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  • Do., 25. Februar 2021, 13:59 Uhr
    BILDUNG: Technische Ausstattung der Schulen im Kreis im Fokus / Landrat Engelhardt informiert über aktuelle Maßnahmen

    „Wir machen Schulen digital”

    Die technische Ausstattung und die Digitalisierung der Schulen sind für den Kreis Bergstraße ein wichtiges Anliegen – dies verdeutlichte Landrat Christian Engelhardt im Rahmen einer Videopressekonferenz. Foto: www.pixabay.com


    KREIS BERGSTRASSE – Wie steht es um die technische Ausstattung der Schulen im Kreis Bergstraße? Welche dieser Einrichtungen sind bereits an das Glasfasernetz angeschlossen? Wie hat der Kreis die Schulen während der Coronavirus-Pandemie unterstützt? Über diese und weitere Themen rund um die Digitalisierung der Bergsträßer Schulen informierte Landrat Christian Engelhardt am Donnerstag im Rahmen einer Video-Pressekonferenz.

    Klar ist: Es sind vielfältige wichtige und sinnvolle Maßnahmen, um die Schulen im Kreis zukunftsfähig zu machen und den Schülerinnen und Schülern aller Schulen die besten Möglichkeiten im Umgang mit modernen und digitalen Medien zu bieten – auch wenn mit diesen Investitionen in die Zukunft hohe Kosten verbunden sind.

    Landrat Engelhardt betonte in diesem Zusammenhang: „Unser Ziel ist es, alle Schulen ans Glasfasernetz zu bekommen und mit interaktiven Whiteboards auszustatten und damit einen einheitlichen Standard zu erhalten.” Grundsätzlich sei Digitalisierung an den Schulen durch die Corona-Pandemie ein großes Thema geworden ist. „Unterricht lebt vom Miteinander, Digitalisierung wird von uns betrieben, um Medienbildung zu ermöglichen und Kompetenzen im Bereich Medien zu vermitteln. Dies ist eigentlich der Schwerpunkt, den wir betreiben, nicht das wegstreamen von der Schule nach zu Hause. Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass die Technik viel stärker eingesetzt wird als zuvor”, betonte Landrat Engelhardt. „Schulen müssen hierzu an das Breitbandnetz angeschlossen sein, idealerweise durch Glasfaser, daher haben wir die weiterführenden Schulen zum Großteil an dieses angeschlossen und für alle Schulen im Kreis den Anschluss beantragt, darunter ein Bündel für die Schulen im Ried.” So wurde für die Schulen an der Bergstraße und im Ried, die noch angeschlossen werden müssen, ein Auftrag in Höhe von 1,5 Millionen Euro vergeben, wovon 750.000 Euro durch einen Zuwendungsbescheid des Bundes und 600.000 Euro durch eine Zuwendung seitens des Landes finanziert werden. Hinzukommen 1,4 Millionen Euro für die Schulen im Odenwald. An 31 Schulen, bei denen es bisher keine Möglichkeiten zum Anschluss an das Glasfasernetz gab, wurden zudem zweite Internetschüsse geschaltet, um für eine entsprechende Bandbreite zu sorgen. 

    Was in den Schulen darüber hinaus selbst direkt eingesetzt wird, auch um Schüler, die außerhalb der Schulen sind, in den Raum zu schalten, sind digitale Smartboards. „Wir haben derzeit rund 500 dieser Smartboards in unseren Schulen verbaut, die weiteren werden im Zuge des Digitalpaktes jetzt aufgestellt”, erläuterte Landrat Engelhardt. „Wenn wir Schulen modernisieren oder eine Generalsanierung durchführen, werden diese standardmäßig mit interaktiven digitalen Smartboards ausgestattet. Daneben haben wir 3.040 Notebooks und 3.353 PC-Systeme inklusive Monitor.”

    Im Bereich des W-Lan gibt es eine dreistufige Strategie, um ins Internet zu kommen. „Über 90 Prozent der Schulen haben die Möglichkeit, ins W-Lan zu kommen, häufig über mobile Access Points, die wir zur Verfügung stellen können. Wir haben aber eben auch Schulen, die noch nicht ans Glasfasernetz angeschlossen sind und bei denen ein zweiter Anschluss schwierig ist. Diese erhalten für 50 Prozent der Klassen Speedsticks, die auch einen LTE-Zugang beinhalten. Es werden 450 Sticks an diese Schulen ausgegeben, um die dort Situation zu verbessern. Dies ist eine relativ aufwendige Lösung mit 450 Datentarifverträgen, aber wir schaffen es dadurch, den Schulen einen relativ breiten Internetzugang zu ermöglichen.” Betroffen von dieser Maßnahme ist unter anderem die Goetheschule Lampertheim, in der Landrat Engelhardt am Donnerstag vor Ort war. „Ich mache mir täglich in einer Grundschule vor Ort ein Bild, um zu sehen, wie es dort läuft, und um vor Ort zu schauen, wie wir unsere Maßnahmen anpassen können. Dabei helfen wir auch bei der Suche nach weiteren Räumlichkeiten wenn dies notwendig ist”, so Landrat Engelhardt weiter.

    Der Kreis Bergstraße sei absoluter Vorreiter gewesen, „in dem wir vor zwei bis drei Jahren ein Unternehmen beauftragt haben, für jede unserer Schulen ein Konzept zu erarbeiten, wie diese mit W-Lan ausgestattet werden können. Diese Ausleuchtung ist in ein Konzept geflossen. Die Kosten belaufen sich auf 6,5 bis 7 Millionen Euro Kosten, diese Mittel erhalten wir über das Digitalpakt. Allerdings müssen die Schulen selbst hierfür die Anträge stellen”, erläuterte Landrat Engelhardt. Ein weiterer Aspekt zur Digitalisierung seien Leihgeräte für Schüler, die durch den Bund finanziert werden. „Wir sind aber sehr schnell gewesen: Durch einen Leasingwechsel konnten wir die Geräte, die zurückgelaufen sind, kaufen. Insgesamt konnten wir so 2.762 Geräte an finanzschwache Familien ausgeben, damit es nicht am Endgerät mangelt um an Unterricht von daheim aus teilzunehmen. Und auch die Lehrer erhalten Leihgeräte, insgesamt knapp 3.000 Geräte.”

    Jede Grund- oder Förderschule erhält darüber hinaus einen Klassensatz iPads, insgesamt 1.400 Geräte. Dies soll ermöglichen, dass Schülerinnen und Schüler der Grundschulen, „die vermutlich nicht so viel mit Tablets und PCs zu tunt haben, bereits in der Schule den Umgang mit Lernsoftware erproben können.”

    Um die Maßnahmen erfolgreich umzusetzen, erfordern diese einen stärken zentralen Support. Alle Geräte, die durch den Kreis gestellt werden, werden ferngewartet und erhalten zentral Updates. Hierzu wurden weitere Stelle geschaffen und es erfolgt eine Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister. 

    „Wo wir ganz besonders früh sehr weit waren und was uns in Corona-Zeit sehr stark gemacht hat ist, dass wir flächendeckend Office365 eingeführt haben. Bis auf zwei Schulen nutzen dies alle Schulen im Kreis, die meisten Schulen nutzen hierbei derzeit Microsoft Teams für den digitalen Unterricht. Alle diese verschiedenen Bausteine haben dazu beigetragen, dass die Schulen im Kreis Bergstraße digital gut für die Zukunft aufgestellt sind”, so Landrat Engelhardt abschließend. Benjamin Kloos

     
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