Sa., 15.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Mi., 10. September 2025, 10:33 Uhr
    FEUERWEHRÜBUNG: Gemeinsame Jahresübung der drei Bürstädter Feuerwehren in Riedrode mit 50 Einsatzkräften und Unterstützung von DRK-Rettern

    Zuerst kommt die Menschenrettung

    Eingeklemmt im Auto auf dem Rücksitz war die junge Verletzte, echt mit Kunstblut und geschminkten Wunden.
    Foto: Hannelore Nowacki

    RIEDRODE – Feuerwehren sind immer bereit auszurücken, wenn es brennt oder eine andere Hilfeleistung gefordert ist. So kam es auch am Montagabend, als die große gemeinsame Jahresübung der drei Bürstädter Freiwilligen Feuerwehren gerade erfolgreich beendet war und in der Riedroder Feuerwache in der Lindenstraße ein Imbiss vorbereitet war: Kaum angekommen nach der Übung, wurden die Einsatzkräfte zu einem Brand in Bürstadt alarmiert und rückten aus.
    Zuvor hatten die rund 50 Einsatzkräfte der Feuerwehren Bürstadt Mitte, Bobstadt und Riedrode ihre gemeinsame Jahresübung am Sportplatz in Riedrode absolviert. Neunzig Minuten war das zeitliche Ziel, wie Stadtbrandinspektor (SBI) Sebastian Kaiser und der Riedroder Wehrführer Sascha Brutscher der Presse mitgeteilt hatten. Auf dem Vorplatz der Feuerwache Riedrode fanden sich Gäste aus der Politik und Verwaltung ein, weitere Gäste waren gleich zum Ort des Geschehens gekommen. Bürgermeister Boris Wenz, der Erste Stadtrat Christoph Lang, Magistratsmitglieder und Vertreter der Fraktionen sowie interessierte Bürger waren eingeladen. Im jährlichen Wechsel sind die drei Bürstädter Feuerwehren Gastgeber für die gemeinsame Jahresübung mit anschließendem geselligen Imbiss in der jeweiligen Feuerwache. Das komplexe Szenario mit zweifachem Unfallgeschehen hatte sich das vierköpfige Vorbereitungsteam überlegt und geheim gehalten, denn auch bei echten Einsätzen wissen die Feuerwehrleute nicht, was sie erwartet.
    Einsatzleiter war David Rennert aus Riedrode. Über Funk war auch Wehrführer Sascha Brutscher ständig gefragt. Mit fachkundigem Blick verfolgte Kreisbrandmeister Uwe Schwara die Übung und machte sich Notizen. Auch DRK-Rettungsteams aus Bürstadt, Biblis, Lampertheim und Bensheim waren vor Ort. An diesem sonnigen und milden Spätsommerabend im Grünen mit altem Baumbestand spielten sich die Rettungsarbeiten mit schwerem Gerät und körperlichem Einsatz ab: Ein PKW war zwischen zwei Bäume geraten, vier Personen mussten mit schwerem Gerät befreit werden, Spreizer zwängten sich durch die Autotüren, dann erst konnten die Verletzten auf Spezialtragen vorsichtig aus dem demolierten Auto geholt und medizinisch versorgt werden. Eine gerettete Person in Gestalt einer Übungspuppe wurde von DRK-Kräften mit Herzdruckmassage wiederbelebt. Drei Verletztendarsteller stellten Jugendfeuerwehr und Feuerwehrverein, deren blutige Wunden und Abschürfungen täuschend echt wirkten. Drei weitere „Verletzte“ waren Dummies. Ein Traktor mit Anhängern war in den Unfall verwickelt, tropfende Container mit Gefahrgut waren geladen, ein verletzter Dummie lag unter dem Anhänger, kontaminiert mit der unbekannten gefährlichen Flüssigkeit, die bei dieser Übung jedoch nur Wasser war.

    Das Übungsszenario sah einen Einsatz bei auslaufendem Gefahrgut vor, das in diesem Fall einfach Wasser war.
    Foto: Hannelore Nowacki

    Eine verletzte Frau mit Blut im Gesicht lief den Einsatzkräften verzweifelt schreiend entgegen, sehr echt wirkend. Wenig später nach diesem gelungenen Auftritt wird sie gut gelaunt gesehen, immer noch perfekt geschminkt mit Platzwunde und Blut. Solche Applikationen seien in nur fünf Minuten fertig geschminkt, erzählt sie. Aus der Ferne waren über mehrere Minuten die anrückenden Fahrzeuge mit Martinshorn zu hören, die nach der Alarmierung von ihren Stützpunkten losfuhren. Nach dem Katastrophengesetz sollen es nicht mehr als zehn Minuten sein, erklärte SBI Kaiser. Dieser Einsatz sei wegen der eingeklemmten Personen ein „großer Vollalarm“. Die Zuschauer durften ganz nahe ran ans Geschehen, was bei echten Unfällen als unerwünschtes Gaffen und Behinderung gilt, hier jedoch der Information dient. Schwer zu tragen hatten die Atemschutzgeräteträger und die beiden Feuerwehrleute, die sich nur mit Hilfe von Kameraden in ihre grünen Chemieschutzanzüge von Kopf bis Fuß hineinarbeiten konnten. Eilig machten sie sich auf den Weg zum Traktor, trotz sperriger Schutzausrüstung im Laufschritt. Zur Dekontaminierung standen zwei gelbe Faltwannen bereit. Im Ernstfall werden die Gifte mit Wasser abgespritzt, jetzt blieb es bei „Hände hoch und drehen“ ohne Wasser. Das Unfallauto hatte der Autoservice Ludwig zur Verfügung gestellt, den Traktor hatte ein Landwirt beigesteuert. Zur Einschätzung der Übung befragt, äußerte sich Stadtbrandinspektor Kaiser sehr zufrieden.
    Hannelore Nowacki

    Beitrag aus der Rubrik

    » Bürstadt und Stadtteile
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige TicketshopAnzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige 3 Anzeige - 1