
LAMPERTHEIM – Wie prekär die Lage für Senioren auf dem Wohnungsmarkt ist, beleuchtet die jüngste Untersuchung durch das Pestel-Institut eindringlich. Am Beispiel einer vierköpfige Lampertheimer Familie, die seit Monaten ergebnislos auf der Suche nach einem neuen Zuhause ist, wird deutlich, dass das Problem generationenübergreifend besteht. Nachdem der bisherige Vermieter bereits im Oktober vergangenen Jahres eine Eigenbedarfskündigung ausgesprochen hatte, begann die Odyssee. „Der Wohnungsmarkt ist leergefegt“, beschreibt Simon Hoffmann die Ist-Situation. Die wenigen verfügbaren Wohnungen seien entweder unbezahlbar oder für Familien ungeeignet. „Lampertheim ist unser Zuhause, unser Lebensmittelpunkt, wir sind hier fest verwurzelt“, erklärt Silke Köpp. Dass die Familie die Heimatstadt, in der die Eltern und Großeltern leben und die Kinder in Vereinen aktiv sind, verlassen sollen, könnte zur erschütternden Realität werden. Die Kinder aus dem gewohnten Umfeld zu entreißen, möchten sich beide nicht vorstellen. Im Laufe der Jahre seien echte Freundschaften entstanden. Die siebenjährige Tochter wurde gerade erst eingeschult. Trotz der guten Vernetzung innerhalb der Stadt, blieb die Suche nach einer geeigneten 4-Zimmer-Wohnung bislang ergebnislos.
„Wir finden was, kein Problem“, gab sich Simon Hoffmann anfangs optimistisch. In der Folge machten die Eltern jedoch die Erfahrung, dass weitere Familie und Lampertheimer Bürger mit der gleichen Herausforderung konfrontiert sind. Man appelliere daher auch im Namen aller Betroffenen an Vermieter, Wohnungsbaugesellschaften und die Politik, dringend Lösungen zu finden, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Lampertheim dürde sich nicht zu einer Stadt entwickeln, in der nur noch die wohnen, die es sich leisten können. „Wir kämpfen weiter und hoffen, aber wir wissen nicht, wie lange wir das noch können“, betonen beide unisono. Die Angst aus der eigenen Stadt verdrängt zu werden, ist ebenso gegenwärtig wie die Befürchtung, sich mit einer Räumungsklage und weiteren nervenaufreibenden juristischen Auseinandersetzungen konfrontiert zu sehen. Vor viereinhalb Jahren sei man mit der Hoffnung eines beidseitig langjährigen Mietverhältnisses in die Wohnung gezogen. Beide haben auch überlegt, in Eigentum zu investieren. Mit normalem Budget heutzutage jedoch ein risikoreiches Unterfangen. „Freunde und Bekannte halten für uns weiter die Augen auf“, zeigt sich Silke Kopp angetan von der breiten Unterstützung. Selbst über Makler sei man nicht fündig geworden, obwohl man bereit sei, Kompromisse einzugehen. Die Zeit drängt! Ende April werden juristisch Fakten geschaffen sein. Jetzt hoffen die Lampertheimer doch noch zeitnah eine geeignete und bezahlbare Wohnung in ihrer Heimatstadt zu finden. Wer über entsprechenden Wohnraum verfügt, kann sich unter der Mailadresse simonhoffmann@me.com gerne die Familie kontaktieren.
Steffen Heumann
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