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  • Mo., 29. Juli 2019, 12:27 Uhr
    Großartiges Abschiedsspiel an Trainer Alija „Ringo“ Hercegovac im Adam-Günderoth-Stadion

    „Wir werden dich immer in Erinnerung behalten – Ruhe in Frieden“



    LAMPERTHEIM – Zum Abschiedsspiel für Alija „Ringo“ Hercegovac waren sie alle gekommen – ehemalige Spieler und Torhüter, Freunde und Weggefährten, sogar aus Köln und Prag waren Spieler für das Team Ringo angereist. Ex-Nationaltorhüter Timo Hildebrand war der prominente Gast, der nicht nur viele Autogramm- und Fotowünsche erfüllte, gemeinsam mit Nada Hercegovac, der Witwe des beliebten Torhütertrainers, eröffnete er unter den Augen von Schiedsrichter Jacques Dupin mit dem Anstoß das Spiel, das auch ein Benefizspiel zugunsten der Stiftung „Athletes for Charity“ war. Eine Hüft-OP verhinderte jedoch seine aktive Teilnahme am Spiel. Herzliche Gesten gegenüber Nada Hercegovac zeigten die Verbundenheit, Timo Hildebrand umarmte sie und legte beim Begrüßungszeremoniell mit der ersten Spielmannschaft tröstend den Arm um sie. Zu einer stillen Gedenkminute hatte Stadionsprecher Patrick Andres vor Spielbeginn alle Mannschaften auf das Spielfeld gerufen. Mit bewegenden Worten erinnerte Andres an den beliebten Trainer Ringo, der am 31. Mai im Alter von 72 Jahren verstorben war. Kaum einen Torwart gebe es in der Region, den er nicht trainiert habe. „Wir werden dich immer in Erinnerung behalten – Ruhe in Frieden“. Im Interview mit Stadionsprecher Andres auf dem Spielfeld ließ Timo Hildebrand seine Zeit mit seinem Entdecker und Förderer Ringo Hercegovac dankbar Revue passieren. In der Halbzeit wurden aus dem Besitz des verstorbenen Trainers zwei Trikots versteigert, die Timo Hildebrand ihm einst geschenkt hatte – ein Trikot der Nationalmannschaft aus dem Sommermärchen 2006 und ein Schalke-Trikot. Auktionator Robert Schwab erzielte für diese besonderen Stücke 320 Euro und 130 Euro. Marco Steffan wird für seine Stiftung neben dem Auktionserlös auch Überschüsse aus den Verkaufseinnahmen als Spende erhalten. So viele Zuschauer wie sonst selten füllten die Tribüne im Adam-Günderoth-Stadion. Sie sahen ein sportlich spannendes Spiel mit rasanten Spielzügen und vielen Treffern. Schöner Fußball, das hätte Ringo gefreut, wie zu hören war. Nach 90 Spielminuten hatte sich das laufstarke Team Ringo in den orangefarbenen Hemden mit 11:8 Toren gegen die aktiven Fußballer durchgesetzt. Die „alten Hasen“ hatten sich gegen die „jungen Hüpfer“ mächtig ins Zeug gelegt und keine Schweißperle gescheut. Ringos Sohn Alen Hercegovac hatte das Team Ringo zusammengestellt und wechselte selbst in der letzten Spielrunde ein. Alle Spieler des Team Ringo hatten die Nr.1 auf der Rückseite ihres Shirts, vorne war die Hommage an den verstorbenen Ringo aufgedruckt: „Du wirst für immer mein Freund sein“. Alle vier Vereine, die sich das Stadion teilen, hatten sich in den Mannschaften formiert. Im ersten Spiel trat das Team Ringo gegen die Grünweißen vom VfB Lampertheim an, im zweiten Spiel war der FC Olympia mit Azzurri Lampertheim in weißblauen Trikots gemeinsam auf dem Spielfeld und im dritten Spiel war die Spielgemeinschaft FC Waldesruh/Waldhorn in Rot ein starker Gegner. Dabei hatten es die aktiven jungen Fußballer viel leichter als das Team Ringo, sie spielten nur jeweils 30 Minuten, das Team Ringo hielt ganze 90 Minuten durch. Stadionsprecher Andres, Vorsitzender des Sportausschusses beim FC Olympia, war sehr zufrieden mit dem schönen Nachmittag, an dem alles reibungslos verlaufen war und mehr noch: „Ich bin sehr stolz, dass alle vier Vereine zusammengehalten haben“. Auch die Organisation und Bewirtung der Spieler, Gäste und Zuschauer haben sich die Vereine geteilt, wie Andres berichtete, bei insgesamt fünf Wochen Planungszeit. Auch das Wetter hatte mitgespielt, pünktlich zum Spielbeginn strahlte die Sonne, das freute Andres, der von „Ringo-Wetter“ sprach. Ringo, wie der Trainer von allen genannt wurde, war unerwartet verstorben, wenngleich seine Krebserkrankung seit Jahren bekannt gewesen sei, teilte Andres gegenüber dem TIP mit. „Ringo war ein Kämpfer, er hat sich nichts anmerken lassen, deshalb haben wir wohl nicht bemerkt, wie schlecht es um ihn stand – dass es so schnell geht, haben wir nicht gedacht“. Noch im Februar habe er auf dem Platz gestanden und die Torhüter des FC Olympia trainiert und Anfang Mai sei er beim vorletzten Heimspiel gegen Birkenau im Stadion gewesen, erinnerte sich Andres. Die Idee für das Fußballspiel habe Ringos Sohn Alen Hercegovac gehabt. Ganz spontan habe Schiedsrichter Jacques Dupin zugesagt. In vierzig Jahren habe er 5.500 Spiele geleitet, drei Jahre in der Hessenliga und heute in der B-Liga. Nach Spielende überreichte Gisela Hanusch vom VfB-Sportausschuss der Witwe Ringos mit einem herzlichen Dankeschön für ihre Teilnahme an der Veranstaltung einen Blumenstrauß. Hannelore Nowacki

     

    Nach herzlicher Umarmung eröffneten Ex-Nationaltorwart Timo Hildebrand und Nada Hercegovac gemeinsam mit dem Anstoß das Abschieds- und Benefizspiel für den verstorbenen Trainer Alija „Ringo“ Hercegovac. Foto: Hannelore Nowacki


     

     

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