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  • Di., 12. Juli 2022, 07:07 Uhr
    GEBURTSTAGSPROGRAMM: Großes Interesse am Familientag der Stadtbücherei zum 70-jährigen Bestehen 

    Wissenschaft mit Spaß war keine Zauberei

    Eine Portion Kunstschnee in der Tüte zum Mitnehmen war begehrt. Foto: Hannelore Nowacki


     

    LAMPERTHEIM – Die Stadtbücherei im Haus am Römer ist 70 geworden und hat diesen Geburtstag am Samstag gemeinsam mit vielen Familien gefeiert. Zum Geburtstagsprogramm gehörten die spannende Experimentiershow im Römersaal mit Joachim Hecker sowie die Spiel- und Experimentierstationen der Jugendförderung in den Räumen der Stadtbücherei. Gebastelt wurden Autos, die magnetisch über die gemalte Straße gesteuert wurden und Häuschen aus Pappe mit Stromkreis. Beim niedlichen Bienenroboter kam es darauf an, ihn richtig zu programmieren, damit auf dem Parcours sein Ziel findet. Wo es so viele interessante Bücher zur Ausleihe gibt, wird auch gelesen, das übernahm Renate Rhein beim Geschichtenerzählen. Was bei einer Geburtstagsfeier nicht fehlen darf, sind Kaffee und Kuchen, Brezeln und sonstige Durstlöscher, die gleich am Eingang angeboten wurden. In die bunte Welt des Wissens tauchten Kinder und Erwachsene gemeinsam ein. Physik, Chemie und Mathematik ganz witzig erklärt und mit spannenden Experimenten sichtbar gemacht, diese Kunst beherrscht der Wissenschaftsjournalist und Buchautor Joachim Hecker zum Vergnügen seines Publikums. Was bei ihm wie Zauberei wirkt, ist die gekonnte Anwendung von Wissenschaft mit hohem Spaßfaktor. Auch die Mathematik bekommt bei ihm eine Bühne für verblüffende Zahlenphänomene. Gebannt schauten die Kinder zu, aber auch Mitmachen bei den Experimenten war angesagt. In seinem Buch „Das Raumschiff der kleinen Forscher“ spielt der Space-Hamster mit den runden Öhrchen die Hauptrolle, nicht zu verwechseln mit einer Katze, die spitze Ohren hat, klärte Hecker eine kleine Unsicherheit auf. Wer sich schon immer wunderte, warum der Handy-Akku morgens leer ist, weiß jetzt, dass der Space-Hamster nachts in seine ferne Heimat im All telefoniert. Womit das Raumschiff fliegt? Die Kinder meldeten sich eifrig und hatten Ideen wie Wasserstoff oder Planetenöl. Im Weltall gibt Galaxien, Kometen und Meteoriten, aber keine Luft, das war den Kindern klar. Vor den lustigen, flauschigen Aliens, die Hecker verteilte, musste sich niemand fürchten, später fanden sie alle wieder zu ihm zurück. Vom Vakuum und schrägem Raum erfuhren die Zuschauer  und vom nützlichen Infrarotlicht zur Erkundung des Weltalls, das die Forscher durch Sternenstaub ebenso hindurchsehen lässt wie die Kinder durch einen Luftballon. Eine selbst gebaute Ü-Eier-Kanone kam zum Einsatz und sorgte durch Unterdruck für den Knalleffekt. Flüssigkeit wird plötzlich gelartig fest, das bringt der Super-Absorber fertig, die ideale Substanz für Windeln, auf die Raumfahrer und Rennfahrer zurückgreifen, und für Sportschuhe. Neugierig nahmen Zuschauer das Angebot zum Anfassen an. Den Kunstschnee füllte Hecker später in Tüten zum Mitnehmen, eine weiche kühle Substanz, die in Filmen den echten Schnee ersetzt. Zum Experiment wünschte sich Hecker das Lied „Schneeflöckchen“, das die Erwachsenen mit vollständigem Text zu singen wussten. Das erstaunlich gute Wissen der Kinder führt die Leiterin der Stadtbücherei Barbara Burkhard auf das Forschernetzwerk in Lampertheim zurück, das in Kindergärten und Schulen aktiv ist. Bürgermeister Gottfried Störmer und der Erste Stadtrat Marius Schmidt begrüßten im Römersaal die Gäste aus der Lokalpolitik und mit Ria Pfeiffer eine ganz besondere Besucherin – sie leitete die Stadtbücherei vor 70 Jahren. Ein großes Kompliment sprach Schmidt Barbara Burkhard aus, der es als Leiterin gelungen sei, die Stadtbücherei modern zu entwickeln. Wichtig war ihm der Hinweis, dass für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre die Nutzung der Stadtbücherei kostenfrei ist. Der siebenjährige Leander war schon mit zwei Jahren bücherbegeistert, erzählte seine Mama stolz, damals noch beim Vorlesen. Den schrägen Raum aus der Experimentiershow wird er zuhause mit den Ausschneidebögen von Joachim Hecker nachbauen, darauf freute er sich.  Hannelore Nowacki

     

     

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