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    WOHNEN: Arbeitsgruppe Wohnen stellt positive Bilanz der letzten Monate vor

    „Wohnen für Hilfe“ als Win-Win-Konzept für bezahlbares Wohnen

    Die Arbeitsgruppe Wohnen (eine der fünf Arbeitsgruppen des Aktionsplans Inklusion) berichtete über Erfolge der vergangenen Monate. Im Bild (von links): Christina Adler-Schäfer, Vermieter Dr. Ernst Elbeshausen, Anke Heyber, Michelle Okumus und Kerstin Biehal.
    Foto: Hannelore Nowacki

    LAMPERTHEIM – Wohnen wird immer teurer, aber es stehen auch nicht genügend Wohnungen für den vorhandenen Bedarf zur Verfügung. Das ist die Lage vielerorts in Deutschland, auch in Lampertheim. Mit der Gründung der Arbeitsgruppe Wohnen im Rahmen des Aktionsplans Inklusion vor viereinhalb Jahren sollten neue Ideen gegen diese Misere gefunden werden. Auf der anderen Seite gibt es Leute, die Hilfe im Haushalt und Garten benötigen, zu Terminen oder zum Einkaufen begleitet werden. Nun könnte sich der glückliche Fall ergeben, dass Leute im Miete-Hilfe-Tandem privatrechtlich zusammenfinden – die einen verpflichten sich zur Hilfe – je nach Vereinbarung, die anderen stellen bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung. Als Ziel wird angegeben, eine langfristige Lösung zum gegenseitigen Nutzen zu schaffen.

    Mittlerweile hat sich das Konzept „Wohnen für Hilfe“ in Lampertheim organisatorisch etabliert. Zu den Ansprechpartnern gehören die Arbeitsgruppe Wohnen mit Kerstin Biehal von der Gemeinwesenarbeit mit Büro im Elsterweg 13 sowie die PauLas mit Christina Adler-Schäfer und Michaela Weber (die psychosozialen Fachkräfte auf dem Land). Wohnungen vermitteln sie nicht, aber sie wollen zu passenden Wohngemeinschaften verhelfen, begleiten, Tipps und Informationen geben. Projektkoordinatorin des Aktionsplans Inklusion ist Michelle Okumus, die ansonsten für die Lebenshilfe arbeitet. Finanziert wird das Projekt von der „Aktion Mensch“. Direkte Hilfe bietet die Stadt Lampertheim beim Fachdienst Soziales an: Bei Danijela Weidenauer können Wohngeld und ein Wohnberechtigungsschein beantragt werden und sie ist für das Konzept „Wohnen für Hilfe“ Ansprechpartnerin mit Tipps und Unterstützung (im Haus am Römer, 1. OG, Zimmer 102, danijela.weidenauer@lampertheim.de, Telefon 06206-935 474).

    Erste Erfolge mit „Wohnen für Hilfe“

    Erste Erfolge stellte die Arbeitsgruppe am Mittwochabend in den Räumen der Gemeinwesenarbeit der Regionalen Diakonie Südhessen vor. Für Lampertheim ist dieses Wohn-Konzept neu, doch in Deutschland seit Jahrzehnten in studentischen Kreisen bekannt. Nach der Infobörse im November 2024 hatte die Arbeitsgruppe Wohnen die Idee aufgenommen und erste Schritte eingeleitet. Weitere Veranstaltungen 2025 hätten großes Interesse der Bevölkerung gezeigt, berichtete die Gruppe, zu der auch Anke Heyber vom Fachdienst Soziales der Stadt Lampertheim gehört. Bei der Veranstaltung im September 2025 habe man zwei Interessierte erfolgreich zusammenführen können. Zur Erfolgsbilanz zählen insgesamt drei Tandems, eines sei jedoch gescheitert. Berichte sollen helfen, dieses Wohnkonzept bekannter und attraktiv zu machen. Über seine positiven Erfahrungen habe der betreffende Mieter bei einem Pressegespräch im Dezember berichtet.

    Am Mittwochabend war Dr. Ernst Elbeshausen gekommen, der aus Vermietersicht über seine guten Erfahrungen sprach. Seit dreieinhalb Jahren beherbergt er in seinem Haus ein junges Paar aus der Ukraine in zwei Zimmern mit Nebenkostenbeteiligung und Familienanschluss bei Familienfeiern. 2021 sei seine Frau verstorben. Nach dem Tod seiner Putzfrau vor anderthalb Jahren hätte sich das Paar spontan fürs Putzen bereit erklärt und tut dies bis heute. Voraussetzung für diese Harmonie sei jedoch auch gewesen, dass sich die Hunde vertragen. Bad und Küche werden gemeinsam benutzt, ganz ohne Probleme, wie der 78-Jährige berichtet. Mittlerweile sei das Paar berufstätig. Als Mitglied im Seniorenbeirat und im geschäftsführenden Ausschuss der Seniorenbegegnungsstätte habe er dort frühzeitig über seine Erfahrungen berichtet. Eine Infoveranstaltung mit Dr. Daniel Fuhrhop als Experte am 24. März um 18 Uhr im Sitzungssaal des Stadthauses soll „Wohnen für Hilfe“ und weitere soziale Modelle bekannt machen.

    Hannelore Nowacki

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