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  • Fr., 17. April 2015, 09:37 Uhr
    Bürgerstiftung blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück

    „Wir sind gut aufgestellt“ – Spender und Zustifter gesucht

    Diese kleine Familie mit Spargelschälerin und Kind bekommt Zuwachs – am 27. Juni um 11 Uhr wird der Vater feierlich enthüllt. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Solide Finanzen im Berichtsjahr 2014 trotz Niedrigzinsphase, bewährte Projekte, eine durchweg erfolgreiche Tätigkeit und gute Aussichten auf das laufende Jahr, das waren die guten Nachrichten des Vorstandes der Bürgerstiftung Lampertheim bei der Stifterversammlung am Dienstag. Auch in diesem Jahr tagte die Stifterversammlung in den Räumen der Sparkasse Worms-Alzey-Ried in der Römerstraße 101. Im Vorstand hatte es im letzten Jahr zwei Wechsel gegeben. Dies war somit die erste Stifterversammlung mit den neuen Vorstandsmitgliedern Erich Maier und Dieter Goll, in Nachfolge den Gründungsmitgliedern Fritz-Ludwig Schmidt und Wolfgang Werry, die bei der letztjährigen Versammlung nach fünf Jahren im Vorstand ihren Rückzug bekanntgegeben hatten, um Platz zu machen für neue Kräfte. Stiftungsvorstandsvorsitzender Frank-Rüdiger Kirschner gab weitere Personalien bekannt, die sich im Stiftungsrat auch durch berufliche Veränderungen ergeben haben. Richard Hinz, der Gründungsstifter und Mitglied im Stiftungsrat war, ist im Dezember letzten Jahres verstorben. Die Stifterversammlung wählte Frank Kaus, Geschäftsführer bei Energieried, als Nachfolger. Vorsitzender des Stiftungsrates kraft Amtes ist Bürgermeister Gottfried Störmer, der ebenfalls an der Stifterversammlung teilnahm. Die Bürgerstiftung lebt vom Engagement und den Ideen ihrer Mitglieder und der Bürger, aber die Finanzen sind die Basis. Kirschner beklagte zwar die „schwierigen Zinsjahre“, aber stellte dennoch zufrieden fest: „Wirtschaftlich sind wir rundum gesund, wir sind gut aufgestellt“. Zu verdanken sei dies der sparsamen Wirtschaftsführung und dem gesunden organischen Wachstum bei den Projekten, wie Kirschner hervorhob.

    Projektförderung 2015 mit rund 25.000 Euro 

    Vorstandsmitglied Ralph Butz untermauerte diese positiven Aussagen mit seiner Bilanz 2014, die ein Stiftungsvermögen von 201.648,09 Euro ausweist. Im Laufe des Jahres 2014 habe es acht Zustiftungen in Höhe von 6.250 Euro gegeben, was zu einem Anstieg des Stiftungskapitals auf 161.675 Euro führte. Für Projekte wurden im Berichtszeitraum genau 27.337, 18 Euro ausgegeben. Ohne Spenden geht es nicht, das machte Butz deutlich, denn die Projektförderung wurde im Wesentlichen aus Spenden finanziert. Die  Zinserträge aus den risikoarmen Finanzanlagen und Guthaben seien mittlerweile sehr gering geworden. Der Finanzplan 2015 sieht daher vor, die Finanzanlagen aufzustocken, während die Bankguthaben geringer gehalten werden sollen. Für die diesjährigen Projektförderungen sind rund 25.000 Euro eingeplant.

    Ein großes Fest war die Einweihung der Bronzeskulptur im Jahr 2013. Die Stühle laden zum Sitzen ein. Archivfoto: Hannelore Nowacki


    Weitere Zustifter gesucht

    Was die Zustiftungen angeht, zeigte sich Kirschner optimistisch. Im Finanzplan wird mit einem Anstieg des Stiftungskapitals von 10.000 Euro auf rund 171.000 Euro gerechnet. Das Werben um weitere Zustifterinnen und Zustifter ist vom Motto „100 x 500“ getragen. 500 Euro ist der Mindestbetrag.

    Projekte 2015

    Aus der Spargelschälerin mit Kind wird eine Familie. Vorstandsvorsitzender Kirschner wies in seinem Bericht auf dieses „Großprojekt“ an der Ecke Römerstraße/Kaiserstraße hin. Am 27. Juni um 11 Uhr wird die Vaterfigur, ebenfalls aus Bronze gegossen, feierlich eingeweiht. Die Musikschule erhält als Spende ein Instrument und eine Schülerin wird mit einem Einzelstipendium gefördert. Beim Jahresempfang der Bürgerstiftung in den Räumen der Volksbank Darmstadt Südhessen am 19. Mai wird Klaus Schlappner, der China mehrfach jährlich besucht, als Referent  zum Thema „Von der Kurpfalz nach China und zurück“ sprechen. Der Projektverantwortliche  Erich Maier freut sich: „Das wird hochinteressant“. Im November wird die Auszeichnung „Courage in Lampertheim“ verliehen. Das 5. Neujahrskonzert der Starkenburger Philharmoniker im Januar  wird vorbereitet. Als Verantwortliche für das Projekt „historische Schilder“ arbeitet Vorstandsmitglied Elzbieta Liermann mit dem Heimatmuseum zusammen. Dieter Goll will herausfinden, wo sich die Lampertheimer Bevölkerung im Stadtgebiet die Aufstellung von Sitzbänken wünscht. Auch bei diesem Thema ist die Bürgerstiftung auf Ideen der Bürger angewiesen.

    Konzert der Starkenburger Philharmoniker im Januar 2014 mit Gesang und Tanz. Archivfoto: Hannelore Nowacki


    Erfolgreiche Projekte 2014 

    Einige Projekte sind abgeschlossen, andere haben die beabsichtigte dauerhafte Wirkung und erfreuen zahlreiche Bürger in langfristiger Perspektive. Vorstandsvorsitzender Kirschner erinnerte an die Gründung der Bürgerstiftung im Februar 2009 mit 13 Gründungsstiftern, mit jetzt 50 Personen und Institutionen hat die Bürgerstiftungsidee in Lampertheim gezündet. „Wir möchten durch Vorleben mitgestalten, die Eigenverantwortung stärken, denn Eigenverantwortung ist die Grundlage für Gemeinsinn“, erklärte Kirschner. Von Kunst und Kultur bis hin zur Jugend- und Bildungsarbeit reichte die Förderung. Die Bürgerstiftung Lampertheim hatte im letzten Jahr die Vorstände der Bürgerstiftungen aus Biblis, Bürstadt und Viernheim zum Kennenlernen und Meinungsaustausch eingeladen. „Denn das Rad muss nicht neu erfunden werden“. Als Erfolg verbucht Kirschner die kleine freie Bibliothek im Stadtpark, die den Namen „LiteraTurm“ erhalten hat. Außerdem hat die Bürgerstiftung in der Nähe zwei Bänke an lauschigen Plätzchen zum Schmökern und Entspannen spendiert. Zum sechsten Mal ehrte die Bürgerstiftung Menschen und Gruppen für ihr verantwortungsvolles, ehrenamtliches Wirken mit der Auszeichnung „Courage in Lampertheim“. Im Sinne der Willkommenskultur spendete die Bürgerstiftung zehn Winterarbeitsjacken für Flüchtlinge, die sich ehrenamtlich betätigen wollen. Hannelore Nowacki

     

     

     

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