MUNDART: Feuerwerk von unterhaltsamen und emotionalen Momenten gezündet
Zahlreiche emotionale Momente bei den „Lômbadda Babblern”
Einmal mehr wurde bei den „Lômbadda Babblern” die Mundart gepflegt. Foto: oh
LAMPERTHEIM – Nachdem die Mundart-Gruppe „Lômbadda Babbler” im August in ihrem „neuen Zuhause“, der Martin-Luther-Gemeinde, mit einem unterhaltsamen Abend gestartet war, setzen sie jetzt bei ihrer zweiten Veranstaltung ihre Erfolgsgeschichte vor. Auch an diesem Abend zündeten die „Dialekt-Bewahrer“ ein Feuerwerk von unterhaltsamen und emotionalen Momenten und die zahlreichen Zuschauer honorierten dies mit viel Applaus, teilweise sogar mit Standing Ovation.
Die „Owwerbabbler“ Kerstin Zecher und Kalle Horstfeld hatten im Vorfeld wieder ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt und waren geradezu überwältigt, als sie im „rappelvollen“ Gemeindehaus die Gäste begrüßten. Der Saal war bis zum letzten Platz besetzt und es musste mehrfach Stühle nachgestellt werden.
In ihrer Begrüßung freuten sich Zecher und Horstfeld erst einmal darüber, dass die Lômbadda Babbler Abende einen so großen Zuspruch erfahren und dass der Umzug zur Martin-Luther-Gemeinde eine sehr gute Entscheidung war. Auch das neue Konzept, unter anderem mit „Gastbabblern“, scheint aufzugehen. Sie bedanken sich noch einmal ausdrücklich beim Kirchenvorstand und Stadtverwaltung Lampertheim für die große Unterstützung.
Eine große Freude war es, den „Owwerbabblern“ unter den Gästen Spargelkönigin Stella Svenja I. begrüßen zu dürfen. Natürlich ließ es sich die amtierende „Hoheit“ nicht nehmen, ein Grußwort an die Gäste zu „babbeln“.
Als weiteren Gast begrüßten Zecher und Horstfeld den Landtagsabgeordneten Alexander Bauer. Er setzt sich in der letzten Zeit als „Mundartretter“ sehr stark für den Erhalt von Dialekten ein.
Hausherr Pfarrer Ralf Kröger ging in seinem Grußwort darauf ein, dass ein Dialekt auch ein Stück Heimat ist und die Menschen miteinander verbindet.
Karin Kraus bedauerte in ihrem Beitrag, dass es in Lampertheim kaum noch Metzgereien gibt. Dass es zwar viele Bäckereien gibt, das wäre aber kaum noch Lômbadda.
Für die Lômbadda Babbler war es eine große Freude, dass auch „Gründungsmitglied“ Manfred „Mônners“ Krämer als „Gastbabbler“ präsent war. Er hatte für diesen Abend extra ein Lampertheimer Gedicht geschrieben. Seinen interessanten Beitrag durch sein Lômbadde beendete er schließlich mit der erfreulichen Nachricht. „Er liewe Leid, ich dônk eich schee, un a wônn isch jetzt wirra geh, ich kumm wir hää unn babbel mit, in dähre wunnascheene Hitt.“ Diana Boll erzählte danach auf lustige Art über Krankheiten, die im Alter zu nehmen und ein Abend bei den Lômbadda Babbler die beste Medizin für sie sein. Kindheitserinnerungen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg seines Großvaters erzählte schließlich Jürgen Jakob.
Margit Kühn bekannt für ihre Auftritte in Kostümen und Hüten, kam schließlich mit Tochter Bärbelchen – einer Puppe – auf die Bühne. Sie erzählte, dass Bärbelchen unbedingt einmal an einem dieser Abende teilnehmen wollte. Bärbelchen gehorchte der Mama allerdings nicht so richtig und ging erst, nachdem sie ein Geschenk erhalten, hatte wieder von der Bühne.
Zahlreiche Tränen flossen schließlich, als Heinz „Clever“ Eichenauer sein in der Pandemie entstandenes neues Lampertheimer Lied präsentierte: „Ja, ich lieb Dich, mein schönes Lampertheim“. Musikalisch wurde er dabei von Matthias Karb begleitet.
In der zweiten Halbzeit des Abends erzählte Herbert Tiefel von seiner „buckligen Verwandtschaft“. Ulrich Freiherr von Heyl freute sich, dass jetzt wieder Babblerabende stattfinden und präsentierte das Gedicht „Mär babbele wieder“. Ruth Hartmann, die im August ihr Debüt bei der Mundartgruppe gab, berichtete über Kindheitserinnerungen bei der Kartoffelernte. Aus dem Gedichtband ihre Mutter, der Heimatdichter Else Hanf, stellte Herta Kleinert zwei Geschichten vor. Die Beiträge „Die Silberhochzeit“ und „Sperrmüll“ sorgten für viel Gelächter und großen Applaus. Andrea Krüger berichtete von ihren Erfahrungen und Erlebnissen mit der Ökumene. Dabei war ihre anschließende Feststellung: „Wichtig ist, wie die Menschen untereinander umgehen“.
Der Abend endete schließlich mit einer „Urgewalt“ oder einem „Energiebündel“, wie zahlreiche Zuschauer feststellten. Als das Lampertheimer Urgestein Fritz Medert die Bühne betrat, spürte man förmlich die Bewunderung und den Respekt vor dieser Persönlichkeit. Trotz seines vorgeschrittenen Lebensalters erzählte er mit viel Freude und schönen Erinnerungen Geschichten aus seinem Leben. Seinen Auftritt beendete Fritz Medert schließlich mit dem Lied „Wônn ich nachts vun de Kneip hômgeh“, welche eine ganz außergewöhnliche Gedächtnisleistung erfordert. Nach dieser Darbietung standen die Leute von den Stühlen auf und verabschiedeten das Lampertheimer mit sehr langem Applaus.
Die Owwerbabbler Kerstin Zecher und Kalle Horstfeld verabschiedenden schließlich die Gäste, allerdings mit dem Hinweis, ob nicht noch ein „Gastbabbler“ unter den Zuschauern wäre. Bei den Lômbadda Babblern darf schließlich jeder auf die Bühne, der etwas zu erzählen oder zu berichten hat. Erst dann wird das Licht ausgemacht.
Die nächste Veranstaltung der Lômbadda Babbler findet am 13. Dezember um 19 Uhr im Gemeindehaus der Martin-Luther-Kirche statt. Die Bevölkerung ist sehr herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. zg