IDEEN-TREFF: Gemeinde beteiligt Kinder und Jugendliche an Planung für Skate- und Rollsportpark
Wunsch-Tools erhielten Punkte – Haltbarkeit wichtig
Oliver Haberer hatte aufmerksame junge Zuhörer, die sich hochmotiviert an der Ideenfindung für den zukünftigen Skate- und Rollsportpark beteiligten, ebenso aufmerksam nahm der Vorsitzende der Gemeindevertretung Konstantin Großmann (rechts) die Vorschläge zur Kenntnis. Foto: Hannelore Nowacki
NORDHEIM – Auf dem großen Spielplatz zwischen Feuerwehr und Alter Natostraße war am vergangenen Samstagnachmittag viel los. Während einige Kinder das sonnige Wetter für rasante Seilbahnfahrten nutzten und auf dem Rasenplatz bolzten, hatten 25 Kinder und mehrere Erwachsene, die sich an der Hütte versammelt hatten, etwas Besonderes vor: Sie waren der Einladung der Gemeinde Biblis und des Bürgermeisters gefolgt, um gemeinsam über die Gestaltung des geplanten Skate- und Rollsportparks zu beraten, ein Beteiligungsprozess im Rahmen der Kinder-und Jugendförderung. Gemeindevertreter und Ortsbeiratsmitglieder waren ebenfalls vertreten. Im diesjährigen Haushalt der Gemeinde Biblis sind für die neue Anlage 15.000 Euro eingeplant, eine Summe, die sinnvoll und im Sinne der zukünftigen Nutzer verwendet werden soll. Bürgermeister Volker Scheib freute sich über dieses große Interesse, schränkte die Erwartungen jedoch ein wenig ein: Die Mittel der Gemeinde seien beschränkt, aber der Fantasie seien keine Grenzen gesetzt. Wie sich zeigte, haben die Kinder und Jugendlichen schon recht genaue Vorstellungen, welche Tools ihnen Spaß machen und installiert werden sollten. Oliver Haberer von der Sozialagentur Fortuna und sein Team begleiteten den Ideen-Treff, in Biblis sind sie seit über zehn Jahren durch die Betreuung des Jugendzentrums bekannt. Konstantin Großmann, Vorsitzender der Gemeindevertretung, dem höchsten Entscheidungsgremium der Gemeinde, erklärte, dass ganz bewusst im Ortsteil Nordheim mit dem Projekt begonnen werde. Mit dem Bürgermeister ist er einig, dass die Skatemodule als dauerhafte Anlage gedacht seien. Eine Auswahl an Modulen und Tools hatte Moderator Haberer auf eine große Tafel gepinnt, die Kinder und Jugendlichen erhielten grüne und blaue Punkte, die sie nach Wunsch aufklebten. Tools wie die „miniramp“ oder „quarterpipe“ punkteten. Schnell war Einigkeit hergestellt, dass die Anlage langlebig sein soll und dafür Holz weniger geeignet sei als Beton. Dafür darf es ruhig etwas länger dauern, bis die tonnenschweren Beton-Tools gegossen und installiert sind. Haberer sprach auch die notwendige Pflege des Skate- und Rollsportparks in eigener Verantwortung der jungen Nutzer an. Das leuchtete den Jungen und Mädchen ein, die Müll und Unrat selbständig beseitigen wollen. Eine Bestandsaufnahme des gesamten Spielplatzes kam ebenfalls zur Sprache, dabei schnitt die Seilbahn gut ab. Auch die Fußballtore kamen gut weg, doch diesen fehle ein Ballfangzaun, nachdem die Hecken geschnitten wurden. Bürgermeister Scheib teilte mit, dass ein stabiler Metallzaun, der schon da sei, bald von Profis einbetoniert werde. Außerdem werde die Bepflanzung ergänzt. Weiter gingen die Beratungen am 8 auf 30 Meter großen betonierten Platz, der als Basketballfeld mit nur einem Korb angelegt wurde und wenig genutzt wird. Hier soll die neue Freizeitanlage entstehen. Riesige Wasserlachen hat der Regen hinterlassen, die wegen des verstopften Abflusses nicht abfließen können, aber beim Durchfahren mit dem Fahrrad durchaus für Spaß sorgen, wie die jungen Radfahrer bewiesen. „Wir sind heute ein großes Stück vorangekommen“, zog Bürgermeister Scheib Bilanz. Weitere Ideen sind willkommen und können direkt an Ralph Dobners E-Mail-Adresse r.dobner@sozialagentur-fortuna.de geschickt werden. Hannelore Nowacki
Beim Ortstermin in den Blick genommen: Dieses befestigte Spielfeld wird zum Skate- und Rollsportpark umgewandelt. Foto: Hannelore Nowacki