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  • Do., 07. April 2022, 08:00 Uhr
    KATHOLISCHES FAMILIENZENTRUM ST. MICHAEL: Rund um den Ukraine-Treff entsteht ein Netzwerk mit vielfältigen Angeboten 

    „Wir wollen es gemeinsam schaffen“

    Das Katholische Familienzentrum St. Michael lädt jeden Donnerstag von 14 bis 17 Uhr ukrainische Familien, deren Gastgeber und alle Interessierten zum Ukraine-Treff ein. Daraus hat sich ein Netzwerk mit zahlreichen Unterstützern und vielfältigen Angeboten entwickelt, die nun bei einem Pressegespräch vorgestellt wurden. Foto: Petra Gahabka


    HOFHEIM – Seit dem 23. März gibt es im Katholischen Familienzentrum St. Michael jeden Donnerstag den Ukraine-Treff. Hier haben ukrainische Familien, deren Gastfamilien und alle Interessierten die Möglichkeit sich auszutauschen, die Kinder können währenddessen spielen. Nun gilt es die Hilfsbereitschaft, die aktuell sehr groß ist, nachhaltig zu vernetzen.  

    „Innerhalb weniger Tage ist eine immense Energie entstanden, von Woche zu Woche sammeln wir Erfahrungen, und das Projekt wächst. Wir wollen es gemeinsam schaffen“, sagt Einrichtungsleiterin Heike Kissel-Eltrop. Die Zahl der Mitstreiter steigt stetig, viele von ihnen waren am Montagmittag zum Pressegespräch in die Kirchstraße 59 gekommen. „Besondere Situationen bedürfen besonderer Maßnahmen“, brachte es Ortsvorsteher Alexander Scholl auf den Punkt. In Hofheim gebe es derzeit über 30 Geflüchtete, eine Riesenaufgabe für die Kommunalpolitik, aber auch für Privatpersonen, die ukrainische Familien aufgenommen haben. Die Hilfsbereitschaft der Bürger beeindrucke ihn, Vernetzung sei hier etwas ganz Entscheidendes. „Ich bin bereit zu unterstützen, wo es möglich ist“, versicherte er. 

    Der Gemeinschaftsgedanke steht bei diesem Projekt im Vordergrund. „Wir möchten für Gastfamilien und Geflüchtete ein zentraler Ort sein, um sich zu treffen“, so Kissel-Eltrop. So sei der Gedanke aufgekommen, die Vernetzung über die Internetseite des Familienzentrums sichtbar zu machen. „Wir sammeln alle Angebote, die uns bekannt sind auf unserer Homepage und zeigen auf dem einfachen Weg die Vielfalt vor Ort auf.“ Durch eine Verlinkung gelangt man direkt auf die jeweilige Homepage oder Facebook-Seite, das Angebot wird stetig erweitert. So lädt das Familienzentrum donnerstags von 15 bis 17 Uhr zum Drop In für ukrainische Familien ein, das von Michaela Zinke ehrenamtlich begleitet wird, die Sprachförderkraft Annya Becker bietet in der Einrichtung „Deutsch lernen für Kinder ab 3 Jahre“ an, und es gibt die Ehrenamtsbörse „Zeitspende“ für Freiwillige, die sich in vielfältiger Art einbringen möchten. 

    Ein Link führt auch zu den Angeboten der Liebenzeller Gemeinde Hofheim sowie zu „Zweitglück – ein Angebot für Geflüchtete“ im Canisiushaus der Katholischen Pfarrgemeinde St. Michael, Pfarrgasse 2, das von Annette Rettig betreut wird. Hier können Spenden, Kleidung, Spielsachen, Küchenutensilien und Gebrauchsgegenstände abgegeben werden, um ukrainischen Familien die Möglichkeit zu geben, kostenlos Notwendiges zu bekommen. „Die Familien kommen hier an und haben nichts“, berichtete die Bobstädterin, die eine Mutter mit drei Kindern aufgenommen hat. Das „Zweitglück“ ist donnerstags von 16 bis 18 Uhr sowie nach Bedarf geöffnet, heißt: „Wenn eine Familie nach Hofheim oder Bobstadt kommt, kann mich die Gastfamilie gerne anrufen.“ Für Geldspenden können Spendenquittungen ausgestellt werden, ließ Katrin Scholl, Koordinatorin der Pfarrgemeinde, wissen. 

    Matthias Luz, Pastor der Liebenzeller Gemeinde Hofheim, und seine Frau Anne-Kathrin haben sieben Menschen aus der Ukraine aufgenommen, die vor wenigen Tagen in ihrer Heimat einen Angehörigen durch einen Raketenangriff verloren haben. Die Stadt und das Friedhofsamt ermöglichten es, einen Gedenkstein für alle Kriegsopfer und ein Holzkreuz für den Toten auf dem Friedhof aufzustellen, berichtete Matthias Luz. Seinen Wunsch nach einer Bank an diesem Ort der Erinnerung kamen Irina Schneider und Jessica Edelmann vom Förderverein des Familienzentrums spontan nach. Durch eine vom Förderverein ins Leben gerufene Benefiz-Malaktion, an der sich die Kita-Kinder eifrig beteiligt haben, sollen neben der Bank auch Ausflüge, beispielsweise in den Wormser Tierpark, finanziert werden.   

    „Ein ganz großes Lob und danke an die Runde hier, was alles innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden gestampft wurde“, zeigte sich Susanne Straub, Geschäftsträgerin des Familienzentrums, angesichts des großen Engagements beeindruckt. Hier werde Familienzentrum gelebt, „das spürt man mit jeder Faser“. Petra Gahabka

    Kontakt und Infos

    Katholisches Familienzentrum St. Michael

    Kirchstraße 59 in Hofheim 

    www.familienzentrum-stmichael-lampertheim.de

     

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