
LAMPERTHEIM – Die CDU-Sommertour hat alljährlich einen festen Platz im Ferienkalender, so auch in diesem Jahr. Mit einem Unterschied: Zur Sommertour zu Eis Oberfeld am Montag hatte der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten Stefan Griesheimer auch alle anderen Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung eingeladen. „Überfraktionell“ deshalb, weil ja alle sechs Fraktionen über die Themen beraten und abstimmen, erklärte Griesheimer in der Presserunde zu Beginn. Man wolle das Jubiläum 100 Jahre Eis Oberfeld würdigen, dies auch als Familienleistung. Eis Oberfeld habe Lampertheim über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt gemacht und „ist eine Instanz“. Auf das Thema neue Gebührensatzung für die Sondernutzung öffentlicher Flächen seit Oktober letzten Jahres angesprochen, räumte Griesheimer ein, dass die Stadtverordneten wohl die möglichen Auswirkungen nicht bedacht hätten. Fraglich sei, ob die Gebührenerhöhung für die bestuhlten Außenbereiche in der Gastronomie wie beispielsweise auch bei Eis Oberfeld der eigentlich gewünschten Belebung der Innenstadt förderlich sei. Den Beschluss hatten die Stadtverordneten einstimmig gefasst, vorrangig um die prekären städtischen Finanzen aufzubessern. Man werde mit den Gastronomen in Austausch gehen, stellte Griesheimer in Aussicht. Auch gehe es um Verbote der Außenbestuhlung. Kurt Oberfeld in der weißen Arbeitsschürze holte die rund 40 Besucher ab, die sich vor Eisdiele auf dem kleinen Schillerplatz zur Sommertour versammelt hatten, neben den Lokalpolitikern auch weitere Interessierte. In der klimatisierten Laube, wie der stilvolle Eispavillon im Innenhof der Eisdiele genannt wird, nahmen die Besucher Platz.
Bevor Kurt Oberfeld anhand einer kleinen historischen Eismaschine einen spannenden Einblick in die Eisproduktion vor hundert Jahren gab, gratulierte der CDU-Fraktionsvorsitzender Griesheimer Kurt Oberfeld, der mit Ehefrau Karin, Tochter Diana Oberfeld und Schwiegersohn Vildan Quku zur Begrüßung gekommen war, zum 100-jährigen Jubiläum. Griesheimer freute sich, dass alle Fraktionen vertreten waren und dankte Kurt Oberfeld für die Einladung. Schöne Erinnerungen steuerte Griesheimer aus seiner Kindheit bei. Von Krafteinsatz und harter Knochenarbeit wusste Kurt Oberfeld aus Erzählungen seines Großvaters zu berichten. Damals stellte der Opa drei Sorten Eis nach eigenen Rezepten in einer Kurbelmaschine her: Vanille, Schokolade sowie Zitrone wechselnd mit Nuss, abgefüllt wurde in Thermodosen. Die Einführung des Elektromotors sei für seinen Opa ein großer Sprung gewesen. Zur Kühlung lieferte eine Firma Stangeneis, das zerkleinert und mit Salz vermengt zwischen Rührbehälter und Büttenwand gefüllt wurde, am Ende war das Eis fest, die Sole flüssig und wurde bei der benachbarten Elektrofirma Schmidt entsorgt, die einen Kanalanschluss hatte. Das Rezeptbuch hat die Familie bis heute gut aufbewahrt. Heute sorgen Kompressoren für schnelle Kälte. Innerhalb weniger Minuten gebe es aus den flüssigen Zutaten in den 10-Kilo-Behältern die fertige Eiscreme. 24 Sorten, die in spitze Knusperwaffeln und Becher gespachtelt werden. Eine ganze Tonne Eis werde bei Hochbetrieb gebraucht. In drei Gruppen führte Kurt Oberfeld die Besucher in die Produktionsräume, groß war das Interesse auch an der Schokoladenmanufaktur.
Hannelore Nowacki
INFO: Ein besonderes Ereignis für Kinder und die ganze Familie mit buntem Programm veranstaltet Eis Oberfeld mit dem großen Kindersommerfest am Freitag, 7. August, von 14 bis 18 Uhr, rund um die Schillerschule und auf dem kleinen Schillerplatz.
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