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  • Di., 28. Juli 2026, 12:00 Uhr
    BUNDESAGENTUR FÜR ARBEIT: Fast jeder zweite Betrieb in Hessen setzt auf internationale Arbeitskräfte / Nach Berlin mit Baden-Württemberg und Hamburg an der Spitze / Tendenz steigend

    Zuwanderung und Integration sind wichtiger Teil der Lösung

    Grafik: Agentur für Arbeit

    HESSEN – Konjunktur bremst – Trends treiben: Trotz der aktuell angespannten wirtschaftlichen Lage und einer zurückhaltenden Einstellungsbereitschaft der Wirtschaft bleibt der demografische Wandel die zentrale Herausforderung für den hessischen Arbeitsmarkt. In den kommenden sieben Jahren werden in Hessen rund 295.000 Menschen die Altersgrenze erreichen und in den Ruhestand gehen. Viele dieser Altersabgänge werden wegen fehlendem Nachwuchs nicht nachbesetzt werden können. Zuwanderung und die Integration von ausländischen Menschen sind daher ein wichtiger Teil der Lösung. 

    „Der hessische Arbeitsmarkt ist angesichts der demografischen Entwicklung auf Zuwanderung angewiesen. Umso wichtiger ist es, dass immer mehr Betriebe ausländische Arbeitnehmer beschäftigen. Deren Anteil ist in den letzten 5 Jahren kontinuierlich gestiegen. Die über 80.000 hessischen Arbeitgeber sind Chancengeber, denn sie ermöglichen ausländischen Arbeitskräften in Deutschland zu arbeiten und tragen so dazu bei, die dringend benötigten Arbeits- und Fachkräfte langfristig für ihren Betrieb und für unsere Gesellschaft zu sichern.“, sagt Dr. Frank Martin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit. 

    Immer mehr hessische Betriebe setzen auf ausländische Fachkräfte 

    In Hessen gab es im vergangenen Jahr (Stand: September 2025) insgesamt 163.693 Betriebe. Rund 80.500 bzw. 49 Prozent aller Betriebe beschäftigten ausländische Arbeitskräfte. Seit 2020 hat sich ihre Zahl um 10.500 erhöht. Der 10-Jahresvergleich zeigt eine noch deutlichere Steigerung. So haben im Jahr 2015 nur 37 Prozent bzw. 60.700 Betriebe ausländische Staatsbürger beschäftigt. Auffällig: Während seither die Zahl der Betriebe in Hessen nahezu konstant blieb, stieg die Zahl der Betriebe mit ausländischen Beschäftigten stark um fast 20.000. Das heißt: Das Wachstum ist keine kurzfristige Schwankung, sondern eine stabile Entwicklung über alle Jahre hinweg. 

    Ausländische Staatsbürger tragen zur Stabilität der Beschäftigung bei 

    In Hessen liegt der Anteil der Ausländer an allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten (2,795 Mio.) bei gut 20 Prozent. Seit 2015 ist die Gesamtbeschäftigung um rund 345.000 gestiegen. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ausländer um über 43 Prozent (rund 247.000) gestiegen. Mit anderen Worten: Der Beschäftigungsaufbau, den Hessen in den letzten 10 Jahren erlebt hat, ist zu 72 Prozent auf ausländische Arbeitskräfte zurückzuführen. 

    Von den 567.400 ausländischen Beschäftigten in Hessen arbeiten 44 Prozent auf Helferniveau, 18 Prozent sind auf Fachkräfteniveau, 11 Prozent auf dem Niveau von Spezialisten (Meister/Techniker) und fast 14 Prozent als Experten (Akademikerniveau) beschäftigt. Fazit: 43 Prozent aller ausländischen Beschäftigten arbeiten in qualifizierten Jobs. 

