BAUMASSNAHME: Bürger ärgern sich über Hallenbau in Bobstadt in zentraler Lage
„Wohnraum wäre besser gewesen”
Riesengroß die Lagerhalle und groß die Verärgerung bei einigen Bobstädtern, dass an dieser Stelle in zentraler Lage kein Wohnhaus gebaut wird. Foto: Hannelore Nowacki
BOBSTADT – Die Überraschung war groß, als nach dem Bau des Fundaments in den letzten Julitagen plötzlich ein riesiger stählerner Hallenaufbau in der Frankensteinstraße neben der Poststelle hoch in den blauen Himmel aufragte. Ratlos standen einige Bobstädter vor der Baustelle und wunderten sich, dass so etwas vom Bauamt genehmigt wurde. „Wir waren alle nur erschrocken“, fasste Volker Utz die Reaktion von Anwohnern und anderen Bobstädtern zusammen. Auch hätte die Nachfrage bei einigen Lokalpolitikern, beim Ortsbeirat und Ortsvorsteher sowie bei Magistratsmitgliedern ergeben – niemand habe etwas gewusst. Das erschien nicht nur Volker Utz rätselhaft, der sich als Sprecher des Dorferneuerungsprogramms gemeinsam mit den Mitstreitern in der Dorferneuerung und der Politik für Wohnraum in zentraler Lage in Bobstadt stark gemacht hatte. Um jeden Bauplatz habe man für den Wohnungsbau im Sinne der Innenverdichtung gerungen – und jetzt das: Eine Halle für Oldtimerfahrzeuge. Erbost zeigte sich auch Berthold Lau über die fehlende vorherige Information und Klaus Spingl fand beim Anblick dieses Bauwerks: „Das passt nicht hier her“. Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Eberle (CDU), der auch Vorsitzender des Stadtentwicklungs- und Bauausschusses ist, wandte sich aus eigener Initiative an den TIP, nachdem er im Vorbeifahren die kleine Bürgerversammlung gesehen hatte und erklärte, wie Bauanträge behandelt werden, wenn für das Gebiet kein städtischer Bebauungsplan vorliegt – das Kreisbauamt in Heppenheim entscheidet dann ohne die Stadt Bürstadt für die Genehmigung einbeziehen zu müssen. Das sei die Gesetzeslage. Lediglich versichere sich das Kreisbauamt, ob das betreffende Grundstück erschlossen ist. Daher liege kein Versäumnis der Lokalpolitik vor, vielmehr sei alles normal verlaufen. Tatsächlich sei er ebenso wie die anderen Lokalpolitiker überrascht gewesen. An dieser Stelle dürfe 7,50 Meter hoch gebaut werden, wenn der Grenzabstand von drei Metern eingehalten werde. Dass der Kreis Bergstraße hier eine Lagerhalle genehmigt hat, fand Eberle selbst ärgerlich. Nach und nach werde in Bürstadt an Bebauungsplänen gearbeitet, dies sei jedoch zeitlich und personell sehr aufwändig. Letztlich genehmige das Regierungspräsidium Darmstadt die städtischen Bebauungspläne. Hannelore Nowacki