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  • Do., 18. Juni 2020, 12:47 Uhr
    SCHILLERSCHULE BÜRSTADT: Entwicklung der Schülerzahlen erforderte neue Planung / Neues Gebäude statt Umbau / Start bereits 2020

    „Zukunftsweisender Standort in moderner Bildungslandschaft”

    So soll der Eingangsbereich der Schillerschule in Bürstadt künftig aussehen – es entsteht ein modernes Gebäude mit modernster Pädagogik. Foto: Klinger Brückmann Architekten


    BÜRSTADT – Eigentlich war die Planung für die Schillerschule in Bürstadt bereits abgeschlossen, am 18. Oktober 2018 war die Vision für die Schulumgestaltung vorgestellt worden. „Es hat sich aber gezeigt, dass sich ein wesentlicher Parameter der Planungen verändert hat: Nämlich die Anzahl der Schüler. Die Planungen reichen für den künftigen Bedarf nicht aus, daher haben wir die Architekten gebeten, weiter und größer zu planen. Ursprünglich sollte einer der beiden sogenannten Schusterbauten abgerissen und der andere umfangreich saniert werden. Aufgrund der zu erwartenden Schülerzahlen sind wir zu der Entscheidung gekommen, die Schule nun komplett neu zu bauen”, erläuterte Landrat Christian Engelhardt am Mittwoch, als die komplett überarbeiteten und neuen Pläne für die Schillerschule vorgestellt wurden. Somit wird die Schillerschule als sechszügige Grundschule neu gebaut. „Größer hätten wir sie auch nicht haben wollen”, betonte Landrat Engelhardt. „Dies ist eines der größten Bauvorhaben im Kreis für die nächsten Jahre, dass schon in diesem Jahr starten wird, obwohl wir erst im Oktober 2019 die Entscheidung hierzu getroffen haben. Hier wird künftig moderne Pädagogik gelebt werden können, dies ist eine sehr gute Nachricht. Wir werden die Schule in Clusterbauweise errichte, das bedeutet, das jede Klassenstufe ihren eigenen abgeschlossenen Bereich haben wird.” 

    Architekt und Dipl.-Ing. Klaus Klinger stellte die genaue Planung vor: „Wir schaffen einen Neubau, der uns neue Chancen ermöglicht, besonders bezüglich der Anordnung der pädagogischen Räume. Die einzelnen Klassenstufen werden in Clustern in einer Wohn-Lern-Gemeinschaft zusammen sein und haben in diesem Bereich auch Freiflächen zum Lesen und zum gemeinsamen Arbeiten. Sie sind dort in diesem Bereich wie eine große Familie zusammen, mit einem großen Freiraum in der Mitte, Betreuungsräumen und WC-Räumen – dies ist nur in einem Neubau adäquat umsetzbar.”

    Baubeginn bereits 2020

    Das neue Schulgebäude wird dabei deutlich größer als das alte sein. Zunächst werden Ende des Jahres auf der Oberschultheiß-Schremser-Straße in Modulbauweise die Unterrichtsräume für die Bauphase entstehen. Hierzu wird die Oberschultheiß-Schremser-Straße verschwenkt, damit der Verkehr weiter fließen kann, die Schüler aber auf dem Schulhof genügend Raum für Bewegung haben. Die Module sind dabei nach Ansicht der Architekten und Landrat Engelhardt von höherer Qualität als die Bestandsbauten.

    Anfang 2021 erfolg dann der Abriss des Ostbaus und der Neubau. Der Westteil wird erst abgerissen, wenn die Schüler wieder in das neue Gebäude ziehen können, dann werden auch die Module abgebaut. Durch den Abriss des Westgebäudes zur Kirche St. Peter hin wird zusätzlicher Platz für Grün und für Bewegung geschaffen. Nach dem derzeitigen Planungsstand soll die neue Schillerschule 2024 fertig sein. Die Sporthalle soll im Anschluss an die Baumaßnahme saniert werden.

    „Durch die Anordnung des neuen Gebäudes, das näher an die Boxheimerhofstraße schaffen wir die größtmögliche Fläche an Schulhof”, stellte Klaus Klinger das weitere Konzept vor. „Es wird einen zentralen neuen Eingang geben, der als großes Forum gestaltet wird und von dem aus es in die einzelnen Cluster gehen wird.” Im Erdgeschoss werden die Verwaltung und das Lehrerzimmer sowie die Betreuungsräume in jeweils einem Cluster untergebracht werden, im ersten und zweiten Obergeschoss jeweils zwei Jahrgänge mit sechszügiger Ausrichtung. Ein Aufzug wird die Stockwerke barrierefrei miteinander verbinden. „Zeitgemäße Pädagogik wird hier künftig möglich sein, auch weil die Schule sich sehr stark in die Planungen mit eingebracht hat”, lobte Klaus Klinger.  

    Strahlende Gesichter: Landrat Christian Engelhardt und Bürgermeisterin Barbara Schader strahlen angesichts der durch Architekt Klaus Klinger vorgestellten Pläne zur neuen Schillerschule. Foto: Benjamin Kloos


    Das neue Schulgebäude wird mit einer geneigten Dachfläche ausgestattet, die eine Photovoltaikanlage ermöglicht, zudem wird es eine begrünte Dachfläche geben. Und auch für den Schulhof gibt es positive Nachrichten: Die beiden großen Baume im Hof können erhalten bleiben, zudem werden neue Spielgeräte installiert. 

    Dynamik des Lernens wird sichtbar

    Bürgermeisterin Barbara Schader betonte: „Was wir jetzt hier sehen ist für mich als Pädagogin ein Quantensprung: Von dem, wo wir herkommen, zu einem modernen Lernen und einer ausgezeichneten Förderung unserer Kinder. Die Dynamik des Lernens wird hier sichtbar. Wir haben lange gewartet und gerungen, aber das Ergebnis zeigt, dass dies richtig war. Im Dialog mit der Schigemeinschaft entsteht ein zukunftsweisender Standort in einer modernen Bildungslandschaft, in direkter Nähe zum Sport- und Bildungscampus. Aber auch in der Schule und auf dem Schulgelände besteht die Möglichkeit zur Bewegung, deshalb haben wir uns auch dazu entscheiden, die Module für den Unterricht während der Bauzeit auf und nicht neben die Oberschultheiß-Schremser-Straße zu stellen, damit den Kindern genügend Raum für Bewegung bleibt und weil wir ihnen nichts vom Schulhof nehmen wollten.”

    Kein Platz für Sprachheilschule?

    Eine schlechte Nachricht gibt es für die Sprachheilschule, die derzeit in den Räumen der Schillerschule untergebracht ist: Diese soll nach Heppenheim in die Räume der ehemaligen Siegriedschule wechseln. Dabei kann die Schule selbst entscheiden, ob sie komplett wechseln möchte oder ob die derzeitigen Schüler ihre Schullaufbahn in den jetzigen Räumen beenden. Diese Entscheidung stößt nach wie vor auf große Unzufriedenheit, die Hoffnung auf eine entsprechende andere Entscheidung im Kreistag bleibt.Benjamin Kloos

     

     

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