ZAKB: Erstes Wasserstoff-Sammelfahrzeug im Kreis Bergstraße in Betrieb genommen / Alternative Antriebstechnik erreicht kommunale Abfallwirtschaft
Kein Lärm, keine Abgase, keine klimaschädlichen Emissionen
Symbolische Schlüsselübergabe am Donnerstag. Von links: Christian Engelhardt, Landrat des Kreises Bergstraße, Matthias Schimpf, Vorstandsvorsitzender des ZAKB, Sascha Bocksnick, Geschäftsführer des ZAKB. Foto: oh
HÜTTENFELD – Es ist leise, verursacht keine klimaschädlichen Emissionen und fährt mit Wasserstoff – das neue Abfallsammelfahrzeug, das der Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße (ZAKB) am 20. Juni in Betrieb genommen hat. Und es ist ein Beitrag für nachhaltige Mobilität und den Klimaschutz. „Durch den Einsatz alternativer Antriebstechnik macht der ZAKB beim Klimaschutz den nächsten Schritt nach vorne und leistet ein Beitrag für mehr nachhaltige Mobilität“, erklärt Matthias Schimpf, Vorstandsvorsitzender des ZAKB. „Gerade bei Nutzfahrzeugen, aber auch bei Maschinen, gibt es noch großes Potenzial, das wir im Blick behalten sollten“, so Schimpf weiter. „Ich freue mich sehr über diesen weiteren Schritt zur Energiewende im Kreis Bergstraße. Für die Energiewende ist Wasserstoff ein Schlüsselelement, dessen Hochlauf wir als Kreis mit unserer Wasserstoff-Strategie in enger Zusammenarbeit mit unserer Wirtschaft und unseren Partnern wie dem ZAKB auch weiterhin begleiten und unterstützen werden“, sagt Landrat Christian Engelhardt.
Denn der Verkehrssektor ist ein wesentlicher Verursacher von Treibhausgasen. Auch beim ZAKB nehmen die rund 50 Sammelfahrzeuge mit jährlich etwa einer Million zurückgelegten Kilometern eine zentrale Rolle bei den klimawirksamen Emissionen ein. Um den Ausstoß zu reduzieren und seine langjährigen Bemühungen beim Klimaschutz auszuweiten, hat der Zweckverband ein Klimaschutzkonzept erarbeitet, das auch eine schrittweise anteilige Umstellung der Fahrzeugflotte auf alternative Antriebstechnik umfasst. Damit trägt der kommunale Entsorger zudem der europäischen „Clean Vehicles Directive“ Rechnung, die Unternehmen verpflichtet, bei der Beschaffung neuer Fahrzeuge einen festgelegten Anteil „sauberer Fahrzeuge“ zu erwerben.
Erfahrung für die Zukunft sammeln
„Wir freuen uns darauf, neue Erfahrungen zu sammeln und sind gespannt, wie sich das Fahrzeug im Alltag auf den Touren durch den Kreis Bergstraße schlägt“, so Sascha Bocksnick, Geschäftsführer des ZAKB. Befüllt wird der LKW in Hirschberg, dort liegt die bislang einzige nächstgelegene Wasserstoff-Tankstelle zum Kreisgebiet. Die Reichweite des Fahrzeugs ist groß genug, um grundsätzlich alle ZAKB-Mitgliedskommunen anzufahren. Von einem Regelbetrieb von „Wasserstoff-LKWs“ ist die Branche hingegen noch entfernt und auch die Kosten für die Fahrzeuge sind höher als bei den gängigen Modellen. Das Wasserstoff-Fahrzeug wird daher im Rahmen der Richtlinie über die Förderung von leichten und schweren Nutzfahrzeugen mit alternativen, klimaschonenden Antrieben und dazugehöriger Tank- und Ladeinfrastruktur (KsNI) mit insgesamt 476.000 Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert.
Technologiemix im Blick
Auch mit den Chancen der Elektromobilität hat sich der ZAKB in den letzten Jahren intensiv befasst, die auf dem Markt verfügbaren Produkte bewertet, einen möglichen Einsatz geprüft und einzelne elektrifizierte Fahrzeuge und Maschinen in Betrieb genommen. Dabei immer im Fokus: die Belastbarkeit und Verlässlichkeit der Produkte, um die kommunale Daseinsvorsorge sicherstellen zu können. Die größten Möglichkeiten bietet auch hier weiterhin die Nutzfahrzeug-Flotte. Der Zweckverband ist daher dem Förderaufruf „E-KOMMUNAL“ des Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW) gefolgt und hat einen Förderantrag unter anderem für einen elektrifizierten Hoflader gestellt. zg