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    KUNSTAUSSTELLUNG: Bilder von Johannes Gebhardt verbinden sich mit Gedichten der neuen Literatur-Initiative Lampertheim im Haus am Römer 

    „Wort trifft Bild“ – Poesie verbindet sich mit der Kraft in Öl

    Helmut Kaupe, Annie Bush und Didem Oktay gehören zu den neun Mitgliedern der mit Unterstützung des Kulturamtes neu gegründeten Literatur-Initiative Lampertheim (LIL). Die Ausstellung im Haus am Römer in der Domgasse 2 ist bei freiem Eintritt bis zum 5. April zu besichtigen. Öffnungszeiten: Montags und freitags von 8 bis 12 Uhr; montags, dienstags und donnerstags von 14 bis 16 Uhr. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Der Frühling in seiner frischen Schönheit lädt zum Spazierengehen ein, knorrige Apfelbäume blühen weiß mit einem Hauch von Rosa rund um Lampertheim und an der Bergstraße – diese und viele andere schöne Aussichten auf Landschaften und Natur bieten Bilder des bekanntesten Lampertheimer Kunstmalers Johannes Gebhardt in der „Galerie im Haus am Römer“ bei freiem Eintritt noch bis zum 5. April. Das Besondere dieser Ausstellung: Zu diesen insgesamt 18 Gemälden in Öl haben Mitglieder der neuen Literatur-Initiative Lampertheim (LIL) ihre Gedanken in eigener Poesie festgehalten, golden gerahmt neben jedem Gemälde zu lesen. Zum 125. Geburtstag des Malers, der 1970 in Lampertheim verstarb, fand am vergangenen Freitag die Vernissage zur 66. Bilderausstellung im Haus am Römer mit einer großen Gästeschar statt. „Diesmal auch mit Texten – das finde ich großartig“, schwärmte Bürgermeister Gottfried Störmer zur Eröffnung und dankte den LIL-Mitgliedern Annie Bush und Dr. Helmut Kaupe für die Koordination und Mühe. Kaupe erfreut sich seiner umfangreichen Gebhardt-Sammlung, aus der auch die ausgestellten Bilder als Leihgabe stammen. Dem Kunstmaler und Naturfreund Gebhardt hatte er bereits 2015 einen Bildband mit unterhaltsamer Textbegleitung gewidmet, eine Führung durch das bewegte Leben des Künstlers, mit Einblicken in seine Persönlichkeit und kunsthistorischen Betrachtungen. Das Buch ist für 20 Euro beim Rathaus-Service und bei der Stadtbücherei erhältlich. Gebhardts Bilder sind im Heimatmuseum, in vielen Lampertheimer Haushalten und sogar bei Fans in den USA zu finden, mehrfach wurden seine Bilder in Lampertheim ausgestellt, unter anderem zu dessen 100. Geburtstag im Sitzungssaal des Rathauses und zur Buchvorstellung im Alten Rathaus, wie Kaupe in seiner Rede zur Ausstellungseröffnung berichtete. Der vielseitig begabte Maler habe mehrere Instrumente gespielt, darunter Gitarre und Akkordeon, und bei seinen Ausflügen mit der Familie Eindrücke mit dem Fotoapparat dokumentiert. Als unehelich geborenes Kind mit dem Namen Johannes Biegi fehlte ihm in der Nazizeit zunächst der Ariernachweis um weiter künstlerisch tätig zu sein, den erlangte er schließlich, nachdem er seinen Vater ausfindig gemacht hatte und dann den Namen Gebhardt trug, mit dem er seit 1937 seine Bilder signierte. Anfänglich sei die Malerei eher Freizeitbeschäftigung gewesen, bis er sich entschloss, das Malen zum Beruf zu machen – nicht einfach in mageren Zeiten wie nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Sache mit dem Hirsch ist nicht nur eine Anekdote, es sei tatsächlich so geschehen, wie Kaupe zum Vergnügen der Zuhörer erzählte und wie im Gedicht des LIL-Mitglieds Helmut Blepp nachzulesen ist. Gebhardt, der Menschen und Tieren in seinen Bildern kaum Raum gab, musste eine Auftragsarbeit für einen Jäger abliefern, der einen Hirsch auf herbstlicher Waldlichtung haben wollte. Doch dieser sei weggesprungen, gerade als er ihn habe malen wollen, hatte der Künstler dem Jäger weismachen wollen. Musikalisch begleitete Joachim Sum die Veranstaltung an der Gitarre mit Volksliedern, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts beliebt waren wie „Der Mai ist gekommen“. Im Pressegespräch vor der Vernissage im Beisein von Helmut Kaupe und Annie Bush stellte Kulturamtsleiter Rolf Hecher die neueste Entwicklung in der Lampertheimer Kulturlandschaft mit Unterstützung des Kulturamtes vor: Die Gruppe „LIL“ mit neun Mitgliedern wurde nach einem Aufruf als Neustart ins Leben gerufen und löst als „Literatur-Initiative Lampertheim“ die 2017 gegründete „WIL“ (Wort-Initiative Lampertheim) ab – ein neuer Stern am Kulturhimmel. Als erstes eigenständiges Projekt sind die Gedichte zu den Bildern der Gebhardt-Ausstellung entstanden. In griffiger Kurzform „Wort trifft Bild“ fasste Hecher das Projekt begeistert zusammen. Hannelore Nowacki

    Bürgermeister Gottfried Störmer eröffnete die 66. Bilderausstellung im Haus am Römer, die mit Texten der LIL eine weitere Attraktion bietet. Foto: Hannelore Nowacki


     

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