GESUNDHEITSVORSORGE: Biblis gehört zu den FSME-Risikogebieten in Deutschland / Ausstellung im Rathaus zu sehen
Zecken sollten nicht unterschätzt werden
Ausstellungseröffnung im Bibliser Rathaus: Noch bis 9. Mai können sich Bürgerinnen und Bürger dort rund um das Thema Zecken und wirkungsvolle Schutzmaßnahmen informieren. Foto: Benjamin Kloos
BIBLIS – Zecken – mit diesen kleinen Krabbeltieren setzen sich wohl die wenigsten ausführlich auseinander. Viele Menschen ekeln sich sogar vor ihnen. Bei einem Spaziergang im Wald oder auf einer Wiese bemerkt man sie kaum und selbst, wenn sich einmal eine Zecke festgesetzt hat, wirkt sie eher unscheinbar. Diese Annahme trügt, denn die kleinen Tierchen können gefährliche Krankheiten wie Borreliose oder die Frühsommer-Meningoenzephalithis (kurz FSME) auf den Menschen übertragen. Hierbei kann ein einziger Stich ausreichen. Durch den Klimawandel sind sogar im Winter Zecken wegen der milden Temperaturen aktiv, sodass mittlerweile ein ganzjähriges Risiko besteht. In Biblis informiert seit Mittwoch und noch bis mindestens 9. Mai eine Ausstellung im Rathaus über die Gefahren und möglichen Schutz, auch Infomaterialien sind hier erhältlich.
Denn auch der Kreis-Bergstraße gehört schon seit einigen Jahren zu den FSME-Risikogebieten in Deutschland. 27 Prozent der FSME-Fälle in Hessen werden im Kreis Bergstraße gemeldet – dennoch besteht kein Grund zur Panik, vielmehr sei es wichtig, sich über mögliche Gefahren bewusst zu sein und diesen vorzubeugen. „Es ist wichtig, das Thema gemeinschaftlich anzugehen, daher danke ich dem Kreis für die Vorbereitung der Ausstellung. Wir haben hier in Biblis Kindergärten im Wald- und Wiesenbereich und viele Naherholungsgebiete, daher ist das Thema Zecken sehr wichtig”, betonte Bürgermeister Volker Scheib. „Wir wollen besonders Kitas und Vereine, die viel in der Natur sind, mit einbinden und gezielt informieren. Wir sind im roten Bereich was die Gefahr durch Zecken angeht. Wir werden die Ausstellung nutzen, um alle Menschen in Biblis zu informieren, ganz gezielt auch die Mitarbeiter des Bauhofs.”
Gesundheitsdezernentin Diana Stolz ergänzte, dass FSME eine von vielen Krankheiten sei, welche die Zecke übertrage. Diese falle jedoch nicht wie häufig angenommen von Bäumen, sondern streift sich beispielsweise im hohen Gras ab und wandert dann häufig noch über den Körper, um eine geeignete Stelle zu finden. Es sei daher wichtig, zu verhindern, dass die Zecke sich festsetzt. Zu möglichen Schutzmaßnahmen gehören etwa helle, geschlossene Kleidung zu tragen, Hosenbeine in die Socken zu schieben und sich nach jedem Aufenthalt zum Beispiel im Wald oder anderen Orten mit hohem Gras gründlich auf Zecken abzusuchen. Letzteres sei gerade mit Blick auf die Borreliose wichtig: Fast jede dritte Zecke trägt deren Erreger in sich und könnte diese in eine Stichwunde einbringen. Je zügiger und sorgfältiger eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Infektion. Der Körper der Zecke sollte dabei möglichst wenig gequetscht werden. Handelsübliche Zeckenkarten und -zangen zur Entfernung sind in Apotheken und gut sortierten Drogerien erhältlich, auch der Hausarzt oder die Hausärztin berät hierzu. Ein charakteristisch bei Lyme-Borreliose auftretendes Symptom und eine Art Alarmsignal kann unter anderem die sogenannte Wanderröte sein. Hierbei tritt einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich eine kreisrunde Hautrötung um die Einstichstelle auf, die allmählich immer größer wird. Zur Rötung können zusätzlich Fieber, Müdigkeit sowie Muskel- und Kopfschmerzen hinzukommen. Eine antibiotische Therapie der Lyme-Borreliose ist am erfolgreichsten, wenn sie so früh wie möglich begonnen wird. Eine präventive Impfung gegen Lyme-Borreliose gibt es derzeit noch nicht.
Im Gegensatz hierzu steht die FSME: Diese wird sofort übertragen, es besteht aber die Möglichkeit des individuellen Schutzes durch eine Impfung. „Gerade für Hundebesitzer, Gartenbesitzer und Menschen, die sich viel im Freien aufhalten, ist diese sinnvoll”, bekräftigt Diana Stolz. Durch die Impfung sorge man für den Schutz der eigenen Person, ein Gespräch mit dem Hausarzt, ob die Impfung sinnvoll ist, sei angeraten. Übrigens seien sowohl Hunde als auch Katzen häufig Zeckentaxis, hier ist besonders auf regelmäßige Untersuchungen auch des eigenen Körper zu achten, selbst wenn der letzte Aufenthalt im Freien bereits etwas her ist.
„Ich bin eine große Befürworterin von Prävention, gerade auch, was das Thema Zecken angeht. Ich bin der Gemeinde Biblis dankbar, dass auch hier im Rathaus aufgeklärt wird. Mir liegt sehr am Herzen, dass die Bürgerinnen und Bürger unseres Kreises über mögliche Gefahren und Maßnahmen, wie man diese verringert, informiert sind und sich weitergehend zum Beispiel auch von ihren Hausärztinnen und Hausärzten beraten lassen“, erklärte Gesundheitsdezernentin Diana Stolz. „Wir haben eine wunderbare Landschaft, man soll sich auch gerne in der Natur aufhalten – aber man sollte die Gefahren kennen und sich schützen.”Benjamin Kloos