Gedenkstunde zum Volkstrauertag am Kriegerdenkmal im Stadtpark
Zu Ehren der Gefallenen
Am Ehrenmal im Stadtpark wurde am Sonntag in Lampertheim der Opfer beider Weltkriege gedacht. Foto: Nadine Schütz
LAMPERTHEIM – „Schenk Frieden uns und unsren Kindern alle Zeit“ klang es am Sonntagvormittag vor dem Kriegerdenkmal im Stadtpark. Zum Gedenken an die Kriegsopfer der beiden Weltkriege hatten sich Bürgerinnen und Bürger versammelt, darunter Vertreter aus Politik und dem lampertheimer Vereinsleben. Musikalisch ansprechend gestaltet wurde die Gedenkstunde durch den Evangelischen Posaunen-Chor unter der Leitung von Daniel Ott und den MGV 1840 Lampertheim e.V. mit Dirigentin Elisabeth Seidl.
„Ganz gewiss ist es gut, wenn die Wunden der Vergangenheit heilen“, erläuterte Pfarrer Sven Behnke in seiner Ansprache, „aber es wäre fatal, wenn wir diejenigen dem Vergessen preisgeben, die diese Wunden erlitten haben.“ Sich des Schicksals derer bewusst zu werden, sei der Schlüssel, auch über den Volkstrauertag hinaus dazu beizutragen, dass sich solches Leid nicht wiederhole. Wo erinnert wird, so Behnke in Bezug auf die Unbekannten Soldaten des Denkmals, bekämen diese ein erkennbares Gesicht, seien nicht vergessen. „Sorgt ihr, die ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibe“ zitierte Behnke an dieser Stelle Theodor Heuss, der damit den Toten eine Stimme gegeben habe. „Gott gebe uns Kraft und Mut, dieser Aufgabe gerecht zu werden“, schloss Behnke.
Herbert F. Tiefel, stellvertretender Vorsitzender des VdK-Ortsverbandes Lampertheim, schloss auch die Soldatinnen, Soldaten und Privatopfer ein, die in der ganzen Welt in Kriegen oder bei terroristischen Attentaten gefallen sind. Er provozierte bei den Zuhörern die Frage nach dem Sinn der Taten von „glaubensverblendeten Terroristen-Söldnern und despotischen Volks-ver-Führern“ sowie fragwürdigen Waffenlieferungen, wo doch Völkergruppen seit Jahrhunderten in friedlichem Miteinander gelebt hätten. „Wehret den Anfängen“, zitierte Tiefel leicht abgeändert und unter anderer Sinngebung den römischen Dichter Ovid und forderte damit „alle Politiker des Landes und die Bundesregierung auf, mit aller Härte, die uns unsere Demokratie bietet, gegen diese Volksverhetzer und gegen den Terrorismus aller Couleur vorzugehen, um den Frieden in Deutschland Europa und der Welt mit allen Kräften zu schützen.“ Nadine Schütz