Mobbing-Attacken. Die Situation entwickelt sich ins Unerträgliche für Lea, die keinen anderen Ausweg sieht, als sich das Leben zu nehmen. Ein wahrer Freund, jedoch, findet sie rechtzeitig – Lea kann gerettet werden. Dieses Theaterstück liefert als ergänzendes Modul einen fundierten Beitrag zur Aufarbeitung der für diesen Aktionstag im Unterricht behandelten Themen Medienkompetenz, Mobbing und Cyber-Mobbing.

    Schulleiterin Sylvia Meier sowie Erster Stadtrat Marius Schmidt hatten die rund 130 Schülerinnen und Schüler der Haupt- und Realschule in der Mensa zu diesem Aktionstag begrüßt. Schmidt stellte sich selbst und das Netzwerk gegen Gewalt, ein seit 2007 bestehender Zusammenschluss der Stadt Lampertheim mit mehreren Organisationen, vor und machte bewusst: „Der Begriff Gewalt hat sich enorm geändert.“ Waren es damals noch physische Gewalt und verletzende Worte, findet Gewalt mittlerweile auch im digitalen Bereich statt. Wie leicht sei es, zu Hause auf der Couch zu sitzen und sich dem Strom anzupassen. Doch man müsse sich auch mal selbst reflektieren, auch mal Nein sagen, denn immerhin stelle auch digitale Gewalt einen Straftatbestand dar. „Insofern ist es ein sehr aktuelles Thema“, fasste Schmidt zusammen.

    Die Schülerinnen und Schüler nahmen die Botschaft des Stückes mit großer Aufmerksamkeit auf. Langer Applaus, untermalt von begeisterten Rufen, schallte durch die Mensa. „Super“ und „spannend“ fanden sie das Stück und bei der anschließenden Diskussionsrunde meldeten sich nahezu alle Anwesenden, als die Schauspieler fragten, wer dieses Stück realistisch fand. Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit und stellten viele Fragen, was – wie die beiden Schauspieler verrieten – nicht selbstverständlich sei. „Ging es Lea nach ihrer Therapie und dem anschließenden Schulwechsel besser?“, war gleich die erste Frage. Liane Steinnagel antwortete, dass das Ende der Geschichte absichtlich offengelassen wurde, denn es gebe viele mögliche Szenarien. Alexander Abramyan ergänzte, dass ein neues, neutrales Umfeld oft eine gute Lösung für den Ausweg aus einer Situation wie die Leas sei. „Ist das wirklich passiert?“, war eine weitere Frage, die sicherlich viele der Anwesenden interessierte. Und tatsächlich: Das Stück basiert auf wahren Begebenheiten.

    „Mobbing entsteht nicht durch Luft“, resümierte Abramyan, „Mobbing entsteht durch uns Menschen. Wir haben es in der Hand! Wir können es weiterleiten – oder einfach auch mal löschen.“ Wer betroffen sei, solle sich unbedingt an jemanden wenden – eine gute Freundin, einen Vertrauenslehrer, die Eltern… Denn ein solcher Teufelskreis wie in „Fake oder War doch nur Spaß“ könne vermieden werden, wenn rechtzeitig gehandelt würde. Nadine Schütz

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