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    BÜRGERVERSAMMLUNG IN BIBLIS: Bürgerinnen und Bürger fragten – die Gemeinde hatte Antworten ohne Zufriedenheitsgarantie

    Wormser Straße wird streifenfrei – Regierungspräsidium und Kreis lassen nicht locker

    Weg mit den Markierungen – das ist vom Regierungspräsidium beschlossene Sache. Eine schriftliche Ansage, die bei vielen Nordheimern nach wie vor für Unverständnis sorgt.
    Foto: Hannelore Nowacki

    BIBLIS – Bei der 2. Bibliser Bürgerversammlung, die am Mittwochabend in Nordheim auf Einladung durch den Vorsitzenden der Gemeindevertretung Ruven Kronauer stattfand, berührte das Thema „rote Streifen“ weiterhin die Gemüter. Bürgermeister Konstantin Großmann (CDU) bestätigte noch einmal, was bereits öffentlich bekannt geworden war: Bald werden Bauarbeiter mit schwerem Gerät anrücken, um die roten Streifen und die Piktogramme auf der Wormser Straße in Höhe der Steinerwaldschule und der Kultur- und Sporthalle abzufräsen und neuen Asphalt aufzubringen. In einem Schreiben des Regierungspräsidiums Darmstadt, das der Gemeinde nach dem Versand der Unterschriftenliste zugegangen war, lässt die Behörde wissen, dass an der Entscheidung nicht zu rütteln ist – in zwei oder drei Wochen werden die Sicherheitsmarkierungen entfernt. Ein paar Zeilen zitierte Großmann, aus denen die grundsätzlichen Erwägungen deutlich wurden: Auf der kreiseigenen Straße dürfen keine Markierungen ohne vorherige Absprache angebracht werden, Ausnahmen könnten nicht genehmigt werden, um keine Präzedenzfälle zu schaffen. Wie auch der zuständige Dezernent des Kreises Bergstraße Matthias Schimpf geäußert hatte, könnten durch diese Markierungen zudem gefährliche Irritationen entstehen. Nichts hatte die Darmstädter Behörde umstimmen können, nicht die Unterschriftenaktion von Rüdiger Glaser und seiner Mutter Gretl Glaser, an der sich 354 Bürger samt Bürgermeister und Ortsvorsteherin beteiligt hatten (der TiP berichtete im September), und nicht das persönliche Vorsprechen in Darmstadt. Alle Ideen habe die Gemeinde vorgebracht: „Wir haben gekämpft“. In der Diskussion kamen Vorschläge auf, wie zukünftig für die Sicherheit der Fußgänger an dieser Stelle gesorgt werden könnte. Knackpunkt bleibt Tatsache, dass die Straße dem Kreis Bergstraße gehört. „Hier ist es nicht unsere Straße“, betonte Großmann. Auch eine Übernahme der langen Strecke vom Ortseingang bis zum ehemaligen Hessischen Hof durch die Gemeinde wäre nicht wirklich vorteilhaft, erklärte er, denn dann müssten auch Reparaturen und grundhafte Erneuerungen aus der Gemeindekasse bezahlt werden. 

    Themen zu Straßen und Verkehr bewegen die Bürger 

    Bürgermeister Großmann freute sich, dass so viele Bürger gekommen waren, auch aus der Kerngemeinde. Rund vierzig Bürger füllten die Sitzreihen im Foyer der Kultur- und Sporthalle, unter ihnen nahezu der komplette Ortsbeirat und viele Gemeindevertreter, wie Großmann betonte. Unter dem Motto „Bürgerinnen und Bürger fragen – die Gemeinde antwortet“ kamen in anderthalb Stunden bunt gemischt Themen zur Sprache, vorwiegend mit Fragen zum Straßenzustand, Auto- und Radverkehr, Beschilderung bei Umleitungen und Baumaßnahmen, Einbahnstraßenkonzept, neue Parkplatzmarkierungen und Verkehrssicherheit, auch dass die Bürger als Anlieger besser informiert werden möchten. Günter Mössinger fragte nach dem Stand der für Fahrzeuge gesperrten Steinerwaldbrücke und der neuen Natostraße, die im August wegen Waldbrandgefahr für den Autoverkehr gesperrt worden war. Bei der Brücke, die zur Ruine Burg Stein führt, gebe es nach der Begutachtung durch ein Ingenieurbüro noch Überlegungen und Beratungsbedarf zu den Kosten, erklärte Großmann: Soll es eine grundhafte Erneuerung für etwa 1,2 bis 1,5 Millionen Euro und 50-prozentiger Förderung mit einem Eigenanteil von bis zu 700.000 Euro geben oder eine Sanierung ohne Förderung für 480.000 Euro oder soll die Brücke abgerissen werden? In diesem Fall der Rückgabe würde das Regierungspräsidium der Gemeinde 180.000 Euro für den Abriss zur Verfügung stellen. Aufgemacht für den allgemeinen Fahrzeugverkehr werde die Natostraße wieder, wenn die siebzehn Pappeln in zwei bis drei Wochen den notwendigen Kronenrückschnitt bekommen haben, teilte Großmann mit, dafür nutze man jetzt die verkehrsfreie Zeit. Schilder in mehreren Sprachen informieren über die Nutzungsregeln in dem Gebiet. Bei einer Frage zur Sanierung einer schadhaften Straße in Nordheim, gab Großmann zu bedenken, dass es in Nordheim im Gegensatz zum Kernort keine wiederkehrenden Straßenbeiträge gebe. 

    Was ist mit der neuen Schule, Sportplatz und Spielplätzen? 

    Der Erbbauvertrag liege seit acht Wochen beim Kreis, der über den Schulneubau zu entscheiden hat, teilte Bürgermeister Großmann mit. Die Sportplatzplanung sei noch nicht final abgestimmt, doch könne der Sportplatz in der bisherigen Größe nicht mehr bewirtschaftet werden. Anstatt eine kleine freie Fläche im Helfrichsgärtel als Spielplatz einzurichten, was Großmann mit Blick auf den Haushalt als Schnellschuss ansieht, werde ein größerer Spielplatz eingeplant, an dessen Planung sich der neue Kinder- und Jugendbeirat beteiligen könne. Hier und da könne eventuell eine Tischtennisplatte installiert werden. Es sei auch eine Personalfrage: In Biblis gebe es 12 Spielplätze, die vom Bauhof zweimal in der Woche gereinigt werden müssen.  

    Hannelore Nowacki

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