EHRENAMT: Neun Kommunen im Kreis kooperieren in der Weiterbildung von Ehrenamtlichen und anderen Freiwilligen
Für jede Aufgabe Tipps und jedes Problem eine Lösung finden
Das ehrenamtliche Engagement wird von neun Kommunen durch ein Weiterbildungsprogramm unterstützt. Im Bild (von links): Bürgermeister Karsten Krug, Groß-Rohrheim; 1. Stadtrat Marius Schmidt, Lampertheim; Jasmin Machka, Hepppenheim/Stadtmarketing; Harald Hofmann, Viernheim/Fachbereichsleiter Ehrenamt; Bürgermeisterin Christine Klein, Bensheim; Bürgermeister Matthias Baaß, Viernheim; Jutta Zinecker, Stadt Lorsch; Christian Goebel, Viernheim/vhs. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Im Verein kriselt es? Gute Informationen und Tipps, für das Sprechen vor Publikum, das Selbst- und Zeitmanagement, das kleine 1x1 der Satzung, für die Öffentlichkeitsarbeit und viele weitere Aufgaben wären hilfreich? Dann lohnt sich ein Blick in das neue Programm für die kostenfreie Weiterbildung im Ehrenamt, das Lampertheim neben weiteren acht Kommunen im Kreis Bergstraße unterstützt. Für nahezu jede Aufgabe und jedes Problem im ehrenamtlichen Bereich von Vereinen und anderen Organisationsformen ehrenamtlichen Engagements bietet das neue Weiterbildungsprogramm ein Seminar oder einen Workshop und auch kostenfreie Beratung bei akut auftretenden Situationen. Das können mal zwei Stunden oder ein ganzer Tag sein. Bei einem Treffen auf Einladung des Ersten Stadtrats Marius Schmidt hoben auch drei Bürgermeister und zuständige Mitarbeiter der beteiligten Kommunen die Bedeutung dieser Weiterbildungsangebote hervor. Damit werde die Arbeit der Ehrenamtlichen nicht nur wertgeschätzt, ihnen werde auch Gelegenheit gegeben, sich mit den aktuellen Aufgaben und Herausforderungen der Vereinsarbeit sowie den Fragen der Zukunft auseinandersetzen zu können. „Was wären wir ohne die Bürger, die ihre Freizeit für andere aufwenden“, sagte Schmidt.
Der Viernheimer Bürgermeister Matthias Baaß machte auf eine wichtige neue Regelung für Vereinsvorstände aufmerksam, die zur Entlastung beitragen und zur Vorstandsarbeit motivieren soll: Aus der Mitte einer Mitgliederversammlung können mehrere Personen gewählt werden, die sich die üblichen Vorstandsaufgaben teilen. Sich rechtzeitig über die Zukunft des Vereins Gedanken zu machen, empfiehlt Baaß, wenn sich zum Beispiel kein Vorstand findet. Harald Hofmann, Leiter des Fachbereichs Ehrenamt in Viernheim und in der Lampertheimer Vereinswelt auch durch die Moderation beim Vereinsfrühschoppen bekannt, rät zu angeleiteter Moderation von außen, wie bei der Rettung des Lampertheimer Vogelpark-Vereins.
Das neue Vorstandsmodell gebe eine neue Freiheit. Die Weiterbildungsangebote könnten auch Freiwillige und Ehrenamtliche in anderen Organisationsformen und Initiativen wahrnehmen. In allen Gemeinden gebe es die gleichen Themen, daher sei der kreisweite Weiterbildungsverbund von Vorteil, meinte Bürgermeisterin Christine Klein aus Bensheim. Wenn besondere Angebote gefragt seien, wende man sich an die entsprechende Stelle.
Bürgermeister Karsten Krug aus Groß-Rohrheim sieht besonders für kleine Gemeinden einen großen Mehrwert in dieser Form der interkommunalen Zusammenarbeit. Die Angebote sind für die Teilnehmer kostenfrei, auch die kooperierenden Städte und Gemeinden tragen keine Kosten – das Land Hessen übernimmt die Finanzierung.
Mit zunächst 18 Kursen beginnt das Programm, im Laufe des Jahres wird das Angebot ausgeweitet. Praktischerweise ist das Programm online über die Homepage der Stadt Lampertheim und über den QR-Code im Info-Faltblatt zugänglich. Die Anmeldung zu den Seminaren erfolgt über die bisherigen Anlaufstellen in den einzelnen Städten und Gemeinden, entweder per E-Mail, telefonisch oder über das Internet. Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit haben sich seit 2007 nach und nach weitere Städte und Gemeinden der Stadt Viernheim angeschlossen, die den Weiterbildungsverbund koordiniert. Zunächst schloss sich Lampertheim an, seit 2019 beteiligen sich auch Bürstadt und Groß-Rohrheim sowie Bensheim, Heppenheim, Lorsch, Einhausen und Rimbach. Die Referenten erhalten 35 Euro pro 45 Minuten Unterrichtseinheit.
Geld ist da – mehr Teilnehmer willkommen
In den letzten sieben Jahren hat das Land Hessen über das Ministerium für Soziales und Integration für Weiterbildungsverbund über 60.000 Euro gezahlt. Nach dem Corona bedingten Einbruch der Teilnehmerzahlen haben im letzten Jahr 136 Teilnehmer 18 Kursangebote genutzt, für die das Ministerium 6.560 Euro überwiesen hat. Im Jahr 2018 wurden fast 15.000 Euro überwiesen, 2021 nicht mal ganz 3.000 Euro. Ansprechpartner in Lampertheim beim Fachdienst Ehrenamt und Vereine sind Silke Reis (Telefon 06206/935-363; silke.reis@lampertheim.de) und Dirk Eichenauer (Telefon 06206/935-233; dirk.eichenauer@lampertheim.de).