Mi., 04. April 2018, 19:29 Uhr
Marius Schmidt und Jens Klingler informierten sich vor Ort in der Kita Saarstraße
„Zukünftig mehr Investitionen in frühkindliche Bildung”
LAMPERTHEIM – „Der Umgang mit der wachsenden Anzahl an verhaltensauffälliger Kinder stellt uns vor immer größere Herausforderungen“, erklärte Tatjana Bopp-Montag, kommissarische Leiterin der Lampertheimer Kindertagesstätte Saarstraße im Rahmen eines Besuches des Ersten Stadtrates Jens Klingler und des SPD-Fraktionsvorsitzenden Marius Schmidt. Mit dabei war auch Christine Ohl aus dem Erzieherinnen-Team der KITA. Beiden Politikern ging es bei dem Gespräch in den Räumen der KITA um eine Thematik, die bislang gesetzlich nur unzureichend geregelt wird: Dem erhöhten Betreuungsaufwand für Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten wie gesteigerter Aggression. „Laut Fachwissenschaftlern steigt die Anzahl jener Kinder, die psychisch aus verschiedenen Gründen besonderer Betreuung auch im Kindergarten- und Vorschulalter benötigen, auf mittlerweile ein Fünftel an. Gleichzeitig sind die bürokratischen Hürden für Leistungen der Eingliederungshilfe recht hoch. Das ist also ein sehr ernstes Thema“, so Schmidt. Bopp-Montag ergänzte, dass die Eltern durch den fehlenden pädagogischen Blickwinkel , Verhaltensauffälligkeiten nicht auf den ersten Blick als solche wahrnehmen. Für Eltern bedeutet dies auch ,eine Hemmschwelle zu überwinden, um ihr Kind nicht nur mit Stärken sondern auch mit Schwächen wahrzunehmen. Unter diesem Aspekt können Eltern meist erst Hilfe von außenstehenden Personen zulassen. Ebenso haben sich auch durch den gesellschaftlichen Wandel der letzten Jahre, die Strukturen der Verhaltensauffälligkeiten sehr verändert. Das bedeutet im Alltag: Erzieherinnen müssen mehr Zeit für diese Kinder aufwenden ohne, dass über das Kinderförderungsgesetz Pauschalen oder zusätzliche pädagogische Fachkräfte vorgesehen sind. Dabei ist es wichtig, Kinder frühzeitig zu fördern, um Problemen im späteren Verlauf des Lebens vorzubeugen.“Jens Klingler als zuständiger Dezernent für die Kinderbetreuung betonte, dass „wir hier in Lampertheim in allen KITAs eine höhere Anzahl von Kindern mit Auffälligkeiten haben. Wir werden daher in den nächsten Jahren sukzessive den Erzieherinnenschlüssel erhöhen müssen. Sprich: Wir brauchen für die neuen Aufgaben der frühkindlichen Bildung mehr Personal.“
Als kurzfristige Lösung hatte Schmidt ein Projekt der Stiftung „Achtung! Kinderseele“ mitgebracht. In diesem Projekt betreuen Bildungs- und Jugendpsychologen KITAs und deren Erzieherinnen, um sie im Alltag im Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern zu schulen und so den kindgerechten Umgang noch weiter zu verbessern. zg