TRADITIONELL: Hofheimer Landfrauen hatten beim Latwergekochen viele helfende Hände / Verkauf auf dem Weihnachtsmarkt
Zwölf Stunden rühren, rühren, rühren
Beim Latwergekochen der Hofheimer Landfrauen sprechen die Zahlen für sich: 360 Kilo Zwetschgen, zwölf Stunden rühren, 25 Helferinnen und Helfer, zirka 620 abgefüllte Gläser. Foto: Petra Gahabka
HOFHEIM – Das Latwergekochen hat bei den Hofheimer Landfrauen Tradition und ist stets ein geselliges Ereignis. Um das leckere Pflaumenmus herzustellen, hat es auch in diesem Jahr wieder viel Zeit und viele Helfer gebraucht, denn 360 Kilo Quetschen machen viel Arbeit.
Los ging es mit den Vorbereitungen am vergangenen Donnerstag. Im Hof der Ersten Vorsitzenden Birgit Biebesheimer türmten sich die Kästen mit den Zwetschgen aus der Pfalz, deren Kerne es nach dem Waschen vom Fruchtfleisch zu lösen galt. Hierfür waren 22 Landfrauen gut zwei Stunden im Einsatz. Auch am Samstag war man um jede helfende Hand froh, schon vor sieben Uhr wurden bei Familie Herweck die drei großen Kessel im Hof angeheizt und die ersten Pflaumen eingefüllt. Jede Ladung, die peu à peu dazu kam, erschwerte das Rühren, nach fünf Stunden waren die Behältnisse bis oben hin voll. Da Latwerge beim Einkochen schnell am Boden des Kessels anbrennt, muss ohne Unterbrechung gerührt werden. Die Hofheimer Landfrauen verwenden hierfür spezielle Holzrührer, die mit drei Löchern versehen sind. Der lange Stiel sorgt für den nötigen Abstand, wenn der kochend heiße Latwerge aus den bis zum Rand gefüllten Kesseln spritzt.
Zwetschgen nachfüllen, ununterbrochen rühren, das Feuer im Auge behalten und Holz nachlegen, alles dokumentieren, abfüllen, saubermachen – das erfordert viel Personal. Neben Mitgliedern waren in der Backhausstraße Freunde, Familienmitglieder und Interessierte am Start, darunter Ortsvorsteher Alexander Scholl und Ortsbeiratsmitglied Alexander Rank. Auch Gründungsmitglied Elsbeth Herweck mit ihren 92 Jahren ließ es sich nicht nehmen zu helfen. Wer nicht den Löffel schwang, ruhte sich bei einem Schwätzchen für die nächste Runde aus. Geselligkeit wird im Ortsverein Hofheim großgeschrieben. Am späten Nachmittag wurden dann Zucker, Essig und die weihnachtlich duftende Gewürzmischung, die unter anderem Zimt enthält, dazu gegeben.
Fertig ist der Latwerge, wenn das Mus dunkel und zäh ist und die zahlreichen Abschmeckerinnen mit dem Ergebnis zufrieden sind. Nach zwölf Stunden rühren konnte dann mit der Abfüllung begonnen werden, die rund 620 Gläser ergab. Alles in allem sorgten an diesem Tag 20 Helferinnen und fünf Helfer für einen reibungslosen Ablauf. „Ich bin total zufrieden mit unserer Latwerge-Aktion. Kernen und Kochen hat sehr gut geklappt, wie auch das Zusammenspiel langjähriger und neuer Mitglieder“, freute sich Landfrauen-Chefin Birgit Biebesheimer. Ihr Dank galt auch Familie Herweck, die ihren Hof zur Verfügung gestellt hatten sowie den Auf- und Abbau der Kessel erledigten. Bis das leckere Pflaumenmus genossen werden kann, dauert es allerdings noch ein bisschen. Der Verkauf findet auf dem Hofheimer Weihnachtsmarkt statt. Petra Gahabka