    Große Unterschiede abhängig von Betriebsgröße und Region 

    Der Blick auf die Unternehmensgrößen zeigt, dass der Anteil der Betriebe mit ausländischen Arbeitskräften an der Belegschaft mit der Größe steigt. So haben nur 33 Prozent der Betriebe mit 1 bis 4 Beschäftigten (31.491) in Hessen ausländische Arbeitnehmer. Bei Unternehmen mit fünf bis 19 Beschäftigten steigt der Anteil deutlich auf rund 63 Prozent und in Betrieben mit zwanzig bis 99 Beschäftigten liegt er bei 89 Prozent. Mittlere und große Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigen haben in der Regel ausländische Beschäftigte in ihrer Belegschaft. 

    Auch regional gibt es deutliche Unterschiede und ein erkennbares Stadt- / Landgefälle. So liegt Offenbach mit 69 Prozent und Frankfurt mit 61 Prozent in Hessen ganz vorne bei der Quote an Betrieben mit ausländischen Arbeitskräften. Im Werra-Meißner-Kreis sind es dagegen nur 28 Prozent und im Schwalm-Eder-Kreis 32 Prozent. 

    Herausforderung Bürokratie 

    Trotz der positiven Entwicklungen zeigt die Statistik, dass die Hälfte der Unternehmen in Hessen noch keine internationalen Arbeitskräfte beschäftigen. Die Gründe dafür liegen zum Teil im rechtlichen Bereich, wie das Einholen von Aufenthaltstiteln und Arbeitsgenehmigungen, und dem damit einhergehenden, zusätzlichen Verwaltungsaufwand und höheren Kosten. Hinzu kommen in manchen Fällen Beschränkungen für die Beschäftigung von Ausländern in bestimmten Branchen oder Tätigkeiten. Und nicht zuletzt gehören auch Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede zu den Gründen. Unternehmen sollten sich daher sorgfältig mit diesen Fragen auseinandersetzen, um sicherzustellen, dass sie alle notwendigen Schritte kennen, um ausländische Arbeitnehmer erfolgreich zu integrieren. Die Erfahrung zeigt, dass Betriebe, die einmal ausländische Mitarbeiter eingestellt und die notwendigen Erfahrungen gesammelt haben, weitere einstellen. 

    Kompensation statt Verdrängung 

    Viele Arbeitnehmer scheiden in den kommenden Jahren aufgrund des Renteneintritts aus dem Berufsleben aus. Der überwiegende Teil sind deutsche Beschäftigte. Von den rund 295.000 Menschen die in Hessen in den kommenden sieben Jahren die Altersgrenze erreichen werden, sind 90 Prozent Deutsche und nur 10 Prozent Ausländer. 

    Gleichzeitig steigt die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ausländer kontinuierlich an und kompensiert so die demografische Entwicklung in der deutschen Bevölkerung. Das bedeutet, dass keine von einheimischen Arbeitnehmern besetzten Arbeitsplätze verdrängt werden. Vielmehr sorgt die Migration dafür, dass Stellen überhaupt nachbesetzt werden können. 

    Das belegt auch der Blick auf die Beschäftigungsquoten. Für Deutsche im erwerbsfähigen Alter ist sie von 58 Prozent in 2015 auf fast 64 Prozent in 2025 gestiegen trotz demografischer zunehmender Abgänge in die Altersrente. Gleichzeitig ist auch die Beschäftigungsquote der Ausländer gestiegen und zwar von rund 46 Prozent in 2015 auf über 59 Prozent in 2025. 

    Ranking: Anteil der Betriebe mit mindestens einem ausländischen Beschäftigten in Prozent (Stand: September 2025): Deutschland 42 / Hessen 49 / Kreis Bergstraße 47

    Alle Bundesländer: 

    1. Berlin 52 

    2. Baden-Württemberg 49 

    2. Hessen 49 

    2. Hamburg 49 

    3. Bremen 47 

    4. Nordrhein-Westfalen 45 

    5. Bayern 44 

    6. Saarland 43 

    7. Rheinland-Pfalz 42 

    8. Niedersachsen 37 

    9. Schleswig-Holstein 34 

    10. Brandenburg 28 

    11. Sachsen 26 

    12. Thüringen 23 

    13. Sachsen-Anhalt 23 

    14. Mecklenburg-Vorpommern 23 

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