
LAMPERTHEIM - Seit 5 Jahren begleitet Marius Schmidt das Amt des Ersten Stadtrates. In dieser Zeit habe er gute Zeiten erlebt und blicke mit Stolz auf das Erreichte zurück. „Es gab aber auch Stunden des Schattens“, erläuterte Schmidt am Freitag gegenüber der Presse. Fünfmal habe er in den vergangenen Jahren um Menschen getrauert, jetzt sei er vom eigenen Leben eingeholt worden. Familiäre und private Gründe hätten ihn nun zum Handeln gezwungen. Daher ziehe er jetzt einen Schlussstrich und habe den Magistrat zum nächstmöglichen Termin um Entbindung von seinen Aufgaben geben – und damit das Ausscheiden aus dem Beamtenverhältnis. Darüber befindet das Gremium in der nächsten Woche. Bis die Nachfolge geregelt ist, könnte Bürgermeister Alexander Scholl „kommissarisch“ die Geschäfte weiterführen.
„Der Job lässt keinen Spielraum, um sich parallel den aktuellen Bedürfnissen seiner Familie zu widmen“, erklärte Marius Schmidt. Neben einer beruflichen Neuausrichtung im Bereich Soziales, wo er sich verwirklichen wolle, müsse er mit seinen Kräften haushalten. Die Substanz, um weitere politische Auseinandersetzungen oder Grabenkämpfe ausfechten zu können, sei aktuell nicht vorhanden. Er habe für Lampertheim alles gegeben. Und natürlich habe ihm die Wahlschlappe als Bürgermeisterkandidat zu schaffen gemacht. „Das alleine gab aber nicht den Ausschlag“. Er scheide sicher nicht fehlerlos aus dem Amt, „aber besten Gewissens“. Das Aus als Erster Stadtrat sei übrigens nicht das Ende des politischen Menschen Marius Schmidt. „Ich bleibe auch als aktive gestaltender Teil der Stadtgesellschaft erhalten und weiterhin dem Wohl des Gemeinwesens verbunden“, so Schmidt. Er danken allen Mitarbeitern und seinen Weggefährten für das Vertrauen und konzentriere seinen Fokus jetzt mit Schwerpunkt auf das Wohl seiner Familie sowie das Engagement für seinen neuen Arbeitgeber. „Ich will auch keine Narben hinterlassende Diskussionen“, betont Marius Schmidt. Trotzdem blicke er als SPD-Mitglied und Vorsitzender der Bergsträßer Sozialdemokraten mit Spannung auf den Ausgang der Kommunalwahl am 15. März. Welche neuen politischen Mehrheiten oder Koalitionen sich daraus ergeben, ist offen. Ebenso die Personalie für die Neubesetzung des Ersten Stadtrates. Dieses Amt hätte Marius Schmidt unter normalen Umständen noch bis 2027 inne gehabt.
Zitat: „Mit 34 Jahren bin ich noch zu jung für die Rente“ (Marius Schmidt)
Steffen Heumann
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