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Fr., 02. Juni 2017, 08:17 Uhr
1250 Jahre Bürstadt – Jubiläumsseniorennachmittag mit großem Programm
Wunschkonzert mit Lieblingslied „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“
Das Programm beim Jubiläumsseniorennachmittag sorgte für gute Stimmung unter den etwa dreihundert Gästen im Bürgerhaussaal. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – In der Festwoche zum Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung von Bürstadt war der Jubiläumsseniorennachmittag ein besonderer Höhepunkt für die Ü70-Bürstädter. Über 300 Anmeldungen waren beim Magistrat eingegangen, eine muntere Gesellschaft der über 70-Jährigen war im Bürgerhaussaal zusammengekommen. Auch pflegebedürftige Bewohner des Alten-und Pflegeheims St. Elisabeth nahmen an diesem Ereignis teil. Eine Stunde vor dem offiziellen Programmbeginn war Gelegenheit, sich bei Kaffee und Kuchen ausgiebig bei Tisch zu unterhalten. Als Gastgeberin hatte die Stadt Bürstadt Kaffee und Kuchen spendiert, dreierlei Fischbrötchen, Bratwurst mit Brötchen und Getränke waren zu genussfreundlichen Preisen beim Catering-Service zu haben. Als herzliche Helfer in blauen Hemden waren zahlreiche Mitarbeiter der Stadtverwaltung im „Team Bürstadt“ im Saal unterwegs, um den Gästen einen rundum angenehmen Aufenthalt zu bieten. Bürgermeisterin Barbara Schader bereitete die Gäste in ihrer Begrüßungsrede auf den Programmablauf vor und kündigte ein besonders edles Geschenk an, das am Ende zum Mitnehmen ausgegeben wurde – eine schön verpackte Tafel Edelschokolode mit dem Stadtsiegel aus rotem Marzipan. Frank Gumbel führte als Moderator durch das Programm und gestaltete selbst einen Mundartvortrag. Wie einst Hans Rosenthal im Fernsehen, wollte Gumbel die Gäste mit dem Dalli-Klick-Spiel unterhalten. Nachdem feststand, wer unter den Gästen die Älteste und der Älteste ist, überreichten Bürgermeisterin Barbara Schader und Erster Stadtrat Walter Wiedemann der 99-jährigen Valerie Schafhaupt und dem 93 Jahre alten Franz Marsch ein Präsent. Marsch hatte seine Mundharmonika mitgebracht und bewies durch sein flottes Spiel, dass Musik frisch hält. Im Film zu Beginn des Programms unternahmen Schüler der Erich-Kästner-Schule und der Schillerschule mit ihrem Projektlehrer Andreas Fleck und Videofilmer Alois Klüber einen informativen Rundgang durch Bürstadt zu geschichtsträchtigen und anderen Stellen, deren Bedeutung sie unterhaltsam erklärten. Das Leben mag kein Wunschkonzert sein, doch an diesem Nachmittag wurden zahlreiche Musikwünsche erfüllt. Gregor und Gabi Winkler hatten zuvor wunschgemäß eine Hitliste erstellt und begeisterten die Besucher mit Schlagern und Hits aus mehreren Jahrzehnten, begleitet von Werner Held am Keyboard. Welches wohl das beliebteste Lied sein würde? Eine spannende Frage, bis schließlich klar war: Den ersten Platz hatte „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“ verdient. Mitsingen war erwünscht, wobei einige Schlager zwangsläufig zum Mitsingen und Mitschwingen animierten wie Andrea Bergs „Du hast mich tausendmal belogen“. Fürs Tanzen war hingegen niemand so schnell zu begeistern, auch wenn der Hit des Sängers Gerhard Wendland aus dem Jahr 1961 „Tanze mit mir in den Morgen“ beschwingt dazu aufforderte. Die Wunschtitel aus der Liste „Sie wünschen – wir spielen“ umfassten vier Teile, dazwischen war Raum für die Kunst des gereimten Worts von Doris Keinz über ihre Heimatstadt Bürstadt, die praktisch alles bietet, was man sich wünschen kann, und nicht nur eine Stadt des Sports und der Bewegung ist, sondern auch eine Stadt des guten Wassers. Das „Bäschdädder Wasser“ sei sogar „viel besser noch als der beschde Woi“. Vielen Bürstädtern ist Doris Keinz aus der Fastnacht und dem SKK 50 bekannt, wo in Bürstadt die gute Stimmung einen Stammplatz hat. In ihrer geschichtlichen Hommage an Bürstadt spannte sie den mundartlichen Bogen umfassend von der frühen Zeit vor 1250 Jahren, als das „Kloschder Lorsch“ sechs Morgen Ackerland erhielt, bis zur Kläranlage, die immer auf dem neuesten Stand der Technik sei. Ins Schwärmen kam sie bei der Naturoase, zu der die „Glücksbaumallee“ gehört. Die Handschrift von Ehemann Hermann sei beim Text erkennbar, gab Doris Keinz der Bürgermeisterin Recht, die außerdem lobte, dass Doris Keinz die Bäschdädder Sproch am Leben halte. Illustriert wurde ihr Vortrag mit einer Videoschau auf der Bühnenleinwand, die Renate Gayer steuerte. Mit Theo Held kam Moderator Gumbel programmgemäß auf dem Sofa sitzend ins humorvolle Zwiegespräch voller Erinnerungen. Als Kind stromerte Theo Held mit anderen Kindern im Briebel herum und der Albert hat damals immer gewusst, wo es in den Gärten die besten „Quetsche“ und andere Leckereien gab. Hannelore Nowacki