AUSFLUG: Lampertheimer Landfrauen besuchten das Freilichtlabor Lauresham
Zurück in der Zeit
Die Lampertheimer Landfrauen tauchten in Lauresham in vergangene Zeiten ein. Foto: oh
LAMPERTHEIM – Das Wetter war den Lampertheimer Landfrauen hold: Bei wärmenden Sonnenstrahlen gingen zwei Dutzend interessierte Frauen des Ortsvereins auf eine Zeitreise. Ziel war das im Herzen des UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Lorsch liegende Lauresham und es ging zurück in die Karolinger Zeit, die von 751 bis 919 nach Christus datiert wird.
Rund 90 Minuten dauerte die Führung durch das 1:1- Modell eines Hofguts, der nach aktuellen Forschungserkenntnissen der Siedlungsarchäologie errichtet wurde. Geboten wurden dabei interessante Einblicke zur damaligen Haltung von Nutztieren oder etwa in die landwirtschaftliche Nutzung von Äckern, Gärten und Wiesen. Verschiedene Handwerker, wie etwa Knochen- und Holzschnitzer oder Fischer, übten ihre Arbeit teilweise in kleinen Häusern vor der Stadtmauer aus.
Sehr anschaulich aber wurde das Arbeits- und Alltagsleben zu Zeiten Karls des Großen vermittelt. Es war geprägt von der Grundherrschaft, wobei dem Herren rund 40 Leibeigene gehörten. Diese hatten seinerzeit zumeist nach Männern und Frauen getrennte Lebensräume. Nur mit Einverständnis des Herren durften sie heiraten und eine Familie gründen.
Nach dem Gang durch das Freilichtlabor waren die Lampertheimer Landfrauen selbst handwerklich gefragt und stellten beim geselligen Miteinander eine heilende Rosensalbe und ein Lippenbalsam her, ganz wie es seinerzeit Aufgabe der Frauen war. zg