Vorschulkinder der Kita Schwalbennest bei der NABU Lampertheim
Zwischen räuberischen Larven und rückenschwimmenden Käfern
Die Vorschulkinder Lana und Roc mit ihrem Kita-Erzieher Johannes Kalusche (v.l.). Foto: oh
LAMPERTHEIM – Im Mai verbrachten die Vorschulkinder der inklusiven Kindertagesstätte (Kita) Schwalbennest gemeinsam mit ihren Erzieherinnen und Erziehern einen Vormittag bei dem Naturschutzbund (NABU) der Ortsgruppe Lampertheim. Anke Diehlmann, Jugendgruppenleiterin NABU Lampertheim, betreute die Vorschulkinder vor Ort. Aus dem Teich auf dem NABU-Gelände kescherten die Kinder allerlei Wasserinsekten, wie Libellenlarven oder Gelbrandkäfer. Im Anschluss beobachtete die Gruppe die verschiedenen Arten in einem Aquarium, wo Frau Diehlmann ihnen die Namen sowie ihre Eigenschaften erklärte.
Die Vorschulkinder der inklusiven Kindertagestätte (Kita) Schwalbennest sind schon ganz kribbelig. Sie durchqueren an diesem Morgen ganz Lampertheim mit dem Bus. Ihr Ziel: das andere Ende der Stadt – und dann beginnt die Faszination Wildnis. Im Feuchtbiotop des Naturschutzbundes (NABU) Lampertheim, auf dem Gelände der ehemaligen Storchenstation, werden sie zu Entdeckern und Forschern.
Mit Eimer, Kescher und Gummistiefeln stapfen sechs Vorschulkinder durch den dicken schwarzen Schlamm am Teich. Da sind Käfer, die auf dem Rücken schwimmen oder Libellenlarven, die im Wasser leben. Die Eimer randvoll mit Amphibien und Insekten, schütten die Kinder ihre Schätze in ein Aquarium, um sie besser beobachten zu können. Anke Diehlmann, Jugendgruppenleiterin der NABU Lampertheim, verrät ihnen welche Wasserlebewesen sie aus dem Teich gefischt haben, wie beispielsweise die räuberische Larve der Mosaikjungfer-Libelle. Diehlmann erklärt: „Uns ist es wichtig, dass die Kinder die Wasserinsekten mit möglichst vielen Sinnen erforschen. Das ist ein unvergessliches Erlebnis und nachhaltiger als sich die Bilder am Computer anzusehen.“
„Dass wir mit unseren Vorschulkindern zur NABU gehen, ist schon Tradition,“ erzählt Johannes Kalusche, Erzieher in der Kita Schwalbennest. „Sie lernen hier viel über das Leben im Wasser und das Erforschen und Beobachten der Natur. Es geht uns aber auch darum, sich den Wert kleiner Tiere wie zum Beispiel Insekten bewusst zu machen. Einen brüllenden Löwen findet jeder toll, aber wie schnell eine kleine Ameise krabbeln oder eine Spinne rennen kann, geht manchmal unter.“
Tülay Chronis, Erzieherin im Schwalbennest, betont: „Den Kindern die Vielfalt unter uns Menschen bewusst zu machen und sie wertzuschätzen, daran arbeiten wir jeden Tag in unserer Einrichtung. Hier spielen und lernen Kinder mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam. Es liegt uns aber auch am Herzen, den Kindern zu zeigen, wie wichtig die Natur und der Erhalt der Artenvielfalt ist.“
Bespritzt mit Schlammkleksen und begeistert von den Tierchen im Teich, fahren alle gemeinsam mit dem Bus zurück in die Kita. „Die NABU-Mitarbeiter zeigen den Kindern, wie wichtig es ist, dass sich Menschen ehrenamtlich für den Erhalt der Natur einsetzen,“ so Kalusche, „vielleicht reizt es ja ein Kind, dort einmal mitzuarbeiten.“ zg